Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · p. Seite 531

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
Seite 531 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156826--07942-9080678
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SPORT-ECHO Blätter zur Pflege der Leibesübungen bei den Juden Mitteilungen über die jüdische Turnu. Sportbewegung ^927_München, 19. Rugust Mr. 8 Makkabi-Turn- und Sportfest 5688 Der heurige Zionistenkongreß wird eine der schönsten Veranstaltungen, die seit einer Reihe von Jahren stets im Rahmen der Kongreßfestlichkeiten stattgefunden haben, vermissen: das Turn- und Sportfest des Makkabiweltverbandes. Vor allem ist es die große Entfernung des Kongreßortes von den jüdischen Zentren, die das Präsidium des MWV. zu diesem Entschlüsse bewogen haben dürfte, aber auch die Erfahrungen der letzten Kongreß-Turn- und Sportfeste haben erwiesen, daß es vorteilhafter erscheine, die repräsentative Veranstaltung der jüdischen Turner und Sportler nicht zur Kongreßzeit anzusetzen. Durch die Fülle der Kongreßveranstaltungen werden sowohl die Ausübenden als auch das Publikum allzusehr abgeienkt und eine erfolgreiche turnerische und sportliche Veranstaltung erfordert eine Konzentration aller. Die Makkabiturnerschaft und die jüdischen Sportler müssen aber im kommenden Jahr mit einer repräsentativen Veranstaltung vor die Öffentlichkeit treten. Veranstaltungen dieser Art benötigt jede Turn- und Sportorganisation und der Makkabiweltverband besonders. Eine der wichtigsten Vorbedingungen zum Gelingen dieses Turn- und Sportfestes ist aber eine gründliche Vorbereitung bis in die einzelnen Details. Es wurde daher freudigst begrüßt, daß sich das Präsidium des MWV. entschlossen hat, eine außerordentliche Sitzung für den 27. und 28. August d. J. nach Brünn einzuberufen, auf welcher bereits bindende Beschlüsse betreffs des geplanten Turn- und Sportfestes gefaßt werden müssen. Sofort nach dieser Sitzung hätte vor allem das Übungsmaterial für die Turnerschaft an alle Vereine abzugehen: damit in allen Vereinen rechtzeitig mit dem Einüben der Freiübungen begonnen werden kann. Aber auch das sportliche Programm müßte ehestens bekanntgegeben werden, damit man den einzelnen Sportlern eine so lange als mögliche Frist zum Training gibt. Abgesehen von diesen technischen Vorbereitungen turnerischer und sportlicher Art muß mit Propaganda und administrativer Arbeit mindestens ein dreiviertel Jahr vor der Veranstaltung eingesetzt werden, zumal es sich bei allen Veranstaltungen gezeigt hat, daß man auch in dieser Hinsicht über keine allzu großen Erfahrungen verfügt. Nun bringt die Nr. 3026 der „Wiener Morgenzeitung“ vom 2. d. M. die Mitteilung des Präsidiums des Makkabiweltverbandes, daß die für den 27. und 28. d. M. in Brünn geplante Sitzung auf Wunsch des Makkabikreises in Deutschland wahrscheinlich erst Ende Dezember stattfinden wird. Falls dieser Beschluß aufrecht erhalten wird, ist die Frage des geplanten Makkabi-Turn- und Sportfestes, welches am geeignetsten in der Pfingstzeit 1928 abgehalten werden könnte, undiskutabel. Man sollte doch annehmen, daß das Präsidium des MWV, schon aus den bisher gesammelten Erfahrungen gelernt hat und an die Vorbereitung einer großen Veranstaltung nicht erst vier Monate vorher schreitet. Es ist zu erwarten, daß das Präsidium des MWV. seinen Beschluß rückgängig, macht und die geplante außerordentliche Sitzung am 27. und 28. August d. J. in Brünn abhält, um auf dieser Sitzung die Grundlagen für die geplante Veranstaltung zu schaffen. Ing. G. 100 km Der Hakoahner Ernst Stern über seinen Schwimmrekord Der V. K.-Mitarbeiter der „Wiener Morgenzeitung“ hatte Gelegenheit, den Distanzschwimmer Ernst Stern über seine Eindrücke von seiner letzten Stromtour über 100 Kilometer von Linz bis Melk zu befragen. „Die Schwierigkeiten“, begann der Hakoahner, „die der Strom dem Schwimmer bereitet und die sich auf einer längeren Tour um so fühlbarer machen, waren unglücklicherweise gerade am letzten Sonntag sehr bedeutend. Angefangen hat die Sache damit, daß ich wegen der niederen Wassertemperatur von 9 Grad Celsius in der Frühe nicht starten konnte. Wenn es sich auch nur um ein Training gehandelt hat, wollte ich doch eine möglichst gute Zeit schwimmen, da mußte ich aber das Handikap des geringen Wasserstandes auf mich nehmen. Bei Hochwasser, wo die Stromgeschwindigkeit eine fast doppelt so große ist, hätte ich mit derselben Schwimmarbeit eine viel größere Strecke zurücklegen können. Mit dem Wetter habe ich bis jetzt nicht viel Glück gehabt; auch diesmal ging es nicht nach Wunsch, doch war ich schon sehr zufrieden, keinen ausgesprochenen Gegenwind gehabt zu haben. Daß es stellenweise in Strömen goß, war weniger für mich als für meine Begleiter unangenehm. Leider habe ich mich mit der Annahme, daß die Strömungsverhältnisse in dem oberen Teile der Donau besser seien als etwa zwischen Krems und Hainburg, diesmal gründlich getäuscht. Der Strom weist in diesen Gegenden viele Windungen auf, so daß ich sehr häufig in beinahe tote Ausbuchtungen, Untiefen, in die Nähe von Sandbänken usw. geriet, was natürlich auch nicht dazu beitrug, meine Leistung zu heben. Dazu kam noch ein besonders unangenehmes Intermezzo im Greiner Strudel, wo nicht nur ich, sondern auch meine Begleitboote, nur mit Mühe mit heiler Haut davonkamen. Nach dem 60. Kilometer waren dann die Unannehmlichkeiten zu Ende und ich war froh, die 100 Kilometer in Anbetracht der Umstände voll und dabei in guter Zeit ausschwimmen zu können. Obwohl ich damit zufrieden bin, bin ich doch vollkommen überzeugt davon, bei ausgesprochen guten Verhältnissen, also etwa Ende August, wo das Wasser am wärmsten ist, bei hohem Wasserstand

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.