Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-08-19 · 33 (19.8.1927) · p. Seite 528

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
33 (19.8.1927)
Date
1927-08-19
Page
Seite 528 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156826--07939-9080675
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

528 Das Jüdische Echo Nr. 33 ßigterer: die Mandatarmacht hat denn auch in einigen Punkten ihrer Erwiderung zu verstehen gegeben, daß sie jede sich bietende Gelegenheit ergreifen wird, um diejenigen Bestimmungen des Mandats, die sich auf die nichtjüdische Bevölkerung beziehen, zu erfüllen, obwohl dies angesichts der hartnäckigen und systematischen Opposition dieser nichtjüdischen Bevölkerung erschwert ist. Es besteht aller Grund zur Annahme, daß eine wirkliche, wenn auch noch allmähliche Bewegung in der Richtung der Versöhnung und des Überkommens in Gang ist. Die Kommission nimmt in ihrem Berichte auch Kenntnis von der durch die Mandatarmacht veranlaßten Einschränkung der Einwanderung, sowie von der Absicht der Mandatarmacht, die Einwanderung im Verhältnis zu der Aufnahmefähigkeit des Landes vor sich gehen zu lassen, eine Politik, die die Mandatarmacht, wie sie sagt, stets befolgt hat, und die auchvon der Mandatskommission im Jahre 1924 empfohlen worden ist. Aus der jüdischen Welt Die Schändung des jüdischen Friedhofs in Essen 4 0 Grabstätten zerstört. — Systematische „Arbeit“ völkischer Kreise. — Das Schweigen der Polizei über die Vorfälle in Köln Berlin, 16. August. (JTA.) Wie bereits gemeldet, wurden Ende Juli auf dem alten jüdischen Friedhof in Essen innerhalb einer Zeitspanne von wenigen Tagen zweimal Grabschändungen vorgenommen. Beim ersten Male wurden fünf und beim zweiten Male etwa 35 Grabdenkmäler umgestürzt und teilweise zerstört. Wie nun der „Vossischen Zeitung“ unter dem 15. August aus Essen telegraphiert wird, vermutet man, daß die Schändungen von unreifen Burschen verübt worden sind. Die polizeilichen Ermittlungen zur Feststellung der Täter sind, wie wir hören, noch nicht abgeschlossen. Es wird jedoch erklärt, daß die Täter aller Voraussicht nach ermittelt werden können. Diese Mitteilung versieht die „Vossische Zeitung“ mit folgendem Kommentar: „Wenn demnach bestimmte Anhaltspunkte vorerst nicht gegeben sind, so zwingen doch die auch in anderen Orten sich häufenden gleichen Vorfälle zu dem Schluß, daß es sich um eine systematische „Ar- Wäscherei der Münchener Hausfrau Größte Mietwäscherei Münchens, hygienische und modernste Anlage Jeder Posten wird gesondert behandelt! in etwa nj2 Stunden wird jedes Quantum in Ihrer Anwesenheit gereinigt. Geldersparnis; Billiger als im eigenen Haushalt. Trommel von RM. 3.70 an. Größte Schonung derWäscheg Kein Bürsten und Reiben mehr. Jede Hausfrau ist begeistert. Trockengelegenheit, elektrische Dampfmange stehen zur Verfügung. *• Unser Auto holt und bringt die Wäsche kostenlos. Besichtigen Sie unsere Musterwäscherei Wir übernehmen jede Art von Wäsche zur gebrauchsfert. Lieferung. Wäscherei d. Münchener Hausfrau HOCKER & BÄUERLE Landwehrstr.57/59, T596858 beit“ völkischer Kreise handelt, die auf diese Art ihren Haß an geweihter Stätte austoben. Das ist im Zeitraum von zwei Jahren nunmehr der zweiundvierzigste Friedhof in Deutschland, der von Grabschändern verwüstet wurde, ohne daß man bei der Mehrzahl der Fälle von einer Feststellung der Täter oder Bestrafung gehört hätte. Auch über das Verbrechen in Köln, bei dem über 70 Gräber verwüstet wurden, hüllt sich die dortige Polizei in Stillschweigen!“ Das Endresultat der Kongreßwahlen in Deutschland Berlin, 12. August. (JTA.) Die Hauptwahlkommission für die Wahlen zum 15. Zionistenkongreß in Deutschland trat am Donnerstag, den 11. August, abends im Lokale der Z.V.f.D. unter dem Vorsitz von Dr. Martin Rosenblüth zusammen und tagte bis Freitag, den 12. August, morgens. Sie stellte das folgende endgültige Wahlresultat fest: Abgegeben wurden in allen Wahlkreisen Deutschlands 6656 gültige Stimmen. Davon entfielen auf Liste 1 (Poale Zion) 1570, auf Liste 2 (Linkes Zentrum) 2313, auf Liste 3 (Misrachi) 2076, auf Liste 4 (Revisionisten) 302, auf Liste 5 (Radikale Zionisten) 465 Stimmen. Die den deutschen Zionisten auf Grund ihrer Schekelleistung zukommenden 12 Delegiertenmandate wurden wie folgt verteilt: Poale Zion 3 Mandate, Linkes Zentrum 4 Mandate, Misrachi 4 Mandate, Radikale Zionisten 1 Mandat, Revisionisten kein Mandat. Die Namen der deutschen Kongreßdelegierten sind: Linkes Zentrum: Kurt Blumenfeld, Berlin; S. Schocken, Zwickau; Dr. Moritz Bileski, Berlin; Dr. Hugo Schachtel, Breslau. Da Herr Kurt Blumenfeld als A.C.-Mitglied und Herr S. Schocken als Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates dem Kongreß beiwohnen und auf ihre Delegiertenmandate verzichten, rücken an ihre Stelle Dr. Martin Rosenblüth und Rechtsanwalt Dr. Max Kollenscher auf. Auf der Weltliste des Linken Zentrums stehen von deutscher Seite an erster Stelle: Dr. Felix Rosenblüth und Dr. Alfred Klee. Dr. Rosenblüth ist aber Exekutiv-Mitglied und Dr. Klee A.C,-Mitglied; es käme demnach vom Linken Zentrum Herr Dr. Max Jacobsohn, Breslau, in Betracht. Auf der Liste des deutschen Misrachi wurden gewählt: Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin; Lazarus Barth, Berlin; Rabbiner Dr. Jacob Hoffmann, Frankfurt a. M., und Dr. Israel Rabin, Breslau. Auf der Liste der Poale Zion und des Jung-jüdischen Wanderbundes wurden gewählt: Alfred Berger, Dr. Georg Lubinski, Josef Wahl. Auf der Liste der Radikalen wurde Dr. Max Soloweitschik gewählt. Siebzigster Geburtstag von Georg Gothein Berlin, 11. August. (JTA.) Am 15. August 1927 vollendet der Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus in Deutschland, der Reichsminister a. D. Dr. Ing. Georg Gothein, sein 70. Lebensjahr. Georg Gothein entstammt der schlesischen Grenzmark und hat sich um die wirtschaftliche Hebung dieses Teils des deutschen Reichs große Verdienste erworben. Durch Verleihung des „Dr. Ing. ehrenhalber“ stattete die Technische Hochschule Breslau Gothein ihren Dank ab. Neben Bamberger, Theodor Barth und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.