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Das jüdische Echo · 1927-10-21 · 42 (21.10.1927) · p. Seite 693

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
42 (21.10.1927)
Date
1927-10-21
Page
Seite 693 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 693 General Motors Automobile LORIN/ER & CO Nymphenburger Straße128 / Telephon 61836 Chevrolet Oakland La Salle Unter den übrigen Zeugen der Verteidigung ist eine Reihe linksstehender Politiker, Schriftsteller und anderer namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.. Als Zeugen der Angeklagten sind meistens Persönlichkeiten der ukrainischen und russischen Pariser Kolonie sowie Frau Schwarzbart geladen. Der Präsident bespricht sodann die. Personalien des Angeklagten, entwirft von diesem ein außerordentlich sympathisches Bild und stellt fest, daß alle Auskünfte über ihn durchaus günstig lauten. Er schildert sodann die von dem Angeklagten begangene Tat. Es kommt der Anklage zunächst darauf an festzustellen, ob Schwarzbart auf eigene Faust gehandelt hat oder ob er im Auftrag und unter Mitwisserschaft anderer Persönlichkeiten die Tat vollendete. Die Anklagebehörde hat keinerlei Beweis gegen die Behauptung Schwarzbarts, daß er die Tat ohne Mitwisser und auf eigene Verantwortung und Initiative unternommen habe. Die Anklage hebt immerhin einige Punkte hervor, die einen Zweifel an Schwarzbarts Aussage rechtfertigen können. Ein Rohrpostbrief, der Frau Schwarzbart über die Tat verständigt, ist auf dem Postamt zwanzig Minuten, nachdem die Schüsse gefallen waren, abgestempelt worden. Es ist also möglich, daß er nach der Tat von einer zweiten Person aufgegeben worden ist. Schwarzbart gibt aber an, diesen Rohrpostbrief noch vor der Tat aufgegeben zu haben. Es wird auch behauptet, daß er am Tage vor dem Attentat mit Landsleuten, die für Mitwisser gehalten werden, gesehen worden sei. Schwarzbart schildert die Ereignisse, die den Anstoß zu seiner Handlung gegeben haben. Der Zivilvertreter der Witwe Petljuras ein getaufter Jude Warschau, 14. Oktober. (JTA.) Der Warschauer Advokat Zieslav Poznanski, ein getaufter Jude, hat sich nach Paris begeben, um im Prozeß gegen Schwarzbart als Zivilvertreter der Witwe des ermordeten Petljura zu fungieren. Die Tatsache, daß ein Abkömmling von Juden die Aufgabe übernommen hat, das Anklagematerial .gegen Schwarzbart zusammengetragen und zu vertreten, hat unter den Warschauer Juden einen peinlichen Eindruck gemacht. Zieslav Poznanski ist ein Sohn des verstorbenen berühmten Advokaten und Rechtsgelehrten Maximilian Poznanski, der im öffentlichen und religiösen jüdischen Leben in Polen eine führende Rolle spielte und sich stets der verfolgten Judenheit annahm. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRÄNZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe. Endeln, Kanten, KostClmetickerelen Burgstraße16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Aus der jüdischen Welt 160 neue jüdische Schulklassen in Berlin notwendig Berlin, 14. Oktober. (JTA.) Die Berliner Stadtverordnetenversammlung befaßte sich gestern mit dem Keudellschen Schulgesetzentwurf. Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten brachten Anträge gegen den Entwurf ein. Die Demokraten betonten in ihrem Antrag, daß der Entwurf gegen die Reichsverfassung verstoße und eine schwere Gefahr für die Einigkeit und Geschlossenheit sei. Stadtverordneter Dr. Kawerau, der radikale Schulreformer, führte im Namen der sozialdemokratischen Fraktion aus: Durch Herausnahme der andersgläubigen Kinder aus evangelischen und katholischen Schulen wird die Errichtung einer Unzahl neuer Schulen nötig, ln Groß-Berlin werden etwa 160 jüdische und 68 katholische Klassen neu eingerichtet werden müssen. — Die Debatte wurde vertagt. Feuer am Kolnidreabend in der Magdeburger Synagoge Magdeburg, 13. Oktober. (JTA.) Wie das Magdeburger „Jüdische Wochenblatt“ meldet, brach während des Kolnidre-Gottesdienstes in der Wohnung des Küsters, die sich in der Synagoge befindet, Feuer aus. Es war durch das Umfallen einer Jomkippurkerze entstanden. Der alarmierten Feuerwehr gelang es, den Brand bald zu löschen und so eine Panik unter den Besuchern der Synagoge zu verhüten. Das Studentenrecht vom Staatsrat angenommen Berlin, 14. Oktober. (JTA.) Der Preußische Staatsrat hat in seiner gestrigen Sitzung das vom Kultusminister unterbreitete preußische Studentenrecht angenommen. Laut dieser Verordnung ist es den Studentenschaften der preußischen Universitäten verboten, eine Koalition mit den auf arischer Grundlage stehenden deutschen Studentenschaften In Österreich und der Tschechoslowakei einzugehen. Die Schächtfrage vor dem landwirtschaftlichen Ausschuß Berlin, 16. Oktober. (JTA.) Wie schon mitgeteilt, hat der Landwirtschaftsausschuß des Preußischen Landtags den völkischen Antrag auf Verbot des betäubungslosen Schächtens abgelehnt und eine Resolution angenommen, daß nur nach dem Bedarf der jüdischen Bevölkerung geschächtet werden soll. Vor der Beschlußfassung wurden Sachverständige gehört. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins sowie einige Tierärzte sprachen sich zum größten Teil gegen das Schächten aus, weil die Tiere noch nach dem Schächten Zeichen von Bewußtsein von sich geben. Diese Behauptung wurde vom Direktor der tierärztlichen Hochschule in Berlin, Professor Dr. Bongert, widerlegt. Dieser meinte, daß die einzige etwa mögliche Tierquälerei nur in dem Niederwerfen des Tieres vor dem Schächten bestehen könne, und er gab Mittel an, dieses Niederwerfen zu vermeiden. Großen Eindruck machten die Ausführungen des Rabbiners

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