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Das jüdische Echo · 1927-10-14 · 41 (14.10.1927) · p. Seite 677

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
41 (14.10.1927)
Date
1927-10-14
Page
Seite 677 (sequence 9)
Language
German
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k r. 41 Das Jüdische Echo 677 gen gegen die jüdischen Hörer. Nationalistische Studenten überfielen ihre jüdischen Kollegen und schlugen auf sie mit allerhand Schlagwaffen ein. Mehrere jüdische Mediziner erhielten Verletzungen. Innenminister Duca gab bekannt, er werde scharfe Maßnahmen ergreifen und eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern wissen. Ähnliche Erklärungen pflegen die rumänischen Regierungen fast nach jedem antisemitischen Studentenkrawall zu geben. Das Urteil gegen den Charbiner Judemnörder C h a r b i. n , 21. September. (JTA.) Am Dienstag, dem 20. September, verhandelte das chinesische Kreisgericht der Mandschurei gegen den weißgardistischen Offizier Düskin, der am 9. Juli d. J. am Bahnhof Chailar bei Charbin den jüdischen Eisenbahnunternehmer Wilensky durch Messerstiche tötete und dessen Angestellten Bichowski schwer verwundete. Der Mörder gehört einem Kreise Schwarze-Hundert-Offiziere an, von denen eine gefährliche Judenhetze betrieben wird. Während er die tötlichen Stiche führte, rief er: „Dies, Ihr Juden, für den Zaren und Rußland!“ Vor Gericht erschienen mehrere Offizierskollegen Düskins und ein früherer zaristischer General, die den Mörder verteidigten und vorbrachten, die Juden beherrschen Rußland und hätten die früheren besitzenden Kreise Rußlands enteignet und an den Bettelstab gebracht, und dies hätte Düskin rächen wollen. Düskin wurde wegen Mordes und Mordversuches verbunden mit schwerer Körperverletzung zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Südafrikanische Zionisten senden 10 000 Pfund nach Palästina Johannisburg, 5. Oktober. (JTA.) Der Vollzugsausschuß der südafrikanischen zionistischen Föderation erhielt vor kurzem aus Basel ein von Dr. Weizmann und Sokolow unterzeichnetes Telegramm mit dem Ersuchen, sofort 10 000 Pfund als außerordentliche Keren Hajessod-Leistung nach Palästina zu senden. Der Vollzugsausschuß kam dieser Aufforderung nach und hat bereits die erwähnte Summe nach Palästina gesandt. Vier jüdische Kandidaten für den Obersten Gerichtshof in Amerika Neuyork, 7. Oktober. (JTA.) Die nächste richterliche Versammlung wird sich mit der Ernennung eines Nachfolgers für das am 31. Dezember zurücktretende Mitglied des Obersten Gerichtshofes Oberrichter L. Erlanger befassen. Unter den Kandidaten sind vier jüdische Rechtsgelehrte, nämlich: Irwin Untermeyer, Jonah J. Goldstein, Henry L. Sherman und Abraham Benedict. 80 Jahre jüdische Gemeinde in Chicago Chicago, 2. Oktober. (JTA.) Die jüdischen Kongregationen von Chicago und die Jüdische Historische Gesellschaft von Illinois feiern am 9. Oktober d. J. den 80. Geburtstag des Beginnes jüdischer Gemeindetätigkeit in Chicago. Vor 80 Jahren hat eine jüdische Vereinigung in Chicago ein Grundstück zum Preise von 40 Dollar von der Stadtgemeinde erworben, um dort einen jüdischen Friedhof, den ersten in Chicago, anzulegen. Es war dies der erste gemeinschaftliche Schritt von Juden in Chicago. An dem Gedenktage, 9. Oktober 1927, wird in dem jetzigen Lincolm Park, wo im Jahre 1847 der erste jüdische Friedhof angelegt worden war, eine Gedenktafel enthüllt werden. Dr. Weizmann in Palästina Jerusalem, 6. Oktober. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, ist am 4. Oktober in Haifa eingetroffen. Er verbrachte den Jom-Kippur-Tag mit seiner Familie in Haifa und begab sich am Freitag, den 7. Oktober, nach Jerusalem. Ein Bericht der Jaffaer Handelskammer Jaffa, 18. September. (JTA.) In der gestern abgehaltenen Halbjahresversammlung der Jaffaer Handelskammer wurde Bericht über die Handelslage erstattet. Die großen Firmen, heißt es darin, konnten sich leicht den neuen Bedingungen anpassen, allein die kleineren Firmen wären stark erschüttert. In dem Handelszentrum Jaffas existieren zu viele Kleinläden, eine Reduktion derselben wäre zur Sicherung der Existenz der Bleibenden zu wünschen. Die Lage dieser Geschäfte ist besonders dadurch unsicher, weil zu ihren Kunden eine große Zahl Arbeitsloser gehört. Die unsichere Lage der Kleinläden gefährdet aber auch den Großhandel. Die Lage der lokalen Industrie ist weit besser, als allgemein angenommen wird. Die kleineren Industrien, deren Unternehmer technisch nicht vorbereitet waren oder über zu wenig Kapital verfügten, mußten verschwinden. Anders aber die Industrien, die über administrativ und technisch geschultes Personal, sowie über genügend Kapital verfügten; diese haben ein gutes Fundament und prosperieren. Die Lage des Orangenmarktes (Orangen bilden den Hauptproduktionszweig Jaffas) ist diesmal nicht gut. In der zweiten Hälfte der Saison 1926/27 sanken die Preise, und Kaufleute, die in der ersten Hälfte der Saison Anschaffungen machten, mußten viel verlieren. Auf der anderen Seite hatten die Pflanzer eine gute Einnahme; ihre vorzügliche ökonomische Lage bildet einen Lichtpunkt in dem sonst wenig erfreulichen Bilde. Ausgestaltung der Thermen von Tiberias zu einem modernen Heilbad. — Die Quellen Staatseigentum Jerusalem, 7. Oktober. (JTA.) Eine Beschwerde der Gemeinde von Tiberias betreffend die Eigentumsrechte an den heißen Quellen von Tiberias hat der Oberkommissar Feldmarschall Lord Plumer dahin beantwortet, daß die Quellen nicht Gemeindeeigentum, sondern Staatseigentum seien. Demgemäß hat der Oberkommissar die Niederreißung der jetzt bestehenden Gebäude angeordnet, damit Platz für moderne Bauten und Einrichtungen frei werde. Die Regierung wird demnächst über die Vergebung einer Konzession zur Ausnutzung der Quellen nach modernen Gesichtspunkten der Therapie eine Entscheidung treffen. Die gegenwärtigen Bauten an den Quellen von Tiberias wurden im Jahre 1833 zur Zeit der ägyptischen Okkupation von Ibrahim Pascha errichtet. 1890 hat die türkische Regierung einige Renovierungen vorgenommen, die aber noch lange nicht den Bedürfnissen entsprachen. Die Temperatur der ING. G. 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