Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 33 (19.8.1927)
- Date
- 1927-08-19
- Page
- Seite 526 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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526 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage Nr. 33 Die Universität Jerusalem (Eine Berichtigung) In der vom C.-V. verbreiteten, sattsam bekannten broschüre von Dr. Weyl und Dr. Cohn über Palästina schreibt Dr. Cohn-Dessau u. a. über die Universität Jerusalem folgendes: „Aber die Universität besteht aus vier oder fünf Zimmern mit chemischen Instrumenten. Ein Professor ist da und 70 oder 80 Schüler, die man bei uns kaum als Vollreife Studenten ansprechen würde.“ Da diese Vorträge auch in der „Jüdisch-liberalen Zeitung“ erschienen sind, hat der Kanzler der Universität, Dr. Magnes, der Zeitung eine Berichtigung gesandt, die jedoch nicht abgedruckt wurde, weil eine Berichtigung bereits dort von Dr. Reifenberg veröffentlicht worden war, zu der freilich Dr. Cohn eine Nachbemerkung machte, die seine irreführende Darstellung bemänteln sollte. Dr. Cohn pocht darauf, daß der Geddes-Entwurf noch nicht voll ausgeführt ist und daß die Jerusalemer Universität keinen Vollbetrieb im §inne einer europäischen Universität hat. Diese, die Gesetze des Werdens ignorierende etwas kindliche Entrüstung darüber, daß nicht am ersten Tage alles fertig dasteht (ohne daß man selbst, notabene, auch nur das Geringste dazu getan hat), kontrastiert in bezeichnender Weise mit den verständnisvollen wohlwollenden Worten christlicher wirklicher Gelehrter, z. B. Sellins und Greßmanns, die — wie Sellin bei der letzten Pro Palästina-Kundgebung ausgeführt hat, wissen, daß eine Universität Jahrzehnte zu ihrer Entwicklung braucht. Was tatsächlich an Instituten schon heute vorhanden ist, zeigt die Zuschrift von Dr. Magnes, die er auch uns sandte und die wir nachstehend wiedergeben: Verzeichnis der Räume und des Personals der Hebräischen Universität in Jerusalem A. Institut für jüdische Wissenschaften: Gemietetes Gebäude, Mount Scopus. 1 Hörsaal, 1 Lesezimmer, 1 Bibliothekzimmer, 1 Professorenzimmer, 2 Seminarienzimmer, 2 Räume für archäologische Sammlungen, 1 Studentenwartearum, zusammen 9 Räume. B. Institut für Orientalische Wissenschaften: Gemietetes Gebäude, Abessynier Straße 138. 2 Seminarienzimmer, 2 Bibliothekzimmer, zusammen 4 Räume. C. Die Bibliothek der Universität (die auch Nationalbibliothek ist) ist in der Abessynier Straße' in 4 Gebäuden untergebracht, zusammen 24 Räume. D. Das Chemische Institut (Hauptgebäude, oberes Geschoß und linker Flügel des unteren Geschoßes, Mt. Scopus) besteht aus folgenden Räumen: 1 großes organisches Laboratorium für Praktikanten, 1 kleineres analytisches Laboratorium für Praktikanten, 1 Laboratorium für physikalischchemische Übungen, 1 Hörsaal, 1 großes Lesezimmer, 1 Handbibliothek, 8 voll eingerichtete Laboratorien für die Forschungsarbeiten des Chefs und der Assistenten, 8 kleinere Räume für besondere Arbeiten, 1 Kühlzimmer, 1 feinmechanische Werkstätte und Glasbläserei, 1 Kraftstation mit Akkumulatorenbatterie und pneumatischer Wasserdruckversorgung, 1 Laboratorium für biochemische Übungen, zusammen 2 6 Räume. E. Das Mikrobiologische Institut (Abteilung für Parasitologie). 1 protozoologisches Laboratorium (zwei große Räume), 1 entomologisches Laboratorium, 1 helmintologisches Laboratorium. Ferner zusammen mit der Hygienischen Abteilung, 1 Zentrifugenraum, 1 Inkubatorzimmer, 1 Kurssaal (noch nicht eingerichtet), 1 Tierhaus bestehend aus 10 Zimmern, zusammen 17 Räume. F. Abteilung für Hygiene (Hauptgebäude, unteres Geschoß, Mt. Scopus). 2 bakteriologische Laboratorien, 1 Privatlaboratorium, 1 physiologisch-chemisches Laboratorium, 1 Hauptlaboratorium, 2 bakteriologische Laboratorium, zusammen 7 Räume. C. Mathematisches Institut. Gemietetes Gebäude, Abessynier Straße 138. 1 Vorlesungsraum, 2 Räume, Mathematische Bibliothek, 1 Hörsal (gemeinsam mit dem Institut für orientalische Wissenschaften), zusammen 4 Räume. H. Institut für Palästina-Naturkunde ist in der Experimental-Station der Hanhalah Hazionit in Tel-Awiw und in Rehoboth untergebracht. 1 Zimmer für den Direktor, 2 Zimmer Flora, 1 Pflanzenphysiologisches Laboratorium Rehoboth, 1 Zoologisches Laboratorium Rehoboth, zusammen 5 Räume. I. Administration: 5 Zimmer. Gesamtzahl der Räume 10 0, Das wissenschaftliche Personal 8 Professoren und Abteilungsleiter, 9 Dozenten, 10 Seniorassistenten und Instruktoren, 10 Juniorassistenten. Gesamtzahl des Personals 3 7. Zahl der Studentenschaft (Sommersemester 1927) Institut für jüdische Wissenschaften 101, Institut für orientalische Wissenschaften 16, Institut für Chemie 30, Institut für Mathematik 21. Gesamtzahl der Studentenschaft 168. * Das Jahrbuch der Hebräischen Universität Jerusalem für das Jahr 1926/1927 gibt einen guten Überblick über die Fortschritte des Institutes. Während des verflossenen Jahres wurden keine neuen Abteilungen eröffnet, da das Direktorium der Ansicht war, daß vor der Schaffung neuer Institute die bestehenden Abteilungen weiter konsolidiert werden müßten, aber die Tätigkeit der bestehenden Abteilungen wurde beträchtlich ausgedehnt und eine Anzahl neuer Lehrstühle und Vorlesungen errichtet. Was den wissenschaftlichen Fortschritt betrifft, so ist mit Genugtuung die Arbeit zu vermerken, die von Dr. Adler in der Sektion für Parasitologie, der ersten Abteilung des Mikrobiologischen Institutes, geleistet worden ist. Es wurden protozoologische Untersuchungen geführt, mit der Arbeit für Wurmkunde begonnen und auch Anfänge mit Tierzucht für Laboratoriumszwecke gemacht. Im zweiten medizinischen Institut, der Abteilung für Hygiene, wurde mit der Forschungsarbeit in der Epidemiologie, Bakteriologie und Physiologie der Ernährung begonnen. Es wird ferner beabsichtigt, im Laufe dieses Jahres Vorlesungen über Probleme öffentlicher Gesundheitspflege zu veranstalten. Die Forschungstätigkeit des Chemischen Institutes, die im vorigen Jahre über verschiedene Probleme der analytischen, organischen und kolloidalen Chemie unter besonderer Bezugnahme auf aktuelle Probleme, die durch die Entwicklung des Landes entstanden, begonnen worden sind, wurden fortgeführt und erweitert. Das neue Institut für palästinische Naturgeschichte, eine der meistversprechenden Abteilungen der Universität, hat nützliche Arbeit in der Zoologie, Pflanzenspychologie, im Studium