Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 46 (18.11.1927)
- Date
- 1927-11-18
- Page
- Seite 752 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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752 Nr. 46 Das Jüdische Echo Montag nach München, am Dienstag wird er in Nürnberg sein. Man hat sich allerorten gerüstet, ihn würdig zu empfangen und überall empfindet man es als eine besondere Auszeichnung, ihn sehen. zu können, ihn sprechen zu hören. Wir begrüßen Weizmann — unseren Führer! I. E. Das Londoner Balfour-Bankett London, 13. November. (JTA.) Unter dem Vorsitz von James de Rothschild fand am 10. November abends im Savoy-Hotel ein Bankett zu Ehren Lord Balfours und zur Erinnerung an die vor zehn Jahren veröffentlichte, an den Namen Balfours geknüpfte Deklaration über die Errichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina statt, dem etwa 580 prominente Persönlichkeiten des jüdischen öffentlichen Lebens in Groß-Britannien, die Mitglieder der Zionistischen Weltexekutive, gegenwärtige und frühere Minister, allen drei Parlamentsparteien angehörende Parlamentarier und hohe Beamte der britischen Regierung beiwohnten. Begrüßungen trafen ein von fast allen großen jüdischen Gemeinden und Organisationen aus allen Teilen der Welt, darunter eine Kundgebung der hebräischen Universität zu Jerusalem, die „als die erste Frucht der Balfour- Deklaration ihrem Präsidenten und Inaugurator ihren Segen übermittelt“. Marquis v. R e a d i n g , der frühere Vizekönig von Indien, brachte im Namen der Mandatsmacht den Toast auf Lord Balfour aus und sagte, der Name Balfour ist für ewige Zeiten mit der historischen Deklaration vom November 1917 verknüpft. Er spreche, sagte er, im Namen der Mandatsmacht, das heißt — in eine einfache Sprache übertragen — im Namen der Regierung Seiner Majestät. Marquis v. Reading sprach dann in Worten höchster Anerkennung viel über die Leistungen Sir Herbert Samuels, des ersten Oberkommissars für Palästina und seines Nachfolgers Lord Plumer. Er schloß: Möge es mir in Anwesenheit Lord Balfours gestattet sein zu sagen, daß er — wenn er auch in seiner politischen Laufbahn mit viel hitzigen Parteikonflikten in Verbindung gebracht worden war — heute die Achtung, die Hochschätzung und die Liebe aller Kreise und Klassen genießt. Herr W. G. Ormsby-Gore, Unterstaatssekretär für die Kolonien, erwiderte auf den Toast des Vertreters der Mandatsmacht und sagte, die Politik der Balfour-Deklaration ist nicht allein die Politik der gegenwärtigen Regierung, sondern die aller britischen Regierungen der letzten zehn Jahre; so wird es auch weiter sein. Die Mandats-Politik, noch vor wenigen Jahren ein Kampfobjekt in Palästina selbst, im britischen Parlament und in der öffentlichen Meinung, wird heute von allen Parteien gutgeheißen und ist Gemeingut aller geworden. Die Verwaltung Palästinas ist insoferne die schönste Leistung im gesamten Reich, als die Politik nicht von Whitehall (Palais des Reichsministeriums) aus diktiert worden war. Die britische Regierung überläßt die Verwaltung vertrauensvoll dem Manne, den sie auf diesen Platz gestellt hat. In allem, was wir bis jetzt in Palästina getan haben, sind wir der Initiative und dem Gerechtigkeitssinn der Oberkommissare, Sir Herbert Samuel und Lord Plumer, gefolgt. Ich persönlich, sagte Ormsby-Gore. bin glücklich, daß ich, wo immer ich mit der zionistischen Bewegung in Berührung trete, ihre Hoffnungen teile und für ihre Schwierigkeiten volles Verständnis aufbringe. Hauptaufgabe der Palästina-Verwaltung ist es, im Lande Frieden, Gesetzmäßigkeit und Ordnung zu schaffen. Das ist bis jetzt gelungen. Bis 1925 hat das Land stetig Fortschritte gemacht, sein Wohlstand wuchs. Wenn jetzt gewisse Schwierigkeiten zu überwinden sind, so ist kein Grund zu verzagen. Die Öffentlichkeit der Welt ist sich darüber klar, daß die Verwirklichung des zionistischen Ideals nicht allein die Schaffung einer Heimat für die Juden bedeutet, sondern auch einen hohen geistigen Wert für die Menschheit. Was hat mich, den. Nichtjuden, so begeistert, daß ich die Bewegung mit allen meinen Kräften unterstütze? Doch nur der Gedanke, daß aus diesem wundervollen Lande Palästina eine große und historisch fortwirkende Kraft ausgegangen sei. Der ideale Zug in der menschlichen Natur und Inspiration ging von dem jüdischen Glauben auf die ganze Menschheit über. Der Zionismus könne wieder solche Wunder hervorbringen. Wenn er dies nicht in der ersten, zweiten oder dritten Generation kann, so wird der Boden Palästinas doch später einmal der Menschheit Heil bringen. Pflicht der Mandatsmacht ist es, den Zionisten zu helfen, die Kinder in einer hebräischen Atmosphäre zu erziehen, sie in das ländliche Leben fest einzuwurzeln, dem einmal die Poesie und die Wunder der Bibel entsprossen sind. Dies ist nur möglich, wenn sie ohne Furcht, in Freiheit und Sicherheit, Freiheit des Herzens und der Seele, auf ihrem Boden leben können. Ormsby-Gore sprach im Namen seines Chefs, des Kolonienministers Amery, das Bedauern aus, daß er, Amery, dieser erhebenden Feierlichkeit wegen Behinderung fernbleiben müsse. Die Rede Weizmanns Dr. Chaim Weizmann, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, trank auf die Gesundheit Lord Balfours und sagte, er wolle gegen den Brauch handeln und den verehrten Gast nicht preisen. „Wie fange ich es an,“ fuhr er fort, „um einen der Größten der großen Rasse zu loben? Was kann ich noch hinzufügen? Nur das: es ist der größte Vorzug in meinem Leben, mit dem großen Kapitel der Balfour-Deklaration verknüpft Renault Audi die führenden Weltmarken Mototechnische Ges., K.-G. München / Odeonsplatz 12 Telephon 26397 und 20654