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Das jüdische Echo · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · p. Seite 529

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
Seite 529 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Das Jüdische Echo 529 Schräder wurde er einer der Führer des Liberalismus in Deutschland. Seit 1893 ist er Mitglied des Abwehrvereins, nach Theodor Barths Tode (Juni 1909) übernahm er die Leitung des Vereins. Nach der Revolution schloß er sich der Deutschen Demokratischen Partei an und gehörte nach Schaffung der Weimarer Verfassung dem Reichskabinett als Innenminister an. Dem Abwehrkampf gegen den Antisemitismus widmete sich Gothein im Kulturinteresse des deutschen Volkes. Schmähung des Grabes Hugo Zuckermanns München, 11. August. (JTA.) Der „Illustrierte Beobachter“, der Bilder-Ableger von Hitlers „Völkischen Beobachter“, bringt in seiner Juli-Nummer unter der Sammelüberschrift: „Von unseren Feinden“ Bilder der Rumänenkönigin, japanischer Diplomaten, Bilder aus Frankreich, aus England — nur das von Hitler umschmeichelte faszistische Italien fehlt in der Reihe „unserer Feinde“. In dieser Reihe aber steht mit dem Untertitel „So ehren sie ihre Toten“ das Bild des Grabmals des im Felde für die Mittelmächte gefallenen österreichischen Oberleutnants Hugo Zuckermann in Eger, des begabten jüdischen Dichters deutscher Zunge. Die „Abwehrblätter“ bemerken hierzu: „Das Grabmal des Dichters des ,Österreichischen Reiterliedes4, der sein Leben für das Vaterland einsetzte und hingab wie Ludwig Frank und so viele andere deutsche Juden, spricht eine zu deutliche Sprache gegen die verlogene Hetze der uns erhalten gebliebenen Hitler, Ludendorff, von Graefe usw., als daß man noch ein Wort über diese schmachvolle Sorte Journalismus zu verschwenden braucht. Die Herren kennzeichnen sich am besten selbst mit der Unterschrift, die sie für das Bild gewählt haben. ,Denn Patroklus liegt begraben und Thersites kommt zurück.“ Der europäische Nationalitätenkongreß und die Juden Genf, 9. Juli. (JTA.) Der 3. Nationalitäten- Kongreß findet vom 22. bis 24. August in Genf stat. Es werden über 35 verschiedene Minderheitsgruppen aus allen Teilen Europas, die zusammen eine Bevölkerung von über vierzig Millionen Menschen umfassen, beteiligt sein. Dem Kongreß werden Vertreter der Juden aus Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und Bulgarien beiwohnen. Die Tagung wird vom Präsidenten der beiden bisherigen Nationalitätenkongresse, dem slowenischen Abgeordneten im italienischen Parlament Dr. J. Wilfan, eröffnet werden und sich dann mit der Frage „Gefährdung des europäischen Friedens durch nationale Unduldsamkeit“ befassen. Es soll, sich hierbei um die Feststellung handeln, wie weit die nationale Unduldsamkeit die Beziehungen zwischen den Völkern selbst vergiftet und so zu einer der wesentlichsten Konfliktursachen in Europa wird. — Dem Präsidium der beiden bisherigen Kongresse gehörte bekanntlich als Vertreter der Juden Leo Motzkin, Präsident des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris, an. Die Gleichberechtigung der Juden in Polen nicht hergestellt Warschau, 8. August. (JTA.) Der Vorsitzende des jüdischen Nationalrats in Polen, Abg. Grünbaum, überreichte dem Ministerrat ein Memorandum in der Angelegenheit der in Polen bestehenden Gesetzesbeschränkungen gegen Juden, die noch aus der Zeit des zarischen Regimes stammen. Dr. Grünbaum erinnert in dem Memorandum daran, daß alle bisherigen Regierungen versprochen haten, diese in Widerspruch mit der Verfassung der polnischen Republik stehenden Gesetze abzuschaffen. Bis heute wurden jedoch diese Versprechungen nicht erfüllt. Somit ist die Gleichberechtigung der Juden in Polen, die in der Verfassung vorgesehen ist, bis heute nicht verwirklicht worden. Dieser Zustand könne nicht länger dauern, die Regierung müsse endlich ihre elementarste Pflicht erfüllen und jedwede rechtliche Beschränkung, die noch gegen Bürger wegen ihres Glaubens oder Nationalität bestehen, abschaffen. Schwere antijüdische Ausschreitungen in Bukowinaer Kurorten Czernowitz, 14. August. (JTA.) Die Zeitungen bringen grauenvolle Einzelheiten über die antisemitischen Ausschreitungen im Kurort-Rayon der südlichen Bukowina Dornavatra—Jacobeni— Gurahumora und auf der Eisenbahnstrecke Dorna —Darmanesti, an denen sich auch der Student Totu, der von Monaten den jüdischen Studenten David F a 11 i k im Gerichtsgebäude niederschoß, jedoch vom Schwurgericht in Kimpolung freigesprochen wurde, als Anführer beteiligte und sich durch besondere Roheit auszeichnete. Der jüdische Deputierte Dr. Straucher hat telegraphisch die Regierung von den Exzessen benachrichtigt und um Abhilfe gebeten. Der Innenminister hat ihm zwar geantwortet, daß eine strenge Untersuchung eingeleitet werde; die Ausschreitungen dauern aber noch fort. Das Hilfswerk für die Erdbebenopfer in Palästina Jerusalem, 12. August. (JTA.) Das Zentralhilfskomitee für die durch die Erdbebenkatastrophe Geschädigten hielt unter dem Vorsitz des stellvertretenden Oberkommissars, Colonel Symes, abermals eine Sitzung ab, in der Colonel Symes Bericht über die bisherigen Leistungen des Komitees erstattete. Wo die Not am drängendsten war, wurde geholfen, Erhebungen über den Umfang des Schadens wurden sorgfältig gepflogen, die Regierung werde sich demnächst darüber schlüssig werden, welche weiteren Hilfsmaßnahmen erforderlich sind. In Reineh, im Unterdistrikt Nazareth, wurden von 200 Häusern 160 zerstört. Die Regierung erwägt den Plan, das ganze Dorf an einer günstiger gelegenen Stelle wieder aufzubauen. Vor dem Winter müßten alle Obdachlosen untergebracht sein, die Regierung erwäge zu diesem Zwecke die Vornahme von Bodenenteignungen. Private kaufmännische Kurse Fernruf 23 6 99 j%|ll| Gegründet1879 RUDOLF DUKUV MÜNCHEN Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck. Jeden Monat beginnen neue Kurse. Beste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Prinz-Ludwig-Str. Nr. 3/1, neben der Tonhalle

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