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Das jüdische Echo · 1927-11-18 · 46 (18.11.1927) · p. Seite 756

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
46 (18.11.1927)
Date
1927-11-18
Page
Seite 756 (sequence 8)
Language
German
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756 Das Jüdische Echo Nr. 46 Möller fuhr in seiner Vorlesung am 10. November in dem gleichen Geleise fort. Als er die Bemerkung „Genau wie die Sowjetjuden“ machte, wurde in den hinteren Reihen gescharrt. Da sagte Möller: „Es scheinen da hinten einige der Ansicht zu sein, daß ihr Scharren die Wahrheit bestreitet, daß das Judentum unter den Sowjets sehr stark vertreten ist.“ In seiner Vorlesung am 7. November schimpfte Möller auf die „jüdische Presse“, die angeblich die Springprozession in Echternach kritisiert hat, und sagte, sie sollte sich lieber in ihrer eigenen Religion umsehen, in der die „Unsitte des Schächtens“ gehalten wird. Er schloß: „Wenn man auf diese schändlichste Weise Tiere zu Tode martert, dürfte es ein Leichtes sein, Wucher und Erpressung zu treiben.“ Am 10. November begab sich eine Studenten- Abordnung zum Rektor der Universität und trug ihm den Fall vor. Auch der Ausschuß der Studentenschaft hat sich mit der Sache bereits beschäftigt. Möller ist vom Kultusminister zum Bericht aufgefordert worden. Das Disziplinarverfahren mit dem Zweck der Amtsenthebung ist eingeleitet worden. (Wir hielten es für nötig, das Tatsächliche dieses Falles, auf den wir noch einmal zurückkommen werden, hier nachzutragen, da die Münchner Presse kaum darüber berichtet hat. Die Red.) Die Frauenliga für Frieden und Freiheit ersucht die Regierung um Schutz der jüdischen Friedhöfe Berlin, 9. November. (JTA.) Auf der achten Tagung des deutschen Zweiges der Internationa¬ Akkorde von größter Zartheit zum mächtigen Choral anschwellen und wieder verklingen zu lassen, das ist der Ausdrucksfähigkeit des Harmoniums Vorbehalten. Schon rein äußerlich entspricht diesem Toncharakter die einfache, aber architektonisch vornehme Linienführung der HOFBERG HARMONIUMS Der gute Klang, den der Name Hofberg in der gesamten Muslkwelt besitzt, wie die Tatsache, daß bisher über25000lnstrumente geliefert wurden, bürgen außerdem für die hohe tonllche Vollendung der Hofberg-Harmoniums. Als alleinige Niederlage können wir viele besonders ausgewahlteModellezu zeitgemäßen Bedingungen liefern. Pianohaus Hirsch München / Lindwurmsira$e 1 (am Sendlingertorplatz) len Frauenliga für Frieden und Freiheit, die vom 29. bis 31. Oktober in Duisburg stattfand, wurde über die eifrige Arbeit dieser Organisation gegen den Antisemitismus berichtet. Die Tagung beschloß einstimmig, eine Eingabe an den Reichstag, das Justizministerium und das Reichsministerium des Innern z. Hd. des Herrn von Keudell gegen die Schädigungen jüdischer Friedhöfe zu richten. Wachstum der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 9. November. (JTA.) Die Kunstsammlung hat im Berichtsjahre ihren Bestand an Bildwerken und graphischen Arbeiten bedeutend vermehrt. Unter anderem wurde eine Sammlung von fast 2000 großen Photographien, Lichtdrucken, Radierungen, Zeichnungen usw. erworben, welche, mit dem bisherigen bereits großen Bestände vereinigt, die Kunstsammlung an die erste Stelle in der Reihe der jüdischen Museen aufrücken lassen. Bei dem neuen Zuwachs handelt es sich um Abbildungen von namhaften Persönlichkeiten des Judentums, von Synagogen, jüdischen Friedhöfen, Gemeindegebäuden und Instituten, historischen Ereignissen (Pogromen in Rußland usw.) und ganz besonders von Werken jüdischer Künstler. Einige hervorragende Stücke werden bereits in der vierten Ausstellung, die demnächst eröffnet wird, zu besichtigen sein. Dr. Karl Schwarz Kustos der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde Berlin, 9. November. (JTA.) Der bekannte Kunsthistoriker Dr. Karl Schwarz ist zum Kustos der Kunstsammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin ernannt worden. Dieser Posten wurde neu geschaffen, um die reichhaltige Kunstsammlung, die aus der Wolffschen Stiftung hervorgegangen ist, zu reorganisieren und zu erweitern. Pro-Palästina-Abend in Köln Das deutsche Komitee Pro-Palästina veranstaltet am 22. November in Köln eine Kundgebung unter dem Vorsitz seines Präsidenten Graf B ernst or ff und unter Teilnahme des Kölner Oberbürgermeisters Dr. A d e n a u e r, Vorsitzenden des Preußischen Staatsrates, der gleichfalls Mitglied des deutschen Pro-Palästina-Komitees ist. Mehrere prominente Mitglieder des Komitees werden Ansprachen halten, (Ziko.) Der Fall Oskar Slater London, 11. November. (JTA.) Der Staatssekretär für Schottland, Sir John Gilmour, gibt bekannt, daß das Unterhaus die Freilassung des wegen Mordes zum Tode verurteilten, später aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten ehemaligen deutschen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens, Oskar Slater, verfügt hat. Slater wird, sobald die nötigen Formalitäten erfüllt sind, auf freien Fuß gesetzt werden. Die Aufhebung des Urteils, nachdem Slater bereits 18 Jahre seiner Strafe im Zuchthaus zu Glasgow verbüßt hat, erfolgt auf Grund des vor einigen Tagen erfolgten Widerrufs der ursprünglichen Aussagen der Hauptbelastungszeugin. — Wie aus Edinburgh weiter telegraphiert wird, hat der Minister für Schottland heute die Entlassung Slaters aus dem Zuchthaus verfügt. Oskar Slater ist ein deutscher Staatsangehöriger jüdischer Abstammung, der im Jahre 1908 nach Amerika auswanderte, jedoch auf britisches Fortsetzung Seite 759

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