Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103081-9156860--08150-9080885- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 1 Das Jüdische Echo 5 Sicherstellung feststeht, hingegen fordert der Verband im Interesse der Erhaltung des Judentums auf dem flachen Lande dringlichst die Anstellung von nur ordentlich vorgebildeten Bezirkslehrern. Resolution Dr. Gut mann (Berlin) zur Frage der Lehrerbildung: Der Lehrer- Verband spricht sich gegen alle Bestrebungen aus, die zum Ziele haben, den Religionslehrern eine der Bildung der Volksschullehrer und -Lehrerinnen gegenüber minderwertige Bildung zu geben. Resolution Zur Frage der Hilfskassen: Nachdem der Landesverband in dankenswerter Weise die Besoldungsfrage der Lehrer in Angriff genommen hat, erhebt sich die wichtige Frage der Sicherung der Anstellungs- und Versorgungsverhältnisse. Angesichts der in let-zter Zeit häufiger auftretenden Kündigungen unter nichtigen Vorwänden stellt der Verband die Forderung, daß alle Lehrer, die auf Grund eines Privatvertrages angestellt sind, in bezug auf Besoldung, Anstellung, Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung den Lehrern im öffentlichen Schuldienst gleichgestellt werden. Die Versorgungsfrage der jüdischen Lehrerschaft kann endgültig nur durch Schaffung einer selbständigen Rechtspensionskasse beim Landesverband nach Art der öffentlichen Provinzialruhegehalts-Witwen- und-Waisenkassen gelöst werden. Der Lehrerverband sieht in der Sicherung der Zukunft des Beamten die Grundlage seiner beruflichen und sozialen Stellung und erwartet vom Landesverband die höchste Aufmerksamkeit für diese Lebensfrage des Gesamtjudentums. Tagung des Verwaltungsrates der hebräischen Universität Mainz, 31. Dezember. (JTA.) Die fünfte Sitzung des Verwaltungsrates des Judaistischen Instituts der Universität Jerusalem fand am 27. und 28. Dezember in Mainz statt. Es waren zugegen die Herren Oberrabbiner Dr. Hertz, der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Prof. Dr. A. Büchler (London), Oberrabbiner Dr. J. Levi (Paris), Dr. M. Liber (Paris), Prof. Dr. A. Freimann (Frankfurt), Dr. M. Buber (Heppenheim), Dr. J. L. Magnes (Jerusalem), Oberrabbiner Dr. H. Brody (Prag), Prof. Dr. S. Krauß (Wien), Dr. M. Diesendruck (Wien), Prof. Dr. M. Schorr (Warschau), Prof. Dr. M. Balaban (Warschau), Dr. M. Schlössinger (Haag) und Dr. L. Kohn (London), der Sekretär des Verwaltungsrates. Nach begrüßenden Ansprachen der Herren Kommerzienrat Kronenburger und Rabbiner Dr. Levi im Namen der Jüdischen Gemeinde Mainz gedachte der Vorsitzende der im vergangenen Jahre hingeschiedenen Mitglieder des Verwaltungsrates, Achad Haam und Prof. H. C. Chajes. Der Verwaltungsrat trat alsdann in eine längere Debatte über die Frage des Verhältnisses von Lehre und Forschung am Institut ein. Es wurde beschlossen, unter Beibehaltung des spezifischen Forschungscharakters des Instituts, der durch interne Arbeitsteilungen gesichert werden soll, in den wichtigeren Fächern, die bereits am Forschungsinstitut vertreten sind, die Abhaltung von Universitätskursen („undergraduate courses“) in einer besonderen, vom Forschungsinstitut getrennten Abteilung zu autorisieren. Zweck dieser Kurse ist, einem weiteren Kreise von Studenten die Möglichkeit zu geben, sich wissenschaftliche Kenntnisse in den am Forschungsinstitut gelehrten Fächern zu erwerben und Studierende zum Eintritt in das Forschungsinstitut vorzubereiten. Zwecks weiteren Ausbaus des Forschungsinstituts wurde beschlossen, Neuernennungen für die folgenden Fächer vorzunehmen: Geschichte der Juden Westeuropas im Mittelalter, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden in Europa, Halacha, Bibelexegese, Geschichte der Juden im griechisch-römischen Zeitalter, Jüdische Philosophie des Mittelalters. Hinsichtlich der angeregten Errichtung eines Lehrstuhls für die jiddische Sprache und Literatur drückte der Verwaltungsrat seine Auffassung dahin aus, daß die wissenschaftliche Erforschung aller Sprachen und Dialekte, die von Juden gesprochen und geschrieben werden, für ein umfassendes Studium des Judentums und des jüdischen Volkes wesentlich ist. Der Verwaltungsrat begrüßte daher den Vorschlag der Schaffung eines Katheders für Jiddisch, sprach sich aber für ein vjrsichtiges, die friedliche Entwicklung des Instituts nicht beeinträchtigendes Vorgehen bei der Verwirklichung dieses Planes aus. Die nächste Sitzung des Verwaltungsrates soll Ende August in Karlsbad stattfinden. Der Bau der Nationalbibliothek in Jerusalem Haag, 28. Dezember. (JTA.) Aus Anlaß der Europareise des Kanzlers der hebräischen Universität, Dr. Magnes, trat im Haag das Kuratorium der David-Wolffsohn-Stiftung zusammen. David Wolffsohn, der verstorbene Präsident der Zionistischen Weltorganisation, hat testamentarisch diese Stiftung, aus deren Mitteln der Bau der Nationalbibliothek finanziert wird, errichtet. Das Kuratorium, dem außer Dr. Magnes die L. KIELLEUTHNER Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpreislage: Mk. 180 - bis Mk. 250- Kein Anzug über Mk. 280.-