Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 33 (19.8.1927)
- Date
- 1927-08-19
- Page
- Seite 530 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9103079-9156826--07941-9080677- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
530 Das Jüdische Echo Nr. 33 Man möge aber die tatsächlich bestehende Not das Gesundheitszentrum in Palästina spendete, nicht — wie dies oft geschieht — übertreiben. stellte neuerdings 75 000 Dollar für Erbauung Anderseits darf in der Öffentlichkeit nicht der Eineiner Kinderheilstätte in Tel-Awiw zur durck erweckt werden, daß die Regierung die ge- Verfügung. 25 000 Dollar von dieser Summe hat samte Bürde des Wiederaufbaus auf sich nehmen Nathan Strauß bereits überwiesen, so daß schon könne. Es müssen alle, die hierzu in der Lage sehr bald mit dem Bau und der Einrichtung des sind, an dem Hilfswerk teilnehmen. Sanatoriums begonnen werden wird. Kleine Nachrichten In der Sommerfrische Prein am Semmering ist heute der bekannte Prager Schriftsteller und Theaterkritiker Heinrich Teweles im 72. Lebensjahre gestorben. Im Jahre 1900 übernahm er die Chefredaktion des „Prages Tagblatts“, 1918 wurde er als Direktor an das Deutsche Landestheater in Prag berufen. In den letzten Jahren wirkte er wieder als Theaterkritiker des „Prager Tagblatts“. In seinem letzten Buche „Goethe und die Juden“ hat Heinrich Teweles mit viel Geist, Witz und Schlagkraft diejenigen Rassefanatiker und Antisemiten in die Schranken gewiesen, die versucht hatten, Goethe für sich in Anspruch zu nehmen. Am 14. August ist in Budapest der langjährige Rabbiner des Tempels in der Rombach- Straße, Präsident des Dreier-Rabbinerkollegiums der Pester Israelitischen Religionsgemeinde, Moses Feldmann, in hohem Alter gestorben. Der Verblichene war ein hervorragender Kenner des jüdischen religiösen Schrifttums; sein Name hatte auch in der konservativ-gesetzestreuen Judenheit außerhalb Ungarns einen guten Klang. In schwierigen religiösen Fragen war seine Entscheidung als autoritativ anerkannt. Seine tiefdurchdachten Predigten übten auf die Andächtigen stets tiefe Wirkung aus. Rabbiner Moses Feldmann war auch Professor am Rabbinerseminar. Auf Grund der soeben erschienenen Verordnung des Unterrichtsministers, die an das Gesetz vom Numerus clausus erinnert, werden an sämtlichen ungarischen Hochschulen in den ersten Jahrgang zusammen 200 jüdische Studenten aufgenommen werden können, davon 149 an den verschiedenen Fakultäten der vier Universitäten, 31 an der Technischen Hochschule, 20 an der Landwirtschaftlichen Hochschule. Wie im Vorjahr darf sich auch in diesem Jahre kein Jude dem Chemie-Studium widmen. Die von Juden bewohnte Stadt Nosowitsch in der Nähe von Hornel in Weißrußland wurde von einem Brande heimgesucht, durch den fast die Hälfte aller Häuser der Stadt vernichtet wurde. Hunderte jüdische Familien sind obdachlos und leiden unsagbare Not. Eine alte jüdische Frau ist in den Flammen umgekommen. In diesen Tagen wird Prof. Nahum S 1 o u s c h, der bekannte Archäologe und hebräische Schriftsteller, auf eine vierzigjährige literarische und wissenschaftliche Tätigkeit zurückblicken können. Prof. Slousch, der 1872 in Odessa geboren wurde, ist Direktor der Palestine Jewish Exploration Society, deren Publikationen er herausgibt. Er war Leiter der archäologischen Arbeiten, die von dieser Gesellschaft am Absalom-Grabe und bei Tiberias durchgeführt worden sind. Herr Nathan Strauß, der amerikanisch-jüdische Philantrop, der kürzlich 250 000 Dollar für Die Zionistische Exekutive in Palästina hat beschlossen, in Jerusalem, Haifa und Afuleh das System der Arbeitslosenunterstützung abzuschaffen und statt dessen eine produktive Arbeitslosenfürsorge durch Beschäftigung der Arbeitslosen bei Notstandsarbeiten einzuführen. Einzig in Tel-Awiw werden bei allmählichem Abbau den Arbeitslosen Unterstützungsgelder in bar ausgezahlt werden. Die Vorarbeiten für das große Jordan- Stauwerk der Palestine Electric Corporation haben bereits begonnen. 65 Arbeiter sind gegenwärtig bei diesem Werk beschäftigt. Ingenieur Pinchas Rutenberg sprach die Hoffnung aus, daß am Jordanwerk gegen Ende dieses Jahres etwa 1000—1500 Arbeiter beschäftigt sein werden. Am 15. Dezember d. J. wird auf dem Ölberg zum Gedächtnis des berühmten hebräischen Lexikographen Eliezer Ben Jehuda, der im Dezember 1922 verstarb, ein Denkmal errichtet werden. Der 15. Dezember 1927 ist der fünfte Sterbetag des großen Gelehrten. Die Kosten für das Monument wurden in Amerika aufgebracht. Am Montag, dem 8. August, fand in der Jerusalemer Vorstadt Beth Hakerem die feierliche Grundsteinlegung für den Bau des Hebräischen Lehrerseminars und der mit ihm verbundenen Musterschule statt. Die Feier wurde durch eine Rede des Direktors des Lehrerseminars und Vorsitzenden des Waad Leumi David Jollin eröffnet. Weitere Ansprachen hielten der Gouverneur von Jerusalem, Col. Kisch, für die Exekutive der Zionistischen Organisation, Herr M o j u c h a s für den Waad Hair und der stellvertretende High Commissioner Col. S y m e s. Letzterer vollzog die ersten Hammerschläge. Im Laufe des Monats Tharnus (Juli) wurden in Tel-Awiw 109 Personen auf Grund des palästinischen Staatsbürgerschaftsgesetzes eingebürgert. Unter ihnen befinden sich 27 Handwerker, 19 Kaufleute, 18 Landwirte, 16 Angehörige freier Berufe, 11 Arbeiter. Den Rest bilden Beamte, Lehrer und Schüler. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostUmstlckereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22975 MODELLHALIS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168