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Das jüdische Echo · 1927-10-21 · 42 (21.10.1927) · p. Seite 695

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
42 (21.10.1927)
Date
1927-10-21
Page
Seite 695 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 695 Zionistische Ortsgruppe München Mittwoch, 26. Okt. 1927, abends 8 Uhr, spricht Herr Rabbiner Dr. Max Elk, Stettin im Mathildensaal, Mathildenstr. 4 über Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittspreis WcIIldlllllfifCIlliriLibCrciliSIIlllS von 1 RM., für Jugendliche 50 Pfennig erhoben. Das Genier Büro für Rechtsschutz der jüdischen Minderheiten eröffnet Genf, 14. Oktober. (JTA.) Der von der Züricher Konferenz zum Schutze der jüdischen Rechte begründete Council for the Rights of Jewish Minorities hat soeben sein Büro in Genf, dem Sitze des Völkerbundes, eröffnet. Das Büro wird Informationen sammeln und die Probleme der Minderheiten in den verschiedenen Ländern studieren. Wenn es sich als notwendig erweisen soll, wird das Büro beim Völkerbund und bei anderen in Betracht kommenden Stellen Vorstellungen erheben, um die Anwendung der Vertragsbestimmungen bezüglich der Minderheiten zu sichern und damit eine bessere Verständigung zwischen den Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung zu erreichen. Der Council for the Rights of Jewish Minorities führt die Arbeiten des zur Zeit der Friedenskonferenz 1919 in Paris gebildeten Comite des Delegations Juives fort. Legalisierung der Zionistischen Organisation in Ungarn Aus Budapest wird berichtet, daß es dem dortigen Präsidenten des Zionistischen Landeskomitees, Dr. Nisson Kahan, nach vieljährigen fruchtlosen Bemühungen endlich gelungen ist, die Legalisierung der Zionistischen Organisation bei der ungarischen Regierung durchzusetzen. Am Rüsttage von Roschhaschanah (26. September) wurde Dr. Kahan ins Ministerium des Innern geladen, wo ihm vom Chef des politischen Departements offiziell mitgeteilt wurde, daß der Innenminister die Statuten der ungarischen zionistischen Landesorganisation bestätigt hat und Wert darauf legt, daß dies den Zionisten zum Neujahrsfest mitgeteilt werde. Damit haben die von den Zionisten durch viele Jahre angestrengten Bemühungen endlich zu einem Erfolge geführt. (Ziko) Der Mavromatis-Fall vor dem Weltgerichtshof erledigt Der Gerichtshof nimmt den englischen Standpunkt ein und erklärt sich für unzuständig Haag, 12. Oktober. (JTA.) Der ständige Internationale Gerichtshof in Haag hat soeben sein Urteil in dem Streitfall zwischen der griechischen und der englischen Regierung in Sachen des Griechen Mavromatis veröffentlicht. Die griechische Regierung hat bekanntlich von der englischen Regierung als der Mandatarmacht Palästinas für ihren Staatsangehörigen Mavromatis eine Schadenersatzleistung in Höhe von 217 000 Pfund Sterling gefordert und begründete diese Forderung damit, daß die Palästina-Regierung den griechischen Staatsangehörigen Mavromatis an der Ausübung wichtiger, ihm noch von der seinerzeitigen ottomanischen Regierung verliehenen Konzessionen betreffend die Versorgung der Hauptstadt Jerusalem mit elektrischem Licht und Straßenbahnen verhindert habe. Gegenüber dieser Forderung hat die englische Regierung die Einrede der Unzuständigkeit des Internationalen Gerichtshofes erhoben. In der heutigen Entscheidung erklärte sich der Gerichtshof im Sinne des englischen Antrags für unzuständig. Die Entscheidung wurde mit sieben gegen vier Stimmen gefällt; unter den der Minderheit angehörenden Richtern befindet sich unter anderem auch der griechische internationale Richter Caloyanni. Unterredung Dr. Weizmanns mit Lord Plumer Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann, der während der Sukkoth-Feiertage in Jerusalem weilte, hatte eine längere Unterredung mit dem High Commissioner Lord Plumer. Wie an eine Reihe von jüdischen Zeitungen in Galuth von ihren palästinischen Korrespondenten berichtet wird, sei es Dr. Weizmann gelungen, Lord Plumer zu bewegen, eine Änderung des geplanten Handelsvertrages mit Syrien, der infolge seiner Zollbestimmungen den Export zahlreicher palästinischer Industrieprodukte, vor allem von Textilien, nach Syrien zu unterbinden drohte, vorzunehmen. Die weiteren Besprechungen Dr. Weizmahns mit Lord Plumer sollen die Erhöhung der Zahl der Juden in der palästinischen Polizei und die Aufhebung gewisser Einwanderungsbeschränkungen betroffen haben. (Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt bis Redaktionsschluß bei uns noch nicht vor, weshalb sie mit ziemlicher Vorsicht aufzunehmen ist.) (Ziko) Königreich Transjordanien? Berlin, 17. Oktober. (JTA.) WTB. meldet aus Jerusalem, 15. Oktober: Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, wird Emir Abdullah im Anschluß an die bevorstehende Unterzeichnung des Vertragsentwurfs zwischen Großbritannien und dem Transjordanland, der die Unabhängigkeit des Transjordanlandes anerkennt, den Titel eines Königs des Transjordanlandes annehmen, Personalia In Augsburg verstarb Justizrat Ludwig Bauer, Ehrenvorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde. Justizrat Bauer1 bekleidete 40 Jahre lang das Amt des ersten Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde. Der schon in jungen Jahren auf diesen verantwortungsvollen Posten Berufene erwarb sich große Verdienste um die Gemeinde. Justizrat Bauer, eine vornehme, edle Natur, genoß auch in nichtjüdischen Kreisen das höchste Ansehen. Der zionistischen Bewegung stand er allerdings von Anfang an feindselig gegenüber. Er, der noch ganz in den überholten Anschauungen des jüdischen Liberalismus wurzelte, konnte kein rechtes Verständnis mehr für die Größe der zionistischen Idee, der Verkörperung eines neuen Zeitgeistes im Judentum, aufbringen. Aber auch seine politischen Gegner können dem Menschen Bauer ihre Hochachtung nicht versagen.

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