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Das jüdische Echo · 1927-09-16 · 37 (16.9.1927) · p. Seite 596

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
37 (16.9.1927)
Date
1927-09-16
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
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596 Das Jüdische Echo Nr. 37 Die Wahl der Exekutive Die 17. Sitzung des Kongresses, in der nach zahlreichen Zwischenfällen die Wahl der neuen Leitung endlich vorgenommen werden konnte, begann am Samstag abend gegen 9 Uhr und endete nach mehreren Unterbrechungen am Sonntag um 7 Uhr' morgens.. Man verhandelte zunächst über die Frage der Zugehörigkeit zionistischer Beamter zum A.C., die sog. Frage der Inkompatibilität und nahm folgende Resolution an: Verwaltungsbeamte der Zionistischen Exekutive und der zionistischen Zentralinstitute, das sind Jüdische Kolonialbank, Keren Hajessod und Nationalfonds, können, solange sie im aktiven Dienst stehen, nicht Mitglieder des Aktionskomitees sein, ohne Rücksicht darauf, ob sie in den Hauptbureaus oder in den Landesstellen tätig sind. Dieser Beschluß wurde sogar noch dahin erweitert, daß auch Beamte solcher Institutionen, welche von den Zionistischen Organisationen subventioniert werden, dem A.C. nicht angehören dürfen. Nach einer Unterbrechung der Sitzung erstattete Dr. Mossinsohn den Bericht der Erziehungskommission, deren Beschlüsse en bloc angenommen wurden. Die wichtigsten Resolutionen lauten: Der Kongreß beauftragt die Zionistische Exekutive in Palästina, im Einvernehmen mit dem Waad Leumi eine aus den Vertretern der Zionistischen Organisation und des organisierten Jischuw in Palästina zusammengesetzte Kommission zu schaffen zwecks Klärung der Erziehungsprobleme in Palästina, auf Grund der durch die Annahme des Gemeindegesetzes geschaffenen neuen Lage. —Der Waad Hachinuch soll aus folgenden 14 Mitgliedern zusammengesetzt werden: a) Leiter des Erziehungsdepartements der Zionistischen Organisation, b) dem Vertreter des Finanzdepartements der Zionistischen Organisation in Palästina, je einen Vertreter der Lehrerorganisation in Palästina entsprechend den drei Strömungen im Lande, 7 Mitgliedern des Waad Hachinuch, die durch die zionistische Leitung in Palästina zusammen mit dem Waad Leumi ernannt werden, davon 2 vom Misrachi und 2 von den Arbeitern und 2 Vertretern der palästinischen Regierung. Beschlüsse über landwirtschaftliche Kolonisation Es gelangt hierauf der Bericht der Kommission für landwirtschaftliche Kolonisation zur Verhandlung. Es prachen die Berichterstatter Suchowiecki und Dr. Schmorak, worauf über die einzelnen Punkte abgestimmt wird. Die wichtigsten der angenommenen Resolutionen lauten: Das Budget für landwirtschaftliche Kolonisation soll nach dem Grundsatz festgesetzt werden, daß die zunächst Private kaufmännische Kurse Fernruf 23699 |»M Gegründet 1879 RUDOLF DwKfblm MÜNCHEN Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck. Jeden Monat beginnen neue Kurse. Beste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Prinz-Ludwig-Str. Nr. 3/1, neben der Tonhalle bevorstehende Periode im wesentlichen der Stärkung und Konsolidierung der bestehenden Ansiedlungen gewidmet sein soll unter Wahrung der Gleichberechtigung der bestehenden Kolonisationsformen. Die Vollendung bestehender Ansiedlungen soll den Vorrang vor der Schaffung neuer Ansiedlungen haben. — Die Exekutive wird angewiesen, sogleich Schritte zu unternehmen, um den Abschluß definitiver Verträge mit den bestehenden Ansiedlern bzw. Siedlergruppen spätestens bis 1. Mai 1928 durchzuführen. Große Erregung rief Punkt 5 hervor, der lautet: Die in den vorstehenden Resolutionen erwähnten Verträge sollen die Form direkter Vereinbarungen mit dem einzelnen Siedler bzw. der Siedlergruppe haben und keinen Hinweis auf eine dritte Partei erhalten. Der Antrag auf Übergang zur Tagesordnung wird abgelehnt, ebenso der Antrag Dr. Schachtel, die Angelegenheit dem A.-C. zu überweisen, und zwar in namentlicher Abstimmung mit 99:83 Stimmen. Darauf wurde um 3 Uhr nachts die Sitzung unterbrochen. Nach Wiederaufnahme nahm Prof. W ei z mann das Wort und gab folgende Erklärung ab: „Bevor Sie zu den Wahlen der Exekutive schreiten, habe ich einige Erklärungen abzugeben. Es sind — ich will mich so kurz fassen wie möglich — Mißverständnisse und Meinungen verbreitet — ob sie begründet sind oder nicht, ist nicht meine Sache zu beurteilen — nach meiner Meinung sind sie unbegründet — daß die Exekutive, die eben vorgeschlagen wird, irgendwie als arbeiterunfreundlich betrachtet wird. Infolgedessen halte ich es für notwendig, die folgenden Erklärungen abzugeben: 1. Die Histadruth und ihre Organe werden als legitime Vertretung der in ihnen organisierten Arbeiter gegenüber der Zionistischen Organisation und allen ihren Institutionen anerkannt. Dasselbe gilt für andere Organisationen ähnlichen Charakters. 2. Die Zionistische Organisation und ihre Institutionen sind verpflichtet, gewerkschaftlich organisierte Arbeiter zu beschäftigen. Die Exekutive wird sich bemühen, diesen Grundsatz auch in den von der Zionistischen Organisation geförderten Unternehmungen durchzusetzen. Ich habe noch eine andere Erklärung abzugeben bezüglich der großen Linien der Verwaltung der von Ihnen zu wählenden Exekutive. a) Die Exekutive wird das von der Budgetkommission festgesetzte und vom Kongreß beschlossene Budget unter der Grundvoraussetzung durchführen, daß die Einnahmen den vorgesehenen Ausgaben entsprechen. Die Exekutive muß berechtigt sein, das Budget mit der tatsächlichen Lage in Einklang zu bringen und die zu diesem Zwecke notwendigen Änderungen vorzunehmen. b) Die Exekutive soll freie Hand haben im Rahmen der statutarischen Bestimmungen, jeden von ihr als notwendig oder wünschenswert erkannten Schritt zu tun, um eine effektive und dauernde Kontrolle über den Keren Kajemeth und den Keren Hajessod auszuüben und die Arbeit der Fonds mit der Arbeit der Exekutive zu koordinieren. Diese Erklärungen habe ich abzugeben, und ich möchte noch hinzufügen, daß es die dringende Aufgabe der Exekutive sein wird, alle Anstrengungen zu machen und die gesamte zionistische

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