Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 45 (11.11.1927)
- Date
- 1927-11-11
- Page
- Seite 743 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45 Das Jüdische Echo 743 Aus der jüdischen Welt (Fortsetzung von S. 740) Die Konferenz des United Palestine Appeal Die Konferenz des United Palestine Appeal, die in Cleveland am 31. Oktober eröffnet wurde, hat für das kommende Jahr eine Quote von 7,5 Millionen Dollar für Zwecke des Palästinaaufbaues festgesetzt. Die Delegierten selbst brachten unter sich eine Summe von 300 000 Dollar auf, die der Exekutive in Jerusalem noch vor Januar 1928 überwiesen werden soll. Zum Ehrenpräsidenten des United Palestine Appeal wurde Dr. Stephen Wise und zum National Chairman Judge Lewis wiedergewählt. Die Konferenz, an der über 1000 Delegierte teilnahmen, verlief laut der JTA recht bewegt. Dr. Wise gab nähere Erklärungen über die Gründe ab, die ihn veranlaßt haben, vor Schluß des Zionistenkongresses Basel zu verlassen. Miß Szold richtete einen flammenden Appell an die amerikanischen Zionisten, sich geschlossen hinter die neue Exekutive zu stellen. Lipsky unterstützte den Appell von Miß Szold um größere geldliche Zuwendungen für den United Palestine Appeal. (Ziko.) Die Joint-Konferenz New-York, 28. Oktober. (JTA.) Das American Joint Distribution Committee und die Mitglieder des Komitees des vom Joint durchgeführten United Jewish Campaign haben in diesen Tagen in Chicago ihre Konferenz für jüdische Aufbauhilfe abgehalten. Den Vorsitz führten der Präsident des Joint Distribution Committee, Herr Felix M. Warburg, und der Präsident des United Jewish Campaign, Herr David A. Brown. Den Führern der Campagne wurde Dank und Vertrauen ausgesprochen und ihnen die Versicherung gegeben, daß ihnen in der Erreichung des Zieles der Campagne, der Aufbringung von 25 Millionen Dollar für jüdische Aufbauzwecke in der alten Welt, alle Unterstützung zuteil werden wird. Die Konferenz forderte in einer Resolution die Spender dringend auf, die Summen, zu deren Leistung sie sich verpflichtet haben, sofort einzuzahlen. Der Leiter des Ägro-Joint in Rußland, Dr. Joseph A. Rosen, skizzierte in seinem Bericht an die Konferenz das Arbeitsprogramm für das Jahr 1928. Die Delegierten gaben ihrer ganz besonderen Zufriedenheit über die Fortschritte des jüdischen Kolonisationswerkes in Rußland dadurch Ausdruck, daß sie 400 000 Dollar in bar gespendet haben. Die Konferenz beschäftigte sich auch mit der Frage der jüdischen Kolonisation in Polen. Der Präsident der Agudah in Palästina Wien, 3. November. (JTA.) Herr Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Vorsitzender des Zentralbüros der Agudas Jisroel, trifft diese Woche in Palästina zu mehrwöchigem Aufenthalt ein. Die Reise wurde in Ausführung der Beschlüsse der Krakauer Plenarsitzung des geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel unternommen. Man erwartet in den nächsten Wochen auch die Ankunft von Herrn J. M. Lewin (Warschau), den bekannten polnischen Agudahführer und Schwiegersohn des „Gerer Rebbe“ in Palästina. MBöela. n::!;:!":": MlnohnerAusstattungshausfürWohnbedarf Ro8en8tr.3 Prci lugingHchc Ausstellung „Paj__b»haqHehe_JHelina^ Gemeindenu. Vereins-! cho Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München Die Lehrkurse der Kultusgemeinde nehmen nunmehr wieder ihren Beginn und veröffentlichen nachfolgendes Programm für November und Dezember: A) Vorträge I. Dr. Ernst Simon (Frankfurt a. M.): „Die Weltreligionen und das Judentum.“ Am 27. November und 11. Dezember, 20 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Rückgebäude. Num. Sitzplatz RM. 1.50, Stehplatz RM. —.80 für beide Abende zusammen. II. Dr. Raphael Levi: „Jesaia.“ I. und II. Abend. Am 30. November und 14. Dezember, 20.15 Uhr, imLessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Rückgebäude. Num. Sitzplatz RM. 1.—, Stehplatz RM. —.50 für die ganze Vortragsreihe. III. Pfarrer A. Kaufmann (Weinheim in Baden): „Nationen und Religionen im heutigen Palästina und ihre Beziehungen zueinander.“ Am 1. Dezember, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Rückgebäude. Numer. Sitzplatz RM. 1.—, Stehplatz RM. —.50. B) Arbeitsgemeinschaft Dr. Willy Meyer (Nürnberg): „Die Geschichte des antiken Denkens in seinen Beziehungen zum Judentum.“ I. und II. Abend. Am 23. November und am 7. Dezember, 20.15 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1/0, Rückgebäude. Eintritt frei. Teilnahme nur nach Vereinbarung beim Leiter im Vortragssaal. C).Filmvorführung Am Sonntag, 4. Dezember 1927, um 10.30 Uhr vormittags, im Filmpalast, Blumenstraße 29: „Ein Freitag-Abend.“ Jüdischer Wohlfahrtsfilm. Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Baerwald. Musikalische Leitung: Dr. J. Waldner. Eintrittskarten zu RM. 1.50 und RM. 1.—. Jugendliche: RM. —.50. Krimkolonisation In einer Versammlung des „H i 1 f s v e r e i n s deutscher Juden“ sprach Herr Wischnitzer über seine Reise durch die neuen jüdischen Kolonien in der Krim. Es ist bedauerlich, daß der Vortrag nur schlecht besucht war; denn obwohl unzweifelhaft die Verhältnisse ins günstigste Licht gerückt wurden, erwies sich die bisher märchenhafte Vorstellung von einem Unternehmen, das ernstlich mit dem Aufbau Palästinas vergleichbar wäre, als unhaltbar angesichts der nackten Tatsachen und Eindrücke, die man aus den Lichtbildern und Schilderungen gewann. Die Umstellung der russischen Volkswirtschaft durch die Sowjet-Regierung: Verstaatlichung der Industrie, Monopol im Lebensmittelhandel und ähnliches entzog großen Teilen der schon durch den Weltkrieg und Revolution sehr geschwächten jüdischen Bevölkerung die ökonomische Grundlage. Vor allem kleine Kaufleute, Hausierer und