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Das jüdische Echo · 1927-10-07 · 40 (7.10.1927) · p. Seite 663

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
40 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
Seite 663 (sequence 11)
Language
German
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Blätterfürdie jüdische Frau 1927 München, 7. Oktober Nr. 9 Ergebnis der Wizo-Konferenz Vor Beginn des Zionistischen Kongresses fand vom 28.—30. August in Basel die IV. Konferenz der Weltorganisation Zionistischer Frauen (Wizo) statt. Es sei hier in Kürze über deren wesentlichste Ergebnisse berichtet: Es waren drei Komplexe, mit denen sich die Konferenz hauptsächlich beschäftigte: 1. Die Arbeit im Lande. 2. Die Tätigkeit im Galuth. 3. Die Festigung der Organisation. Berichtet wurde über die Werke der Wizo in Palästina, in erster Linie die landwirtschaftliche Mädchenschule in Nahalal, das Hostel in Tel-Awiw, deren Daseinsberechtigung und deren Gedeihen bereits. derartig anerkannt sind, daß sich Debatten darüber nicht entwickelten. Dagegen entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Tendenz, die zur Schaffung dieser Institutionen geführt hat. Die Wizo, die eine Vereinigung aller Zionistischen Frauen darstellt zur Lösung aller Fragen, die die jüdische Frau betreffen, müßte sich demgemäß in Palästina neben ihrem Aufbau- und Bildungswerk auch mit aller Wohlfahrtsarbeit befassen, deren Frauen dort bedürftig sind, in einem Lande, wo alle sozialen Erfordernisse noch von privaten Institutionen erfüllt werden müssen. Die Wizo hat sich bisher darauf beschränkt, in erster Linie Institutionen zur Vorbildung der Kolonistinnen zu schaffen und hat das ganze andere große Gebiet: Kinderpflege, Mütterberatung, Berufsausbildung der städtischen Frauen und Mädchen in Verkennung des Aufbau- und Erziehungswertes dieser spezifisch fraulichen Aufgaben als karitative Erfordernisse noch, nicht beackert und den palästinischen Frauenorganisationen überlassen. Diese Tatsache beruhte auf der Erkenntnis, daß bei beschränkten Mitteln, wie sie nun mal fast jeder Organisation leider nur zur Verfügung stehen, in erster Linie die dringendsten Bedürfnisse zu befriedigen sind und als diese gelten ihr eben die Ausbildung weiblicher Kolonistinnen, jenes neuen jüdischen Frauentypus, der für das gesamte landwirtschaftliche Aufbauwerk in Palästina von außerordentlicher Bedeutung ist. Daß sie damit auch den richtigen Weg eingeschlagen hat, beweisen von neuem wieder die etwa 1500 Anfragen von Mädchen und Trauen, die landwirtschaftliche Ausbildung suchen, sowie die Nachfrage nach den landwirtschaftlichen Arbeiterinnen, die den von der Wizo ins Leben gerufenen weiblichen Kwuzoth entstammen. Diese kleinen Farmen erhalten sich, was durchaus erwähnenswert ist, bereits nach kurzer Zeit dadurch selbst, daß die Mädchen, die in der Kwuzah im Augenblick nicht dringend für innere oder äußere Arbeit benötigt werden, in benachbarten Farmen arbeiten und auf diese Weise zur Deckung des Budgets ihrer eigenen Kwuzah beitragen. Die Wizo ist sich bewußt, daß sie von den vielen Erfordernissen, die an sie* gestellt werden, bis jetzt nur eines erfüllt hat, die Qualifizierung der Frau für die Landwirtschaft, sie verschließt sich aber nicht , der Erkenntnis, daß die Aus- und Weiterbildung der.städtischen Frauen ein Problem ist,, das kaum wertiger dringend der Lösung harrt. Von zwei Seiten wurden in dieser Hinsicht energische Forderungen aufgestellt, einmal von Frau Helene Hanna Thon, die sich besonders um die Hebung der orientalischen Jüdinnen schon lange sehr verdient gemacht hat, und deren Vorschläge am Schlüsse dieses Berichtes nochmals gesondert behandelt werden sollen. Als zweite wandte sich Frau Anita Müller-Cohen gegen die einseitige Einstellung der Wizo. Sie führte aus, daß die Arbeit, die eine Weltorganisation jüdischer Frauen leistet, nicht einseitig nur den Klassen zukommen dürfe, die sich der Landarbeit widmen wollen, sondern daß die Einwanderinnen, die sich in den Städten konzentrieren, wohl ebenso dringend der Hilfe bedürften. Doch hat die Konferenz wiederum an dem Beschluß festgehalten, daß sie sich vorläufig darauf beschränken müsse, in erster Linie die Mädchen zur landwirtschaftlichen Kolonisation zu befähigen. Für eine weitere große Mädchenfarm bei Ness- Zionah, die auf Boden des Keren Kajemeth errichtet werden soll, wurde für die ersten zwei Jahre ein Budget von 7000 Pfund ausgesetzt, der sichtbarste Beweis dafür, daß die Wizo an ihrer bisher verfolgten Tendenz weiterhin festhält. Mit den Fragen der Stellung der Wizo im Galuth befaßte sich vor allem das Referat von Frau Hanna Steiner (Prag). Sie führte aus, daß es der Arbeit der zionistischen Frauen bedürfe neben der zionistischen Organisation; es sei ihre Aufgabe, in der ganzen Welt eine jüdische Frauenbewegung zu schaffen, die ihren Ausgangspunkt in Erez-Israel hat. Sie ist der Überzeugung, daß der Einfluß der jüdischen Frau, die in gesunden Verhältnissen in Palästina leben kann, von weittragender Bedeutung ist für die Regeneration der Frauen in der Diaspora und darum ist es für die Frauen der ganzen Welt so wichtig, Grund zu gesunden Verhältnissen in Erez Israel zu legen. Frau Steiner regte die Gründung eines Keren Hanaschim an, an dessen Aufbringung sich neutrale und zionistische Frauenverbände der Wizo zu beteiligen hätten, die auch dann gemeinsam über die Verwendung zu bestimmen hätten. Sie fordert von den jüdischen Frauen Palästinas, daß sie sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Galuth bewußt werden, daß sich die dortigen Frauenverbände zusammenschließen, um eine einzige große Frauenbewegung zu bilden. Sie beantragt, eine Körperschaft zu bilden, in welche alle Frauenverbände Palästinas ihre Delegierten senden und diese soll dann die Beratungsstelle der Wizo für das Galuth sein. Diese Körperschaft soll ihre Vorschläge für den Aufbau der Wizo als MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168

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