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Das jüdische Echo · 1927-09-02 · 35 (2.9.1927) · p. Seite 562

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
35 (2.9.1927)
Date
1927-09-02
Page
Seite 562 (sequence 10)
Language
German
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562 Das Jüdische Echo Nr. 35 Ein Gebäude der zionistischen Exekutive in Jerusalem Ein Darlehensangebot des „Phönix“ Die JTA. meldet aus Basel: Das Direktorium des Jüdischen Nationalfonds beschloß, das Angebot der Versicherungsgesellschaft „Phönix“ bezüglich eines hypothekarischen Darlehens von 10 000 Pfund zwecks Errichtung eines Nationalfondstrakts in dem geplanten Monumentalbau des zionistischen Bureauhauses in Jerusalem anzunehmen. Die Zionistische Exekutive, der Keren Hajessod und die Gesundheitsorganisation Hadassah sollen eingeladen werden, auch ihrerseits baldige Entschlüsse, betreffend ihrer Beteiligung an dem Bureauhaus zu fassen. Die Gesellschaft „Phönix“ gewährt dem Nationalfonds den langfristigen Hypothekarkredit zu günstigen Bedingungen aus den Eingängen der Versicherungsprämien in Palästina. Die Haltung der amerikanischen Delegation auf dem Kongreß festgelegt Basel, 30. August. (JTA.). Aus Kreisen der amerikanischen Kongreß - Delegation erfährt der JTA-Vertreter: Die amerikanische Delegation wird auf dem Kongresse auf der Durchführung der Reformen der Wiirtschaftsmethoden beharren, weil davon die Verwirklichung der großen Pläne der Jewish Agency abhängig ist. Die Amerikaner glauben, daß Weizmann die gleiche Politik verfolgt. Die amerikanische Delegation wünscht, daß dieser Kongreß nur die Vorbedingungen zur Durchführung der Pläne der Jewish-Agency-Kommission schaffen solle. Endgültige Entscheidungen sollen jedenfalls dem nächsten Kongreß Vorbehalten bleiben. Die amerikanische Delegation ist entschlossen, der gegenwärtigen Leitung der zionistischen Bewegung Fair p 1 a y zu geben und mitzuarbeiten an der Durchführung des Jewish- Agency-Planes. Sollte die eingeschlagene Jewish- Agency-Politik mit einem Mißerfolg enden, dann werde allerdings ein Wechsel in der Leitung der Bewegung unvermeidlich sein. Der jetzige Kongreß soll die Behandlung der Fragen, die sich auf neue Unternehmungen in Palästina beziehen, verschieben, bis der von der Jewish-Agency-Kommission auszuarbeitende große Kolonisationsplan fertiggestellt ist. Die amerikanische Delegation verfügt über 64 Delegierte, auf ihre Politik haben sich weitere 16 Delegierte aus anderen Ländern verpflichtet. Diese Gruppe schließt demnach ein Drittel der gesamten Kongreßteilnehmerschaft ein. Der XV. Zionistenkongreß wird gefilmt Basel, 30. August. (JTA.) Das Kongreßbüro hat dem Zionistischen Landeskomitee für Österreich das alleinige Recht zur Verfilmung des Kongresses eingeräumt. In dem Film werden die historisch gewordenen Stätten des ersten Kongresses, dessen Teilnehmer, sowie die bemerkenswerten Begebenheiten des XV. Kongresses aufgenommen, desgleichen die IV. „WIZO“-Konferenz, alle Fraktionsberatungen, Delegiertengruppen und die Presse. Ein Aufruf der russischen Zionisten an den XV. Zionistenkongreß Basel, 30. August. (JTA.) Die vereinigte Organisation der zionistischen Jugend in Rußland („Hechaver“, „Histadruth“, „Kadimah“) hat an den XV. Zionistenkongreß einen Aufruf gesandt, in dem es u. a. heißt: „Aus den tiefen und unterirdischen Kerkern, durch die eisernen Gefängnisgitter und aus den entfernten und namenlosen Orten der sibirischen Verbannung sendet die zionistische Jugend Rußlands ihre heißglühenden Glückwünsche dem XV. Zionistenkongreß in Basel... Unendlich groß ist der Schmerz und tief die Trauer, daß ein Zweig des Baumes des Judentums, ein Teil, der zwischen den Ersten war, die dem Rufe Herzls folgten, der jahrzehntelang als Reservoir der geistigen und materiellen Kräfte der zionistischen Weltbewegung diente, auf dem XV. Zionistenkongreß nicht vertreten ist... Seiner nationalpolitischen Rechte beraubt, leidet das russische Judentum auf allen Gebieten seines nationalen und kulturellen Lebens unter dem schweren Druck eines unaufhörlichen Terrors... Und doch lebt der Zionismus in Rußland.“ Es wird geklagt, daß die zionistische Weltorganisation die Opfer des russischen Judentums nicht anerkennt und nichts unternimmt, um der Not entgegenzuwirken. Vom Kongreß wird eine eindringliche Analyse der Lage des russischen Judentums erwartet, eine Weltprotestaktion gegen Sowjetregierung und Jewsekzia empfohlen. Der Aufruf schließt: „Es lebe das freie Judentum Rußlands, die Bahnbrecher des Zionismus! Heil dem XV. Zionistenkongreß!“ Achad Haam Eine Gedenkrede von Dr. Martin Buber Hoher Kongreß! Dieses Mannes an dieser Stelle gedenken, kann nicht bedeuten, sein Wesen und sein Werk darstellen wollen. Es kann nur bedeuten, unsere Wirklichkeit an seiner Forderung und seine Forderung an unserer Wahrheit zu prüfen. Eine nationale Bewegung ist, politisch definiert, das Streben eines Volkes nach Selbstbestimmung. Aber diese Formel ist kurzatmig. Wenn es nach ihr ginge, hätte eine nationale Bewegung nach Erlangung der Selbstbestimmungsrechte keinen Sinn und Bestand mehr. Das ist so, als wollte man die ganze Bewegung um die Erneuerung der menschlichen Gesellschaft mit der Proklamierung der droits de l’homme enden, während sie mit ihr doch erst anfängt. Eine nationale Bewegung ist das Streben eines Volkes, seine Wirklichkeit nach seiner Wahrheit zu gestalten. Einen Lehrer des Volkes nennen wir einen Menschen, der beides erkennt: die ewige Wahrheit und die gegenwärtige Wirklichkeit; den Menschen, der eines am anderen mißt und der das Volk eben dies lehrt: beides zu erkennen, die Wahrheit in ihrem erhabenen Ausgangspunkt und die Wirklichkeit in ihrem kantigen Widerspruch; und der es lehrt, eines am andern zu messen. Aber noch eines lehrt er, und dieses ist das Entscheidende: er lehrt das Volk, daß der Weg, um aus dieser Wirklichkeit eine der Wahrheit würdige zu bilden, nicht über äußere Änderungen allein führt, daß, auch wenn alle erforderlichen äußeren Änderungen gelängen, sie fruchtlos bleiben müssen, wenn nicht eine innere Wandlung dazu tritt. Diese innere Wandlung, diese innere Tat des Volkes hat Achad Haam die „Techiath Halewawoth“, die „Wiedergeburt der Herzen“ genannt. Zwischen Theodor Herzls „Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland“ und

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