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Das jüdische Echo · 1927-09-30 · 39 (30.9.1927) · p. Seite 644

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
39 (30.9.1927)
Date
1927-09-30
Page
Seite 644 (sequence 8)
Language
German
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644 Das Jüdische Echo Nr. 39 chaluz 3000 Mitglieder zählt, von denen 300 in den eigenen Kolonien „Tel-Chaj“ und „Maajon“ und 400 in städtischen Fabriken beschäftigt sind. Der russische Hechaluz ersuchte das Zentralkomitee des Welt-Hechaluz um Überweisung der notwendigen Reisegelder für diejenigen Chüluzim, die nach Sibirien verbannt sind, und denen die russische Regierung die Auswanderung nach Palästina gestattet hat. Nach Annahme der entsprechenden Resolutionen wurde die Konferenz geschlossen. An die Hechaluz-Konferenz in Danzig schloß sich in Oliva die zweite Weltkonferenz de_s Haschomer Hazair an, der Delegierte aus Palästina und aus fast allen europäischen Ländern beiwohnten. Dem von der Zentrale erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß die Weltorganisation „Haschomer Hazair“ 32 000 Mitglieder zählt, davon 12 000 in Polen, 4200 in Galizien, 2000 in Litauen, 2500 in Rumänien, 1200 in Lettland, 1500 in der Tschechoslowakei, 5400 in Rußland, 700 in Bulgarien, 300 in Österreich, 130 in Belgien. Es wurden neue Länderorganisationen in Amerika, Kanada, Argentinien, Persien, Ungarn, Estland, Finnland, Nordafrika und Marokko gebildet. Der Vertreter Bulgariens beantragte, Schritte zu unternehmen, um auch in den übrigen Ländern Westeuropas Landesorganisationen des Haschomer Hazair erstehen zu lassen. Es wurde beschlossen, die Gründung solcher Organisationen in Frankreich, Holland und in anderen westeuropäischen Ländern vorzubereiten. Haschomer Hazair bildet die Reserve für den Hechaluz und widmet sich auch der Sammeltätigkeit für die zionistischen Fonds. Die neue Weltzentrale der Hitachduth Basel, 18. September. (JTA.) Die V. Weltkonferenz der Zionistischen Arbeitspartei Hitachduth, die in Basel tagte, hat beschlossen, zwei Büros der Weltzentrale zu errichten: in Palästina und in Warschau. Als Mitglieder der Weltzentrale sind gewählt worden: Dr. Ch. Arlosoroff, U. Friedland, Dr. J. Hellmann, E. Kaplan, Dr. A. Kaznelson, Abg. A. Lewinson, Abg. A. Silberschein, J. Sprinzak, Ch. Schürer, Dr. A. Tartakower, N. Twersky. Ein Genfer Büro des Rats für Rechtsschutz der jüdischen Minderheiten Genf, 25. September. (JTA.) Herr Bernard G. Richardss der Sekretär des American Jewish Congress, ist in Genf eingetroffen, um das Büro des von der Züricher Jüdischen Rechtsschutzkonferenz eingesetzten Rates für die Rechte der jüdischen Minderheiten (Council on the Rights of the Jewish Minorities) einzurichten. Anfang Oktober begibt sich Richards nach den Vereinigten Staaten und reist im Frühjahr 1928 nach Palästina. Ein antisemitischer Antrag zum österreichischen Strafgesetzentwurf Wien, 21. September. (JTA.) Die extrem antisemitischen Gruppen fordern die Aufnahme der ING. G. AIGNEK’S PRIVATE KRAFTFAHRKURSE gegründet 1913 Gabelsbergerstr. 62 # Telephon 51314 Straßenbahnhaltestelle: Kreuzung Augusten-Gabelsbergerstraße der Linien 2, 7, 17; — garantieren als alteingeführtes Unternehmen mit besten Referenzen für vollkommene Qualitäts-Ausbildung folgenden Bestimmung in dem neuen Strafgesetzentwurf, der sich dem reichsdeutschen Recht angleichen soll: Ehen zwischen Ariern und Juden, sowie zwischen Ariern und Angehörigen farbiger Rassen sind ungültig. Milderung des ungarischen numerus clausus Ratschläge von auswärts Budapest, 21. September. (JTA.) Führende Abgeordnete der Regierungspartei kündigen an, daß in der bevorstehenden Parlamentssession fortschrittliche und demokratische Forderungen mehr als bisher berücksichtigt werden würden. Insbesondere werde eine Milderung des Numerus-Clausus-Gesetzes bei Aufnahme jüdischer Studierender in die Universitäten Platz greifen. Letzteres werde aus außenpolitischen Motiven geschehen; wichtige Faktoren der westeuropäischen Länder hätten in dieser Beziehung freundschaftliche Ratschläge erteilt. Der Ministerpräsident Graf Bethlen hätte sich — so erklären die Abgeordneten — mit dieser bevorstehenden Maßnahme einverstanden erklärt. Einstellung der Judenrazzien in Ungarn Budapest, 25. September. (JTA.) Der Minister des Innern, Bela Scitovssky, erklärte, den Zeitungsberichterstattern, er habe alle Provinzbehörden telegraphisch angewiesen, die Razzien gegen Fremde am Samstag mittag 12 Uhr auf der ganzen Linie einzustellen. Der Minister sagte weiter, er hoffe, daß künftig sich keine Notwendigkeit mehr für derartige Maßnahmen ergeben werde. Einweihung von zwei neuen Synagogen in London London, 20. September. (JTA.) Zwei neue Synagogen wurden in London durch den Oberrabbiner des Britischen Reiches, J. H. Hertz, eingeweiht. Es sind dies die vergrößerte Synagoge von Golders Green und die neue Bow and Mile End Synagoge. Beide Zeremonien wurden vom Senior-Vizepräsidenten der Vereinigten Synagoge, Sir Robert Waley-Cohen, geleitet. Die Synagoge Golders Green umfaßt 1000', die Bow and Mile End Synagoge 850 Sitze. Der Reichsrabbiner sprach von dem festen Freundschaftsband, welches die Angehörigen des jüdischen und christlichen Glaubens im Bezirk Golders Green mitben auf 457.804 Pfund. Die Bilanz der Palästina-Administration — Kleiner Uberschuß Jerusalem, 20. September. (JTA.) In dem Vierteljahr April-Mai-Juni 1927 beliefen sich die Einnahmen der Palästina-Regierung — wie heute mitgeteilt wird — auf 471.746 Pfund, die Ausgaben auf 457.80 Pfund. Im Finanzjahr 1926/27 beliefen sich die Einnahmen der Palästina-Regierung auf 2,390,081 Pfund, die Ausgaben auf 2,103,275 Pfund. Die Einnahmen blieben hinter der mit 2,535,034 Pfund im Budget veranschlagten Summe zurück. Jerusalem, 23. September. (JTA.) Wie die JTA erfährt, hat das Londoner Kolonialamt die Palästinaregierung angewiesen, im Hinblick auf die verminderten Staatseinnahmen die Ausgaben uin mindestens £E. 100 000 zu kürzen. Die Regierung hat deshalb die Durchführung geplanter Arbeiten unterlassen und die Gehälter sämtlicher Beamten um 10 Prozent gekürzt.

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