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Das jüdische Echo · 1927-08-26 · 34 (26.8.1927) · p. Seite 547

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
34 (26.8.1927)
Date
1927-08-26
Page
Seite 547 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 547 gingen gegen diese, als die Annahme verweigert wurde, sofort tätlich vor. Planmäßig wurden jüdische Einwohner und Kurgäste des Bades überfallen und mißhandelt. Vor dem Kaufhaus Salomon versuchten die Rowdies eine Versammlung auf offener btraße abzuhalten und luden die Passanten ein, eine Ansprache ihres Gauführers mitanzuhören. Sie fanden aber weder bei den Kurgästen, noch bei den Einwohnern der Stadt Zuhörer und als sich der Kaufmann Salomon die Zusammenrottung vor seinem Geschäft energisch verbat, fielen sie über ihn her und mißhandelten ihn schwer. Die Schaufensterscheiben seines Geschäftshauses wurden zertrümmert. Als die Polizei auf der Bildfläche erschien, nahmen die Ruhestörer sofort Reißaus und erst nach längerer Jagd gelang es, den Gauführer und vier seiner Mitschuldigen festzunehmen. Wie die „Vossische Zeitung“ von der Polizeiverwaltung des Bades Harzburg erfährt, hat diese Behörde im Verein mit dem Landjägereiposten Maßnahmen getroffen, damit sich derartige Vorfälle, die sowohl in den Kreisen der Kurgäste wie auch bei der Einwohnerschaft größte Erregung hervorgerufen haben, nicht wiederholen können. der Regierungspartei haben die Regierung aufgefordert, diesen die Bevölkerung beunruhigenden Razzien ein Ende zu machen. Trotz all dieser gravierenden Tatsachen setzt die Regierung der Mitetilung der Presse, daß es sich um eine Aktion gegen die Juden handle, ein energisches Dementi entgegen. Die Finanzen der Palästinaregierung Jerusalem, 19. August. (JTA.) Die Palästinaregierung veröffentlicht soeben die Bilanz für das Finanzjahr 1926/27. Die Gesamteinnahmen betrugen 2 390 081 Pfund, die Gesamtausgaben 2 103 275 Pfund; der Überschuß beläuft sich auf 307 656 Pfund für öffentliche Schuld und Anleiheeine Gesamteinnahme von 2 525 034 Pfund. Auf der Ausgabeseite figurierten die folgenden Posten: 307 826 Pfund für öffentliche Schuld und Anleihetilgung, 322 826 Pfund für Sicherheitsdienst und Gefängniswesen, 177 223 Pfund für die transjordanische Grenzmacht und 121 373 Pfund für öffentliche Erziehung. Kleine Nachrichten Judenmord in Posen Posen, 17. August. (JTA.) Auf tragische Weise ist in der Nähe des Dorfes Romanin, Provinz Posen, der aus Lodz stammende dreiundzwanzigjährige jüdische Händler Samuel Jäger umgekommen. Er wurde von Banditen, die Vorgaben, Ware bei ihm kaufen zu wollen, in den Wald in der Nähe von Romanin gelockt, dort niedergeschlagen, ausgeraubt und dann lebendig begraben. Die Banditen wurden bei einem neuerlichen Raubmordversuch festgenommen und gestanden auch den Mord an Samuel Jäger ein, dessen Leichnam an der angegebenen Stelle ausgegraben wurde. Die ärztliche Untersuchung bestätigte die Angabe der Mörder, daß Jäger lebendig begraben wurde und unter den Erdmassen erstickt ist. Judenrazzien in Ungarn Ausgedehnte „Fremden-Razzien — Umzingelung einer Synagoge — Zahlreiche altansässige Juden verhaftet Budapest, 16. August. (JTA.) Der Minister des Innern ließ in mehreren größeren Provinzstädten Ungarns zum Zwecke der Kontrolle der dort lebenden Fremden Razzien veranstalten. Diese Verfügung des Ministers wurde besonders im Norden Ungarns, wo sehr viele Juden wohnen, zu einem antisemitischen Feldzug gegen die dort lebenden aus dem Auslande stammenden Juden ausgenutzt. Es wurden dreihunderteinundneunzig Personen festgenommen, die die ungarische Staatsbürgerschaft nicht nachweisen konnten. Unter diesen befinden sich zahlreiche Personen, die bereits seit mehr als dreißig Jahren in Ungarn ansäßig sind, die aber keine Dokumente ihrer Staatsbürgerschaft aufweisen können. Blättermeldungen zufolge sind die Razzien stellenweise mit größter Rücksichtslosigkeit vorgenommen worden. Die Synagoge von Szerencs wurde von Gendarmen und Polizei umstellt und es wurde während des Gottesdienstes eine Razzia abgehalten. Zahlreiche Protesttelegramme, die aus diesen Städten im Ministerium des Innern eingelaufen sind, beweisen, daß die Art und Weise, wie diese Fremdenrazzien durchgeführt wurden, überall im Lande, nicht nur in der Judenschaft, große Erbitterung hervorgerufen haben. Mehrere Abgeordnete Am 15. August 1927 wurde, wie geplant, die Schächterschule des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in ihrem dafür vorgesehenen Heim, Berlin, Rosenstraße 2—4, feierlich eröffnet. Der Verein Israelitischer Lehrer in Württemberg hielt vor kurzem in Stuttgart seine Mitgliederversammlung ab, die sich mit Ausbildungs-, Besoldungs- und Unterrichtsfragen befaßte. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee ist vor einigen Tagen plötzlich schwer erkrankt, so daß eine sofortige Bruch- und Blinddarmoperation nötig wurde. Die Operation, die von dem dirigierenden Arzt der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses der jüdischen Gemeinde, Prof. Dr. Paul Rosenstein, unverzüglich vorgenommen wurde, verlief so erfolgreich, daß Dr. Klee sich jetzt schon wieder auf dem Wege der Besserung befindet und in kurzem mit seiner völligen Wiederherstellung gerechnet wird. Wie der JTA.-Vertreter erfährt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß Dr. Klee sein Mandat als Mitglied des Zionistischen Aktions-Komitees ausüben und am Kongreß in Basel teilnehmen wird. Wäscherei der Münchener Hausfrau Größte Mietwäscherei Münchens, hygienische und modernste Anlage Jeder Posten wird gesondert behandelt! Zeitersparnis S in etwa 11/a Stunden wird jedes Quantum in Ihrer Anwesenheit gereinigt. Geldersparnis; Billiger als im eigenen Haushalt. Trommel von RM. 3.70 an. Größte Schonung der Wäsche; Kein Bürsten und Reiben mehr. Jede Hausfrau ist begeistert. Trockengelegenheit, elektrische Dampfmange stehen zur Verfügung. 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