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Das jüdische Echo · 1927-10-14 · 41 (14.10.1927) · p. Seite 678

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
41 (14.10.1927)
Date
1927-10-14
Page
Seite 678 (sequence 10)
Language
German
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678 Das Jüdische Echo Nr. 41 Tiberiasquellen beträgt 143 Grad Farenheit. Das Wasser ist Schwefel-, magnesium-chlorid- und eisenhaltig und gleicht in vielfacher Hinsicht den Karlsbader Thermen. Es besitzt auch radioaktive Eigenschaften. Bei chronischem Rheumatismus und verschiedenen Hautkrankheiten wurden überraschende Heilungen erzielt. Die Heilkraft der Quellen war schon in der römischen Epoche bekannt. Man nannte sie damals Ammaus und Plinius lobte ihre wunderbare Wirkung. Auf den die Thermen umgebenden Höhen wurden von den Römern Villen und Tempel errichtet; die Siedlung wurde durch die Akropolis des Herodes gekrönt. Die neue Palästina-Währung Jerusalem, 9. Oktober. (JTA.) „Official Gazette“ teilt amtlich mit, daß die neue Währung des Landes Palästina, die die bisher geltende ägyptische Währung ersetzen soll, am 1. November 1927 in Umlauf gesetzt werden wird. In derselben Nummer der „Official Gazette“ werden die Bestimmungen der Ablösung der ägyptischen und der alten ottomanischen Währung veröffentlicht. Es wird ferner mitgeteilt, daß eine beträchtliche Menge von Münzen und Noten der neuen Währung bereits im palästinischen Schatzmeisteramt vorhanden ist. Die erste Ladung in Höhe von £ 430 000 war in der ersten Juliwoche, die zweite Ladung in Höhe von £ 400 000 in der ersten Augustwoche aus London eingetroffen. Die neue palästinische Währung basiert auf dem englischen Pfund Sterling, ihr Umlauf wird von einem im September 1926 vom englischen Kolonienministerium eingesetzten palästinischen Währungsrat, der seinen Sitz in London hat, kontrolliert. Noten und Münzen tragen Inschriften in den drei offiziellen Landessprachen Palästinas; in englisch, arabisch und hebräisch. Bisher bestand keine eigene Palästinawährung; gesetzliche Zahlungsmittel waren Noten der Nationalbank von Ägypten, ägyptische Silber- und Nickelmünzen, sowie der englische Goldsovereign. Eine politische arabische Verschwörung in Jerusalem Wie die Zeitungen berichten, wurde in Jerusalem eine politische arabische Verschwörung aurgedeckt. Fünf Araber, darunter ein Beamter des moslomitischen Oberrates, wurde wegen geplanter Ermordung des Jerusalemer Bürgermeisters Nashashibi und anderer politischer Persönlichkeiten gemäßigter Richtung verhaftet. Der Bericht des arabischen „Falostin“ lautet; „Hassan Sadki al Dagani bemerkte schon v'or ungefähr 14 Tagen, daß sich einige Leute gegen sein Leben verschworen hätten. Er benachrichtigte die Polizei, die am 27. September, der Nacht, die für die Durchführung des Verschwörungsplanes vorgesehen war, eine Reihe von Verhaftungen vornahm und bei den Verschwörern die für die Ausführung der Tat bereitgehaltenen Waffen konfiszierte. Die Untersuchung ergab, daß die Verschwörer die Ermordung des Jerusalemer Bürgermeister Nashashibi und des Leiters des ,Falestin‘ Issa el Issa planten. Es wurden verhaftet; der Beamte des Obersten moslomitischen Rates Achmed al Uri, Malach Slama, Hussein Slama, Schäker Achmed und Ira Achmed.” (Ziko) Überfall auf Juden am Damaskustor Jerusalem, 24. September. (JTA.) Ein Trupp von 12 Arabern, mit Stöcken und Messern bewaffnet, griff heute in der Nähe des Damaskustores eine Gruppe von Juden an. Ein Jude wurde durch Messerstiche im Rücken verwundet, es geiang mm aber, seinem Angreifer festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Die Untersuchung ist im Gange. llll llll III1 lllllll llll 1 I Feuilleton || |||| Hüi llfllllllillilllil lllllll Eine Laubhütte in Neuyork Ein Lebensbild von Schalom Asch Mitten zwischen den aneinander- und auseinanderdrängenden Zinshäusern in einer Gasse auf der Eastseite gab es ein kleines, viereckiges Stückchen freien Platzes; keiner weiß, wie das zuging, daß ein Stückchen Platz leer und unbenützt in Neuyork stehen kann... Es hieß, der Platz gehöre minderjährigen Waisen und könne nicht verkauft werden; andere sagten, er sei ein Erbstück eines von den Groß-Millionären der 5. Avenue, welcher ihn unberührt lasse. Doch wie immer es sei — wer vorüberging und das Stückchen Platz auf einer der belebtesten Judengassen leer gähnen sah, dessen Herz zog sich vor Kränkung zusammen, und er schmiedete Pläne, wie er zu dem Stückchen Platz kommen könnte. Aber das „zu kommen“ war nicht möglich. Wie immer es sei, niemand wußte warum, aber der Platz wurde nicht verbaut. Er stand eben leer. „Leerstellen“ ist leicht gesagt, aber so mir nichts dir nichts „leer gestanden“ ist der Platz nicht. Der Alteisenhändler von gegenüber hat vorläufig einen Teil seines „Warenlagers“ dort aufgestapelt. Bis man kommt und ihn es abzuführen heißt, wird er es schon abführen. Der irische Bäcker, welcher auch in der Nachbarschaft des Platzes wohnt, hat dort einen Taubenschlag aufgestellt, in dem er seine Tauben hält. Die Kinder des ganzen Viertels spielen auf dem Platz Ball. Und da der Ball nicht viel Bewegungsfreiheit hat, schlägt er jedesmal gegen das Fenster eines anderen Juden in der Nachbarschaft, schlägt eine Scheibe aus, wirft Eßtöpfe herab, welche auf den Fensterbrettern stehen, und die Nachbarn ringsum verwünschen das leere Stückchen Platz und wünschen ihm einen raschen Tod dadurch, daß einer kommt und es verbaut, damit es schon nicht mehr die Tauben des irischen Goj und die gefährlichen Bälle der jüdischen Straßenbengel beherberge. Vor ein paar Jahren hat ein kleines Männlein aus Odessa von irgendwem eine Pachtlizenz auf den Platz herausgekriegt und dort einen „Gelrorenes-Salon“ errichtet. Eine kleine Bude, grün gestrichen, mit ein paar Blumentöpfen geziert, wie es für einen Gefrorenes-Salon paßt. Ein Schild wurde angebracht mit der Aufschrift; „Sommerparadies“. Blumentöpfe vor einem Gefrorenes-Salon waren eine Neuigkeit in der Judengasse, und die Holzbude mit der Aufschrift „Sommerparadies“ wurde berühmt in der ganzen Umgebung. Aus dem ganzen Viertel kamen „Boys“ und „Girls“ ins „Sommerparadies“ frische Luft schöpfen und Eis essen, so daß das „Sommerparadies“ bald in diesem Viertel dem „Coney-Island“ (ein Park in Neuyork) erfolgreiche Konkurrenz bot. Oft sagte ein Jude seiner Frau; Wozu sollen wir uns erst mit dem Omnibus nach Coney-Island schleppen, wir gehen ins „Sommerparadies“. Und obwohl von den Blumentöpfen längst nicht mehr die Er-

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