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Das jüdische Echo · 1927-09-16 · 37 (16.9.1927) · p. Seite 598

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
37 (16.9.1927)
Date
1927-09-16
Page
Seite 598 (sequence 10)
Language
German
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598 Das Jüdische Echo Nr. 37 Kongreß, den Anleihegedanken in breiteste Kreise zu tragen, damit die Stockung in dem Aufbau des nationalen Heims in Palästina bald überwunden werde. Der erste Vizepräsident des Kongresses, Leo Motzkin, hielt die Schlußansprache, in der er ausführte, der Kongreß sei der beste, ernsteste und bedeutungsvollste seit dem Kriege, man dürfe hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Er erklärte den 15. Zionistenkongreß, den Kongreß des Jubiläums der zionistischen Bewegung, für geschlossen. Delegierte und Gäste stimmten die Hatikwah an. * * ❖ M. M. Ussischkins Bericht über den Jüdischen Nationalfonds M. M. Ussischkin stellte in seinem Bericht über die Leistungen des Keren Kajemeth fest, daß die Hoffnungen der jüdischen Welt auf Boden in Palästina unlösbar mit dem einzigen Institut des nationalen Bodens, dem Keren Kajemeth, verbunden sind. Wenn man nun sieht, daß der Nationalfonds nicht imstande war, auch nur den Anfang dieses Bodenproblems in entscheidender Weise zu lösen, dann ist es Pflicht des Kongresses, sich in dieses Problem zu vertiefen. Der Referent bespricht die Frage der Bodenreserve und tritt dafür ein, daß Boden erworben werden soll, auch wenn man ihn nicht sofort kolonisieren-kann. Die heutigen Agrargesetze bereiten der Erwerbung des Bodens ungeheure Schwierigkeiten, man müsse auf deren Abänderung drängen. In den letzten zwei Jahren hat der Keren Kajemeth über 60 000 Dunam Boden erworben und Ameliorationen und Wasserinstallationen der verschiedensten Art durchgeführt. Die Einkünfte in den letzten Jahren betrugen 281 000 £ im Jahresdurchschnitt gegen nur 70 000 £ von fünf Jahren. Ussischkin schließt: „Wenn wir die Probleme des Bodens lösen, werden wir Erez Israel haben.“ Die Anleihe-Kommission Die vom Kongreß gewählte Anleihekommission hielt am 10. September unter Vorsitz de.s Herrn Isaak N a i d i t s c h ihre konstituierende Sitzung ab. Die Exekutive der Anleihekommission, welche laut Beschluß sämtlicher Mitglieder ihren ständigen Sitz in Paris haben wird, besteht aus den Herren: Dr. Berthold Feiwel, Dr. Viktor Jacobsohn, Leo Motzkin, Isaak N a i d i t s c h und Hillel Zlatopolski. Naiditsch wurde einstimmig zum Vorsitzenden der Exekutive der Anleihekommission gewählt. Der Arbeitsplan der Kommission wurde festgesetzt und Sorge dafür getragen, daß der Verkehr bzw. Gedankenaustausch unter den Mitgliedern der Gesamtkommission unverzüglich in die Wege geleitet wird. Auch wurde die Einrichtung eines Sekretariats beschlossen. MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168 Für einen Weltkongreß der Freunde der hebräischen Sprache Basel, 9. September. (JTA.) In den Räumen des Kongreßgebäudes fand eine Initiativversammlung der Freunde der hebräischen Kultur statt. Der Vorsitzende, Hillel Zlatopolsky, referierte über die Lage der hebräischen Sprache, des Erziehungswerkes und des hebräischen Schrifttums in der ganzen Welt. Die palästinischen Schriftsteller N. Bistrizky und Frau Schoschanah Persitz sprachen über die Notwendigkeit der Abhaltung eines Weltkongresses der Freunde der hebräischen Kultur in Palästina und Schaffung einer Weltorganisation zur Förderung der hebräischen Sprache und Kultur. Den Reden folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich Prof. Chajes, Naiditsch, S. Schneur. Ben Awi, David Yellin, Leo Motzkin, Oberrabbiner Uziel, der Vertreter des palästinischen Erziehungswerkes, Chanoch Arnon u. a. m. beteiligten. Die Lage in Palästina In der siebten Sitzung des Kongresses machte Colonel F. H. Kisch, der Leiter der Zionistischen Exekutive in Palästina, folgende Ausführungen: Für die Situation, in der wir uns befinden, ist das Wort Krise eigentlich nicht recht verwendbar. Eine Krise stellt einen Tiefpunkt wirtschaftlicher Depression dar. Die Lage aber, die man so häufig mit dem Wort „Krise in Palästina“ bezeichnet, besteht in Wirklichkeit darin, daß einige Tausend Menschen keine Möglichkeit produktiver Beschäftigung gefunden haben. Diese Lage haben wir zu beseitigen. Es war das von der Exekutive andauernd verfolgte System während der letzten fünf Jahre, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln und durch ständigen Druck auf die Behörden die industrielle Tätigkeit zu intensivieren. Allerdings ist uns nicht alles gelungen, und in bezug auf den bereits erwähnten syrisch-palästinischen Vertrag haben wir leider einen Mißerfolg gehabt. Leider wird der Vertrag wahrscheinlich in der Ihnen bekannten Form ratifiziert werden, und es ist kein Trost, daß uns die Regierung mitgeteilt hat, sie werde die ganze Situation neu prüfen, wenn der Vertrag ein Jahr in Kraft gestanden hat. Es besteht aber noch eine gewisse Möglichkeit, daß wir im letzten Augenblick die Konzession erlangen werden, daß die Regierung denjenigen unserer Industrieprodukte, die beim Transport von Palästina nach Syrien dem syrischen Zoll unterliegen werden, eine Exportvergütung oder Prämie zuerkennt. Unsere Verhandlungen mit der Regierung bezüglich der Industrie haben in den letzten Jahren in weitem Umfang Erfolge erzielt. Wir erreichten die völlige Zollbefreiung für jede Art von Seiden-, Baumwoll-, Schafwoll-, Hanf- und Jutegarn sowie Rohbaumwolle, so gut wie alle für Textilindustrie erforderlichen Rohstoffe. Andere Artikel, die auf unser Ansuchen vom Zoll befreit wurden, sind das gesamte Rohmaterial für die Gerbereiindustrie, ferner sämtliche landwirtschaftlichen und industriellen Maschinen, endlich Drukkertypen und -Maschinen. Bezüglich der letzteren können wir behaupten, daß die Produktion der hebräischen Literatur eine natürliche Industrie Palästinas ist. Bezüglich der Industrie möchte ich noch den erfreulichen Fortschritt erwähnen, der in den letzten zwei Jahren innerhalb der Beziehungen zwischen Unternehmern und Arbeitern gemacht worden ist. Ich glaube, daß es richtig ist, Unternehmer mit

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