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Das jüdische Echo · 1927-09-16 · 37 (16.9.1927) · p. Seite 597

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
37 (16.9.1927)
Date
1927-09-16
Page
Seite 597 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 597 Welt zur Anstrengung zu veranlassen, um außerhalb des Budgets und im Einklang mit den Arbeiten für den Keren Hajessod Gelder zu bekommen, die die Möglichkeit ergeben, das Problem der Arbeitslosigkeit einer Lösung zuzuführen. Das ist keine budgetäre Verpflichtung seitens der Exekutive. Es ist nur eine Betonung dessen, was schon hier im Kongreß mehrmals betont wurde, daß es Pflicht eines jeden Zionisten und der Exekutive sein wird, die Zionisten aufzufordern, alle Anstrengungen zu machen, um es der Exekutive zu ermöglichen, eine Lösung der Arbeitslosen-Frage herbeizuführen. Das ist alles, was ich vor den Wahlen dem Kongreß zu erklären habe.“ Diese Erklärung Dr. Weizmanns wurde vor allem von Ussischkin, dem Leiter des N.-F., mit großer Erregung aufgenommen; er verlangte das Wort zu einer Erklärung. Der Vorsitzende Motzkin, der ihm dies verweigert, sieht sich infolge heftiger Proteste der Misrachisten, Radikalen und Revisionisten gezwungen, ihm das Wort zu erteilen und allen Fraktionen noch einmal eine Redezeit von 10 Minuten zu gewähren. Ussischkin wendet sich mit äußerst erregten Worten gegen die Erklärung des Präsidenten der Organisation, daß die Exekutive freie Hand haben soll, alle wünschenswerten Schritte zu tun, um eine dauernde Kontrolle über den Keren Kajemeth auszuüben. Dieses involviere eine ungeheure Gefahr für den KKL. Der Fonds, der zweifellos der populärste bei der gesamten Judenheit sei, habe gerade in den letzten Jahren eine aufsteigende Entwicklung genommen, und durch die Untergrabung seiner Selbständigkeit drohe diese aufsteigende Entwicklung jäh unterbrochen zu werden. Wem der KKL teuer ist, der müsse sich gegen diesen Punkt in der Erklärung Dr. Weizmanns aussprechen. Der Sprecher des Misrachi, Rabbi Berlin, befürchtet ebenfalls eine Gefahr für den KKL und nimmt gegen die Erklärung Weizmanns Stellung. Locker führt aus, daß die Arbeiterschaft für die neue Exekutive, die der Ausdruck einer arbeiterfeindlichen Tendenz sei, keine Verantwortung übernehmen könne, sie werde ihr jedoch eine Chance geben und sich daher an der Abstimmung nicht beteiligen. Nach einem neuerlichen heftigen Angriff Grünbaums auf Dr. Weizmann und nach einer Erklärung Kaplans, schlägt Kurt B 1 u m e n f e 1 d namens des Permanenzausschusses zur Wahl vor: Dr. Weizmann als Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmann wird mit 113 gegen 54 Stimmen gewählt. Nahum Sokolow zum Präsidenten der Exekutive (mit großer Majorität gewählt, Stimmenzählung fand nicht statt). Die weiteren Mitglieder der Exekutive Dr. Eder, Lipsky, Rosenbliith, Kisch, Sacher, Szold werden en bloc mit 83 gegen 62 Stimmen gewählt. Hierauf folgt die Wahl der Mitglieder desA.-C., des Kongreß- und Ehrengerichtes und des Kongreßanwaltes. (Dem A.-C. gehören aus Deutschland an: Blumenfeld, Bileski und Lichtheim.) Nach der Wahl gaben Berlin für den Misrachi, Rübaschow für die Poale Zion und Arlosoroff für die Hitachduth nochmals ihrem Mißtrauen gegen die neue Exekutive in Erklärungen Ausdruck. Um 7 Uhr konnte die Sitzung geschlossen werden. Die Schlußsitzung v Die Schlußsitzung des Kongresses konnte nickt mehr im Messegebäude abgehalten werden, da dieses bereits anderweitig belegt war. Sie wurde arm Sonntag nachmittag um 2 Uhr von Präsident Sokolow im historischen Saale des Stadtkasinos eröffnet. Es begann zunächst die Budgetdebatte, als deren Ergebnis Das Budget in der Höhe von 631 892 Pfund votiert wurde. Dann begründete Frau Henriette Szold eine Resolution in Angelegenheit der Verfolgungen der russischen Zionisten. Sie gedachte der Märtyrer in Rußland. Die Resolution protestiert gegen die unmenschlichen Verfolgungen, welche Sowjetrußland gegen alle Teile der zionistischen Bewegung unternimmt. Der Kongreß fordert die Regierung Sowjetrußlands auf, die verhafteten Zionisten in Freiheit zu setzen und den Verfolgungen des Zionismus in Rußland ein Ende zu machen. Der Kongreß hofft, daß die Juden der ganzen Welt sich seinem Protest anschließen werden. Diese Resolution wurde mit allen gegdn zwei Stimmen angenommen. Nahum Sokolow hielt dann eine Ansprache, in der er nochmals darauf hinwies, daß dieser Kongreß einen dreißigjährigen Abschluß der modernen zionistischen Bewegung kennzeichnet; möge er auch der Anfang zu einer neuen, glücklicheren Epoche sein. Er bezeichnete die Ergebnisse des Kongresses als zufriedenstellend, sagte, es war ein guter, wenn auch schwerer Kongreß. Trotz der erbitterten Miesmacherei ist zu hoffen, daß die Krise der zionistischen Bewegung überwunden sei und daß auch die Krise des Aufbauwerkes in Palästina durch die Arbeit des Keren Hajessod und durch die Aufbringung der notwendigen Kredite bald beendet sein wird. Sokolow sprach von der Vorbereitung der nationalen Innenanleihe und erklärte, die Führer der Bewegung werden im Verlauf des kommenden Jahres ihre ganze Arbeitskraft dem Ziele widmen, die nationale Anleihe zustandezubringen. Den starken Beifall des Kongresses fand die Mitteilung Sokolows, daß ihm gegenüber der britische Kolonienminister A m e r y vor kurzem in einem Gespräch erklärt habe, die englische Regierung wisse, daß die Grundlage des jüdischen Aufbaus in' Palästina eine gesunde sei. Sokolow appelliert an den Die Wäscherei der Münchener Hausfrau ist ein mit allen neuzeitlichen Mitteln auf das hygienischste eingerichteter Betrieb.Strenggetrennte Behandlung jedes VTascheaPostens. 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