Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Das Jüdische Echo Nr. I von 20 000 Pfund zwecks Linderung der Arbeitslosigkeit in Palästina aufzubringen. Als erster sandte der berühmte Philanthrop Bernhard Baron einen Scheck über 5000 Pfund. Sir Alfred Mond steuerte selbst 1000 Pfund bei. Ein großer Teil des geplanten Fonds wird von den Mitgliedern der Exekutive, Miss Henrietta Szold und Harry Sacher und dem Repräsentanten des Londoner Economic Board for Palestine, Goldwater, verwaltet. Die Arbeitslosenunterstützung in Palästina wird nicht eingestellt London, 31. Dezember. (JTA.) Die Zionistische Exekutive teilt entgegen anderslautenden Nachrichten mit, daß auch nach dem 1. Januar 1928 die Unterstützungsgelder für die Arbeitslosen in Palästina ausgezahlt werden würden. Morris Rothenberg Vizepräsident der zionistischen Organisation Amerikas Neuyork, 27. Dezember. (JTA.) An Stelle von Miss Henriette Szold, die als Mitglied der Zionistischen Exekutive nach Palästina gegangen ist, wurde Herr Morris Rothenberg zum Vizepräsidenten der amerikanischen zionistischen Organisation gewählt. Präsidtent der Organisation ist Louis Lipsky. Beruhigung in Petach Tikvah. — Eine Erklärung der Regierung. — Die Plantagenbesitzer beschäftigen jüdische Arbeitslose Jerusalem, 28. Dezember. (JTA.) Die Palästina-Regierung veröffentlicht eine Erklärung über die Zusammenstöße zwischen der Polizei und den jüdischen Arbeitslosen in Petach Tikvah, in der gesagt wird, die jüdischen Arbeitslosen hätten die arabischen Arbeiter daran gehindert, die Orangenplantagen zu betreten, um im Aufträge der arabischen Käufer die Ernte zu beenden. Der Distriktskommissar, der persönlich in Petach Tikvah erschien, habe die jüdischen Arbeitslosen aufgefordert, die Plantagen, die sie widerrechtlich betreten hatten, zu verlassen. Erst als die Juden dieser Aufforderung nicht Folge leisten wollten, seien sie von der Polizei auseinandergetrieben worden. Die Intervention des Waad Leumi (Nationalrat der Juden Palästinas) bei den Plantagenbesitzern in Petach Tikvah hatte den Erfolg, daß die jüdischen Orangenzüchter sich verpflichtet haben, eine größtmögliche Zahl jüdischer Arbeitsloser in den Plantagen zu beschäftigen. Der Waad Leumi hat bekanntlich auch gegen das Eingreifen der Gendarmerie protestiert. Die Araber, denen die Juden den Zugang versperrt hatten, waren nicht von den jüdischen Plantagenbesitzern, sondern von den arabischen Ernte-Aufkäufern angestellt worden. Die Palästinaregierung beschäftigt jüdische Arbeitslose Jerusalem, 30. Dezember. (JTA.) Der Oberkommissar für Palästina, Feldmarschall Lord Plumer, hat verfügt, daß bei den Aufforstungsarbeiten in Palästina 500 jüdische Arbeitslose beschäftigt werden sollen. Vor kurzem fand eine Beratung zwischen den Mitgliedern der palästinischen zionistischen Exekutive und der Exekutive der Arbeiterföderation (Histadruth) in der Angelegenheit der Beschaffung von Arbeit für die Arbeitslosen statt. Seitens der Histadruth lag ein Plan der Aufführung öffentlicher Arbeiten vor, dessen Realisierung £ 60 000 erfordert. Die Mitglieder der palästinischen Exekutive stellten sich auf den Standpunkt, es sei in erster Reihe Pflicht der Regierung, Notstandsarbeiten zur Beschäftigung der Arbeitslosen durchzuführen. Die Beratung wird demnächst fortgesetzt werden. Das gerichtliche Nachspiel zu den Vorgängen in Petach Tikwah — Harte Urteile Jerusalem, 30. Dezember. (JTA.) Das Jaffaer Distriktsgericht, das über die während der Zusammenstöße zwischen Arbeitslosen und Polizei verhafteten Juden zu urteilen hatte, hat einen der Angeklagten zu einem Monat, die anderen Angeklagten zu je 16 Tagen Gefängnis verurteilt. Nur einer der Verhafteten wurde freigesprochen. Bevölkerungsbewegung in Palästina Jerusalem, 18. Dezember. (JTA.) Dem soeben erschienenen Bericht des Gesundheitsdepartements der Palästina-Regierung für das Jahr 1926 ist zu entnehmen: Die Gesamtbevölkerung des Landes betrug 865 000 Seelen, davon waren 103 000 wandernde Beduinen und 762 000 seßhafte Einwohner der Städte und Dörfer. 633 000 waren Moslemiten, 147 398 Juden, 75 576 Christen, der Rest Anhänger anderer Religionen. 1926 zählte man in Palästina 40 741 Geburten und 18 620 Todesfälle. i Am 1. Januar tritt die palästinisch-jüdische Gemeindeordnung in Kraft Jerusalem, 26. Dezember. (JTA.) Seitens der Palästina-Regierung wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß die jüdische Gemeindeordnung am 1. Januar 1928 verkündet wird und somit in Kraft tritt. Der Entwurf für die Organisierung der jüdischen Gemeinden in Palästina und ihre offizielle Anerkennung durch die Regierung wurde am 20. Juli 1926 in der. „Official Gazette“ veröffentlicht. Die Verordnung sieht die Wahl einer Delegiertenversammlung, eines Generalrates (Waad Leumi), eines Landesrabbinerrates und das Bestehen eines rabbinischen Amtes in jeder Gemeinde vor, wobei Andersdenkenden ein gewisser Spielraum gewährt werden soll. Die Leitung der Weltorganisation Agudas Jisriel hat bei der Palästina- Regierung Vorstellungen hinsichtlich der Fixierung der Rechte der extrem orthodoxen Judenheit erhoben. Der Präsident der Agudah-Weltorganisation, Dr. Pinchas Kohn, der vor kurzem in Palästina geweilt hat, hat nach seiner Rückkehr mitgeteilt, die Palästina-Regierung habe den von der Agudah geforderten Abänderungen der Gemeindeordnung zugestimmt. Die in den nächsten Tagen in Kraft tretende Gemeindeordnung werde bereits diese Abänderungen enthalten. Es werden, schloß Dr. Kohn, keine Beziehungen zwischen den autonomen orthodoxen Kongregationen und dem Waad Leumi und seinen Organen bestehen. 26 amerikanische Touristendampfer kommen nach Palästina Jerusalem, 18. Dezember. (JTA.) In der Zeit vom 24. Dezember 1927 bis 14. Mai 1928 werden 26 Touristendampfer aus Amerika in Palästina eintreffen. In Amman, der Hauptstadt Transjordaniens wird gegenwärtig ein modernes Touristenhotel erbaut.