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Das jüdische Echo · 1927-10-07 · 40 (7.10.1927) · p. Seite 662

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
40 (7.10.1927)
Date
1927-10-07
Page
Seite 662 (sequence 10)
Language
German
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662 Das Jüdische Echo Nr. 40 Er verneigte sich tief vor dem Rabbi und sagte: „Rabbi, willst du mit mir zu dem Weidenbaum kommen? Ich hätte dort mit dir zu reden, du heiliger Mann.“ Er sprach so sanft, daß sich nicht nur Rabbi Jannaj nicht fürchtete, der ja schließlich von Gott einen Schutz erwartete, aber es fürchtete sich auch nicht die Frau seines Dieners und er ging allein mit dem Räuber. „Rabbi“, begann Bal-Keesches unter dem Weidenbaum, „ich bin heute früh zu diesem Baum gekommen. Ich wollte hier geraubte Schätze vergraben, wie ich aber die Schrift auf dem Pergament las, daß du deinen Gott um seinen Segen für diesen Baum bittest, weil er es dir möglich gemacht hat, sein Gebot zu erfüllen; wie ich den Zaun sah, den aus Dank, nicht wahr, du errichtet hast, damit nicht das elende Vieh den Weidenbaum beschädige: als ich sah und las, da erwachte mein Gewissen. Ich verglich mich selbst mit dir, den ich bisher nicht einmal vom Sehen kannte und ich sprach zu mir: ,Wie ganz anders ist doch dieser Unbekannte, als ich es bin! Dieser Unbekannte ist glücklich, wenn er ein Gebot Gottes erfüllen kann: er ist dankbar selbst dem seelenlosen Baum und er bittet für ihn um Segen und schützt ihn besorgt, — ich aber habe Blut vergossen und geraubt, ich war böse und herzlos und es ist mir niemals in den Sinn gekommen, daß gottesfiirchtig zu leben des Menschen Glück sein könne? Aber dein Beispiel Rabbi, hat mich davon überzeugt: ich möchtegerne Die Wäscherei der Münchener Hausfrau ist ein mit allen neuzeitlichen Mitteln auf das hygienischste eingerichteter Betrieb. Strenggetrennte Behandlung jedes 'WascheePostens. Größte Mietwäscherei Münchens Wir laden die Hausfrauen ein, d. bill., schonendste und dabei müheloseste Verfahren zum Reinigen der Wäsche praktisch kennenzulernen. Jede Hausfrau ist begeistert von der schönen Einrichtung Viele Anerkennungsschreiben. Trockenanlage und Bügelmaschinen stehen zur Verfügung. Wir bitten um unverbindliche Besichtigung unserer Anlagen. Auto zum Abholen und Zubrin 3 en. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HOCKER & BÄUERLE Landwehrstr.57/59, T596858 auf den rechten Weg gelangen, damit auch ich das Glück fühle, sage mir nur vorher: welcher Gott ist denn dein Gott, den ich nicht kenne.“ „Mein Gott?“ rief Rabbi Jannaj und die heiligste Begeisterung machte seine Augen und seine Wangen erstrahlen, „mein Gott, fragst du?“ Und er jauchzte gleichsam vor Glück, daß er es sagen konnte: „...Barmherzig, gnädig und geduldig ist mein Gott; langmütig und gerecht ist der einzige Gott; er bewahret seine Huld bis ins tausendste Glied und vergibt jede Sünde; er hat ein väterliches Nachsehen für jedes Vergehen und jede böse Tat... Einem solchen Gott zu dienen; ist himmlisches Glück auch schon hier auf Erden!“ „Ich werde deinem Gotte folgen, Rabbi, wenn du mich zu ihm führst“, sagte Bal-Keesches. „Nimm mich als deinen Diener auf und führe mich ...“ ... In jener Nacht hatte Rabbi Jannaj ben Simeon wieder einen Traum. Er stand auch zum zweitenmal vor dem Bes Din Zeedek und der Vorsitzende sprach zu ihm: „Nicht wahr, Gott hat jenen Weidenbaum gesegnet! Siehst du jetzt schon, du Jannaj ben Simeon, daß ihn Gott nicht nur mit Früchten und Blüten segnen konnte, sondern auch mit etwas anderem.“ * Diese Geschichte erzählte, so wie sie ist, meinem Vater ein Chossid, der einmal Gast seines Hauses war. Woher er sie genommen hat, weiß ich nicht, denn im Midrasch gibt es keine ähnliche. „Ihr übrigens sehr geehrter Heiliger“ Eine der größten ungarischen Bierbrauereien nahm sich vor, mit Palästina ein Exportgeschäft anzuknüpfen. Eine Firma in Jaffa erklärte sich bereit, zu versuchen, dem Flaschenbier der Brauerei im Heiligen Lande, vor allem aber unter den jüdischen Kolonisten Abnehmer zu verschaffen. Die erste Sendung, einige Kisten, kamen an. Ein feines Malzbier war da in Flaschen verzapft. Auf jeder Flasche prangte die Vignette, die den Kopf und den Namen des Schutzheiligen Ungarns, des heiligen Stephan, trug. Denn dieser Heilige ist im ungarischen Handelsregister als Schutzmarke der Brauerei eingetragen. In einigen Tagen erhielten die Budapester folgenden Brief: „Ihr Fabrikat entspricht vollkommen unseren Erwartungen, können es aber trotzdem nicht brauchen, weil die Vignette mit Ihrem übrigens sehr geehrten Heiligen hierorts nicht auf den Markt gebracht werden kann.“ hillg. (Münchner 111. Presse.) BUICK die Weltmarke in 1S7 liändern vertreten Der moderne, populärste 6-Zylinder Heues Modell 1927 bereits lieferbar Vertretung:BAYERN-AUTO G.m.b.H.,Paul-Heyse-8tr.9,Tel 58422/ Carag. u. Werkst.: LandshtreeiStr. 82a/Tel.60256

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