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Das jüdische Echo · 1927-09-09 · 36 (9.9.1927) · p. Seite 573

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
36 (9.9.1927)
Date
1927-09-09
Page
Seite 573 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 373 Dritte Sitzung (Fortsetzung aus Nr. 35) Für die amerikanischen Zionisten spricht Dr. Stephan Wise. Die amerikanischen Zionisten haben in den letzten zwei Jahren große Aufgaben zu erfüllen gehabt, in diesen Jahren, voll von Schwierigkeiten und Sorgen in Palästina. Wir sind damit einverstanden, daß man uns die Sorge für die Deckung des Budgets aufgebürdet hat, aber wir fragen uns doch manchmal, ob nicht ein allzu großer Teil der Bürde auf unsere Schulter gelegt wurde. Wenn wir Amerikaner für Palästina auch alles tun, was in unseren Kräften steht, so dürfen die europäischen Juden darum keineswegs in ihren, Anstrengungen nachlassen. Wir haben uns die Disziplin des Mandates auferlegt und getreu und loyal die Beschlüsse des Kongresses über die Jewish Agency befolgt. Wir erwarten mit Vertrauen, daß nach der Erstattung des Berichtes der Agency-Kommission Vieles und Großes für den Wiederaufbau Palästinas geleistet werden wird. Sollte diese nichtzionistische Hilfe für Palästina nicht in dem Maße kommen, wie wir das erhoffen, so haben wir wenigstens unsere Pflicht getan. Nach der Balfour-Deklaration pflegten wir zu sagen, sie habe uns das Tor Palästinas weit geöffnet, und das sei alles, was wir verlangen. Heute aber verlangen wir mehr. Das geöffnete Tor genügt nicht. Trotz dem offenen Tor kann es an Förderung des jüdischen nationalen Heimes fehlen. Förderung heißt nicht bloß: nicht hindern. Unser Werk in Palästina wird so besteuert, als ob die Regierung Palästinas die von 1897 wäre, der wirtschaftliche Zustand Palästinas aber der von 1927. Das jüdische Heim darf nicht mit Steuern bis zum Übermaß belastet werden. Die Palästinaregierung hat einen Budgetüberschuß von einer Million Pfund erzielt, der durch jüdische Opfer und durch jüdische Leistung ermöglicht worden ist. Wir haben volles Vertrauen, daß unsere Führung in jeder gerechten Forderung gegenüber der Mandatarregierung allen Rückhalt finden wird. Ich verlange im Namen meiner Freunde in Amerika keineswegs, daß irgendwelche ungerechten oder übertriebenen Forderungen an die britische Regierung gestellt werden, aber wir dürfen nicht aufhören zu mahnen und zu mahnen, daß alle gerechten und billigen Forderungen erfüllt werden, die in dem Versprechen, in dem Bunde der britischen Regierung und des britischen Volkes mit den Juden für den Wiederaufbau Palästinas enthalten sind, volle Verwirklichung finden. Die amerikanischen Zionisten sind bereit, durch mich zu erklären, daß sie das Weizmann- Programm der Konsolidierung und der Sparsamkeit vorbehaltlos unterstützen und daß sie auch für ein Budget eintreten, welches nicht in der Hitze und der Erregung des Kongresses improvisiert, sondern sorgfältig vorbereitet und durch eine verantwortliche Kongreßexekutive sorgfältig ausgeführt wird. — Palästina ist kein Platz für Intoleranz gegenüber denen, die nicht den Idealen des traditionellen Judentums nachhängen. Das eine ist aber sicher, daß das traditionelle Judentum in Palästina dieselben Rechte haben muß wie das radikale. Ich bitte Sie im Namen meiner amerikanischen Freunde, hüten wir uns vor Nervosität, vor Hysterie und Defaitismus. Es ist jetzt keine Zeit für Defaitismus. Er wäre am Platze gewesen im Jahre 1898, als Herzl vor Kaiser Wilhelm trat und ihm demütig eine Petition überreichte und der Kaiser sagte: „Es muß auch solche Käuze geben.“ Defaitismus war am Platze, als Uganda Zion verdunkelte, oder 1914, als der Krieg begann. Aber nicht jetzt. Aus Defaitismus kommen Niederlagen. Vor dreißig Jahren, da hatten wir nur eine Hoffnung. Aber jetzt haben wir ein Land, und wir haben ein Volk in dem Lande, dem wir zugesagt haben, daß wir es beim Aufbau unterstützen und mit ihm die Last tragen wollen. Das nächste Jahr darf nicht ein Jahr der Hoffnungslosigkeit oder Schwäche sein. Wir müssen vorwärts gehen, und wir wollen vorwärts gehen. Vierte Sitzung In Fortsetzung der Generaldebatte spricht der Vertreter der Poale Zion, Delegierter Berl-Katzenelsohn: Die Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Lage in Palästina haben politische Ursachen. Die Krise ist eine solche der zionistischen Bewegung, die nicht die Fähigkeit hatte, die mit der vierten Alijah verbundenen Schwierigkeiten zu überwinden. Wir Arbeiter Palästinas betonen immer, daß der Aufbau nur im Einvernehmen zwischen den Pionieren und den anderen Elementen erfolgen kann. Die einzige Möglichkeit des Aufbaues ist die Arbeit. Daher ist der ideologische Kampf gegen die Arbeiter sinnlos. Delegierter Grünbaum, der unter großer Aufmerksamkeit des dichtgefüllten Hauses namens der Radikalen das Wort ergreift, konstatiert eine Müdigkeit in den Reden der beiden Führer. Führer, die auch nur einen L. KIELLEUTHNER Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpr eisla ge: Mk. 180.- bis Mk. 250.- Kein Anzug über Mk. 280.- V_^

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