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Das jüdische Echo · 1927-09-30 · 39 (30.9.1927) · p. Seite 643

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
39 (30.9.1927)
Date
1927-09-30
Page
Seite 643 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 39 Das Jüdische Echo 643 nerzeitigen Landung warm begrüßt hatten., daß überhaupt die Judenheit der Türkei das Vaterland nicht liebe und die Bevölkerung ausbeute. Die Judenhetze wurde in Konstantinopel, Adrianopel, Smyrna und Angora hemmungslos geführt und hatte traurige Folgen. In Konstantinopel, Smyrna und in anderen Städten nahm die Bevölkerung eine feindselige Haltung gegen die Juden ein; es kam zu Überfällen auf jüdische Läden und Klubs, auch eine antitürkische Boykottbewegung machte sich geltend. Von Regierungsseite wurden gesetzliche Maßnahmen gegen die Juden ergriffen; u. a. wurde den Juden die Freizügigkeit in Anatolien genommen, was schwerwiegende Folgen für den Handel hatte. Acht jüdische Bürger Konstantinopels wurden unter der Beschuldigung, sich an den Kundgebungen bei dem Leichenbegängnis der Niego führend beteiligt zu haben, verhaftet und nach mehrwöchiger Haft auf die Anklagebank gebracht. Trotzdem die Untersuchung seitens der Behörden mit großer Gehässigkeit geführt wurde, konnte nichts Belastendes gegen die Angeklagten, wie überhaupt gegen die Konstantinopeler Juden, erbracht werden. Auch eine in den Büros der Orientloge Bnei Brith veranstaltete Haussuchung verlief resultatjos. Man hofft, daß das freisprechende Urteil gegen die acht Bürger unbeschadet des ungerechten Urteils gegen den Soldaten dazu beitragen wird, die Leidenschaften zu beschwichtigen und ein besseres Verhältnis zwischen der jüdischen und der türkischen Gesellschaft anzubahnen. Aus der jüdischen Welt Die Berliner Repräsentantenversammlung — Präsidiumswahl Berlin, 26. September. (JTA.) Die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde trat gestern zu ihrer konstituierenden Versammlung zusammen. Den Vorsitz führte der Alterspräsident, Herr Emil Pincus. Herr Moritz A. L o e b gab die Erklärung ab, daß die Gruppen de^ Jüdischen Volkspartei, der Konservativen und der Religiösen Mittelpartei im Wahlkampf mit einem Programm, das .eine Reihe von gemeinsamen Punkten enthielt, eine gegen die liberale Richtung gerichtete Front vertreten hätten und daß deshalb der Spitze der Repräsentantenversammlung ein Charakter gegeben werden müsse, der das Ergebnis der Wahl auch äußerlich versinnbildlicht. Er schlage deshalb als Vorsitzenden Herrn Geheimrat Dr. Julius Stern vor, dessen Persönlichkeit auch den Liberalen aus vieljähriger Zusammenarbeit vertraut ist. Herr Prof. Türk erklärte darauf namens der Liberalen Partei, daß diese eine solche „Blockbildung“ vom demokratischen Standpunkt nicht anerkennen könne und daß die Liberale Fraktion als die stärkste im Hause auf den Vorsitz Anspruch erhebe. Sollte diesem Anspruch nicht stattgegeben werden, so werde sich die Liberale Fraktion an dem Präsidium und dem Büro überhaupt nicht beteiligen. Bei der Abstimmung ergab sich, daß 11 Stimmen für Geheimrat Dr. Julius Stern (Religiöse Mittelpartei), 10 Stimmen für den liberalen Kandidaten, den bisherigen Vorsitzenden, Rechtsanwalt Heinrich S_tern, abgegeben wurden. Geheimrat Stern war damit zum Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung gewählt. Zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden wurde gewählt Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee (Jüdische Volkspartei), zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Herr Moritz A. L o e b (konservativ), Schriftführer wurde Herr Landgerichtsrat R a u , zu seiner Vertreterin wurde gewählt Frau Lina Wagner-Tauber. Die Liberale Fraktion beteiligte sich an den Abstimmungen nicht. Herr Dr. Klee übernahm den Vorsitz, dankte für die auf ihn entfallene Wahl und sagte, wenn er auch nur von einer Seite des Hauses gewählt worden sei und die andere sich aus politischen Gründen sich der Abstimmung enthielt, so werde er gewiß, wie es alle von ihm erwarten, nach jeder Seite hin Objektivität üben. Er bedauere, daß nicht Herr Heinrich Stern das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden angenommen hat. Es wurde ein Dringlichkeitsantrag angenommen, sofort ein Terrain zur Errichtung einer neuen Altersversorgungsanstalt zu kaufen und eine Kommission zur Vorbereitung der Ältestenwahl eingesetzt. Darauf gedachte R.-A. Dr. Klee noch des bevorstehenden Neujahrsfestes und schloß die Sitzung. Der 80. Geburtstag des Reichspräsidenten und die Berliner jüdische Gemeinde Berlin, 26. September. (JTA.) Aus Anlaß des am 2. Oktober stattfindenden 80. Geburtstages des Reichspräsidenten v. Hindenburg werden die Gemeinderabbiner am Samstag, dem 1. Oktober, in der Lithurgie des Geburtstages des Reichsoberhauptes gedenken. Zur Aufwertung der bei der Gemeinde bestehenden Stiftungen und Fonds für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen sollen 50 000 RM. als Hindenburgfonds bereitgestellt werden. Dfe Rathenau-Feier am 29. September Berlin, 25. September. (JTA.) Am 29. September wird, wie schon mitgeteilt, zu Walther Rathenaus 60. Geburtstage im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates eine Feier der Walther- Rathenau-Stiftung stattfinden. Nach der Eröffnung durch den Vorstand der Stiftung wird Reichskanzler Marx eine Ansprache halten, daran schließen sich Worte von Gerhart Hauptmann und eine Ansprache Bernhard Dernburgs. Sodann liest Arthur Kraußneck aus Walther Rathenaus Schriften. Die Danziger Konferenzen des Hechaluz und des Haschomer Hazair Danzig, 21. September. (JTA.) Auf der dritten Weltkonferenz des Hechaluz wurden Berichte über die Hechaluz-Bewegung in den verschiedenen Ländern erstattet. Ferner wurde ein Memorandum des legalen russischen Hechaluz verlesen, aus dem hervorgeht, daß der russische He- Ueberkinger Sprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel 20542 Ledererstr. 12

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