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Das jüdische Echo · 1927-10-21 · 42 (21.10.1927) · p. Seite 694

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
42 (21.10.1927)
Date
1927-10-21
Page
Seite 694 (sequence 10)
Language
German
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694 Das Jüdische Echo Nr. 42 In stillen Stunden -fern dem Hasten des Alltags zaubern geübteHändc aus schwingenden Tasten das Reich der Töne. Genußreiches Spiel auf tonschönen, in allen Lagen ausgeglichenen Instrumenten wollen wir den Musikfreunden vermitteln. Deshalb entsprechen auch unsere Zahlungsbedingungen für Flügel/Pianos Harmoniums führender Marken den heutigen Wirtschaftsverhältnissen. Wir bedienen Sie mit der Aufmerksamkeit, die dem Instrument, an dem Sie dauernd Freude haben sollen, zukommt. Pianohaus Hirsch Mündien,Lind wurmstr. 1 (am S e n d 1 i n g e r t o r p 1 a tz) der Berliner orthodoxen jüdischen Gemeinde, Dr. Esra Munk, der erklärte, daß die rituelle Schlachtung eine religiöse Handlung des Judentums sei und daß die Juden das Fleisch nur solcher Tiere essen dürfen, bei denen kein wesentliches Organ verletzt sei. Fahnenweihe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten Berlin, 13. Oktober. (JTA.) Die Ortsgruppe Berlin des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten weihte am Sonntag abend im überfüllten Saale des Logenhauses, Kleiststraße, ihre Fahne ein. Zu der Feier hatten sich mit ihren Bannern militärische und studentische Vereinigungen eingefunden, die von dem Vorsitzenden, Dr. London, begrüßt wurden. Die Festrede hielt das Vorstandsmitglied des Bundes, Prediger Dr. Rosenthal, der mit der Mahnung schloß, daß die Fahne, der er die Weihe gab, dem ethischen Kampfe für die Gleichberechtigung des deutschen Judentums vorangetragen werden möge. Senatspräsident Dr. Großmann überbrachte die Grüße des Reichsbanner-Gauvorstandes Berlin-Brandenburg und überreichte eine Schleife in den Reichsfarben. Ihm schlossen sich die Vertreter der erschienenen Verbände, Hauptmann d. R. a. D. Dr. Löwenstein für den Bundesvorstand und die Abgeordneten der R. H. F. Unterorganisationen mit guten Wünschen und Fahnennägeln an. Die stimmungsvolle Feier wurde von musikalischen Darbietungen durch Oberkantor Davidsohn und dem Doppelquartett der Jüdischen Reformgemeinde umrahmt. Erich Mendelsohn baut eine Synagoge in Königsberg Berlin, 14. Oktober. (JTA.) Aus Königsberg wird berichtet, daß die dortige Synagogengemeinde den bekannten Berliner Architekten Erich Mendelsohn, der in Palästina die Ruthenbergstation und einige andere moderne Gebäude erbaut hat, mit der Gestaltung einer umfangreichen Friedhofanlage beauftragt hat. In seinem Stil führt Mendelsohn eine kleine Synagoge auf, ein modernes religiöses Gebäude. Grabschändung in Eydkuhnen Berlin, 17. Oktober. (JTA.) Die „Eydtkuhner Grenzzeitung“ vom 3. Oktober bringt einen Bericht über die Feier, die der „Stahlhelm“ und ähnliche Vereine am 1. Oktober, abends, abgehalten haben. Unmittelbar unter diesem Bericht steht folgende Notiz: In der Nacht von Sonnabend zum Sonntag ist ein Grab auf dem jüdischen Friedhof in unernörter Weise geschändet worden. Der Grabstein ist mittels mehrerer Feldsteine beschädigt und das Grab in nicht wiederzugebender Weise beschmutzt worden. Dazu bemerkt die „Welt am Montag“: „Immer wieder demonstrieren gewisse Antisemiten ihre „teutsche Kultur“ durch Unflätereien auf jüdischen Friedhöfen. Gegenüber solchen Zierden des „teutschen“ Volkes erscheint ein gewöhnlicher Einbrecher noch als Gentleman. Die Schänder des Friedhofes in Gerolzhofen ermittelt Berlin, 13. Oktober. (JTA.) Der jüdische Friedhof in Gerolzhofen (Bayern), der etwa zehn Minuten von der Stadt entfernt liegt, ist in der Nacht vom 4. zum 5. September durch Umwerfen von Grabkreuzen sowie Beschmieren des Leichenhauses mit Hakenkreuzen besudelt worden. In derselben Nacht wurden Zettel „Kauf! den Stürmer“ (das berüchtigte Nürnberger Organ des Nationalsozialisten Streicher) an die jüdischen Häuser geklebt. Für die Ermittlung der Täter hat die jüdische Gemeinde eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Den Bemühungen der Gendarmerie ist es gelungen, die Täter zu ermitteln: Es sind ein wegen Diebstahls bereits vorbestrafter 17 Jahre alter Friseurgehilfe, der von seinem Arbeitgeber sofort entlassen wurde, und ein im gleichen Geschäft tätiger Lehrling von 15 Jahren, der von dem Gehilfen zu der Schandtat verleitet wurde. Die „jüdischen“ Symbole der Freimaurer Berlin, 16. Oktober. (JTA.) General Ludendorff veröffentlicht jetzt die in seiner Broschüre „Vernichtung der Freimaurerei...“ angekündigten neuen Beweise für den jüdischen Ursprung des Freimaurertums. Der Freimaurerschurz ist für ihn nicht etwa das Schurzfell des mittelalterlichen Handwerkmeisters, sondern die Befolgung einer Vorschrift des Pentateuch, die dem Juden verbietet, mit entblößter Scham vor dem Altar Gottes zu erscheinen. Ferner: Die Weihe des Freimaurers, bei dem der Meister dem Novizen den Zirkel auf die nackte Brust setzt und mit dem Hammer einen Schlag darauf vollführt. Dabei fließt Blut... genau wie bei der Beschneidung der Juden. „Vorwärts“ bemerkt dazu, der Name Ludendorffs sei nun wieder berufen, eine große Rolle zu spielen: wenn nicht in den Büchern der Geschichte, so doch in den Lehrbüchern der Gehirnpathologie.

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