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Das jüdische Echo · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · p. Seite 533

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
Seite 533 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 33 533 Das Jüdische Echo Fräulein Hedy Bienenenfeld (Hakoah) in der überaus guten Zeit von 3:19,2 das 200-m-Brustschwimmen, ohne irgendwelchen Widerstand zu finden Die Zwischenzeit für 100 m — 1:32,2 — zeugt für die Schnelligkeit des Rennens. Zu einem rasenden Finish gestaltete sich der Endkampf in der 3Xl00- Meter-Damenlagenstaffel. Frl. Bienenenfeld konnte mit 2 m Vorsprung „anschlagen“. Als dieser Vorsprung verloren ging, spurtete Frl. Löwy und holte auch einen Meter auf, aber der Zwischenraum war zu groß, und mit 3 Sekunden mußte sich Hakoah geschlagen bekennen. Das anschließende Wasserballspiel sah die Wiener Mannschaft in äußerst interessantem Spiel mit 5 zu 4 Toren siegreich. Besonders der Torwart glänzte und klärte manche schwierige Situation. Bei dieser Gelegenheit war wieder einmal eine typische Erscheinung zu konstatieren: eine ganze Reihe von nichtjüdischen Zeitungen brachte Bilder der Siegerinnen, keine aber hielt es für nötig zu erwähnen, daß die Vertreterinnen Wiens Mitglieder eines jüdischen Klubs sind. Ja, wenn irgendein Taschendieb aus Lodz oder ein Grenzüberschreiter aus Krakau erwischt wird, da heißt es: ein jüdischer Taschendieb und ein jüdischer Grenzschwärzer. Ein altes Lied: jüdische Leistungen werden auf das Konto der Heimatsländer der betreffenden Juden gebucht, mit von Juden begangenen Verfehlungen wird das jüdische Volk belastet. * Eine 14jährige Jüdin polnische Schwimmeisterin Bromberg. Die Damen-Meisterschaft von Polen auf einer Strecke von fünf Kilometern in Bromberg gewann Fräulein Felicia Schreiber (Jutrzenka, Krakau), welche mit der Zeit von 1 Stunde 50 Minuten einen neuen polnischen Rekord aufstellte. Die Siegerin zählt kaum 14 Jahre und ähnelt, was Körperbau und Stil anlangt, der Kanalschwimmerin Ederle. Sie ist die Tochter eines angesehenen Krakauer jüdischen Kaufmanns. Die erste Leichtathletik-Meisterschaft der Wiener Hakoah Seit Kriegsausgang bemüht sich die ehrgeizige Leichtathletiksektion der Hakoah, ihren Rang unter den Spitzenvereinen zu behaupten; aber erst dieser Tage gelang es ihrem Vertreter, den Titel eines Meisters von Österreich zu erringen. Wir verzeichnen es mit besonderer Genugtuung, daß es gerade Arpad Blödy gelang, im 5000-m- Lauf an erster Stelle einzulaufen. Sein tadelloser Laufstil, fleißiges Training und nicht zuletzt das bescheidene Wesen sichern Blödy allgemein alle Sympathien. * Sieg der Palästinamannschaft in Philadelphia Gestern siegte die Palästinamannschaft, verstärkt durch Eisenhofer, Drucker, Dr. Schillinger und Fischer gegen das Städteteam von Philadelphia 5:2. Trainingsbuch des Leichtathleten Von Dr. Peltzer. Verlag Dieck öl Co., Stuttgart. Ein Buch, das in angenehmer Form, was Stil und Ausstattung anbelangt, jedem ernsten Sportsmann wichtige Ratschläge erteilt; aber auch nur dem ernsten Sportsmann. Allerdings können heute nur die wenigsten so intensiv Sport treiben, wie man es müßte, um diesem Buch gerecht zu werden. Und man sollte auch in etwa Rücksicht auf die Leute nehmen, die vielleicht nur einmal in der Woche oder auch nur einmal in 14 Tagen zum Training kommen. — Herr Peltzer, der Herausgeber und berühmte Läufer, nennt ja sein Buch auch Trainingsbuch für Leichtathleten und für solche sind sehr wertvolle Winke gegeben. Die verschiedenen Meister, die in dem Buch uns ihre Technik mitteilen, verstehen es, ihre Arbeitsmethoden klar und verständlich darzulegen. Also alles in allem, ein Buch, das man jedem strebsamen und ernsthaften Sportsmann zur Anschaffung dringend empfehlen kann. P. St. llllllll 1111 111 , l! | | | || Feuilleton | 11 l!ll!l!llllll!ll!ll! 1 Der Eingang zur Höhle oder die Geschichte von der Ziege Von S. J. A g n o n Der Jüdische Almanach auf das Jahr 5688 veranstaltet vom Keren Kajemeth Lejisrael in Prag, ist soeben erschienen. Wir entnehmen dem reichhaltigen, von Friedrich Thieberger und Felix Weltsch vortrefflich redigierten Sammelbuch, diese Dichtung Agnons. — Die vom Autor genehmigte Übersetzung aus dem Hebräischen haben Berta und Friedrich Thieber.ger besorgt. Es trug sich zu, daß ein alter Mann sein Herz beklommen fühlte. Da ging er zum Arzt. Der Arzt verordnete ihm Ziegenmilch. So sah er sich nach einer Ziege um, kaufte eine und brachte sie in den Stall. Es dauerte nicht lange, war sie verschwunden. Man suchte sie, aber man fand sie nirgends, weder im Hof, noch im Garten, noch auf dem Dach des Bethauses, noch bei der Quelle, auch nicht auf dem Berg oder auf der Waldwiese. Vielei Tage blieb die Ziege aus, bis sie von selbst wieder kam; ihre Euter waren voll, und die überströmende Milch hatte den Geschmack von Gan- Eden. Aber nicht nur dieses eine Mal geschah es so, sondern immer wieder verschwand sie vom Hause, und wenn man sie suchte, fand man sie nicht, bis sie von selbst wieder kam, die Euter voll Milch, süßer als Honig und mit einem Geschmack von Gan-Eden. Einmal sprach der alte Mann zu seinem Sohne: Meni Sohn, ich möchte gerne wissen, wohin diese Ziege geht und woher sie diese Milch bringt, die meinem Gaumen so süß schmeckt und meinen Körper heilt. Der Sohn erwiderte: Dafür gibt es einen Rat. Der Vater sagte: Welchen? Der Sohn erhob sich, brachte einen Strick und knüpfte ihn an den Schwanz der Ziege. Da fragte der Vater: Was tust du, mein Sohn? Dieser erwiderte: Ich binde einen Strick an ihren Schwanz, und wenn ich spüre, daß sie gehen will, erfasse ich sofort das Ende des Strickes und begebe mich mit ihr auf den Weg. Der Alte nickte und rief: Mein Sohn, wie freue ich mich, daß du so klug bist. Nachdem der Junge den Strick leicht an den Schwanz der Ziege gebunden hatte, beobachtete er sie. Sobald er merkte, daß sie gehen wollte,

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