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Das jüdische Echo · 1927-08-12 · 32 (12.8.1927) · p. Seite 517

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
32 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
Seite 517 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 517 entwickelbare und fortentwickelte Organisation gefunden haben. Aber die jüdische Geschichte zeigt — wie bei einem zu dauernder Wanderung gezwungenen Volk natürlich — keine fortentwickelte Organisation, ja kaum Ansätze einer solchen. Es sind fremde Gesichtspunkte, die hier angewandt werden (übrigens ist die Dubnowsche Gesamteinteilung des Werkes [siehe Einleitung, Band I] sehr wertvoll und interessant). Sinnvoller würden die Überschriften lauten: Vor und nach dem Sieg der katholischen Kirche. Das ist nun nicht —• wie es scheinen könnte, ein Streit um Worte, sondern eine Folge der Begrenzung, die Dubnow seiner Wissenschaft selbst gesetzt hat. Es bereitet ihm sichtlich Unbehagen — und ist leider doch nicht zu ändern! — daß die Juden in der Vergangenheit in all ihren Schicksalen abhängig waren von einer meist feindlichen Umwelt. DubnoW schließt sein geblendetes Auge und schafft sich einen höchst irrealen Begriff von einer selbsttätigen „Organisierung“ der Juden. Seine Anschauungen in dieser Richtung finden manchmal einen höchstpersönlichen und sympathischen — aber unzulänglichen Ausdruck, so wenn er schreibt: „Das Nationale und das Allmenschliche traten hier in den verschiedensten Verhältnissen miteinander in Verbindung: Während bei (Juda) Halevi das Universale in den grellsten nationalen Farben erstrahlte, ist es bei Maimonides gerade umgekehrt.“ Aus diesem häufig hervortretenden Streben, die Juden als ein Volk unter Völkern erscheinen zu lassen, spricht eine Tendenz, die als Tendenz wissenschaftsfeindlich ist, und wir gestehen: wir waren nach Lektüre der ersten drei Bände geneigt, diesen Mangel sehr hoch zu bewerten. Heute, da wir in Dubnows Denkart weiter eingedrungen sind, erblicken wir in seiner perlichen Art viel eher einen Vorzug. Denn fast nirgends tut die „Tendenz“ der wissenschaftlichen Gründlichkeit Abbruch, immer wieder aber gibt sie dem Buch einen Schimmer von des Verfassers hohem persönlichen Ernst. Es liegt eine fühlbare Weihe über diesem Buch, z. T. wegen des Stoffes, z. T. aber auch gerade wegen dieser „Tendenz“, die das Werk davor bewahrt, in der Sphäre der Weisheit zu erkalten. Gerade wegen dieser persönlichen Eigenschaften, die wissenschaftlich Mängel sind, ist dieses Buch im Begriff, ein Volksbuch im besten Sinne zu werden —. und ein Volksbuch in zehn Bänden, das die jüdische Geschichte zum Gegenstand hat — das ist wahrlich eine Tat. rst* Entwicklungsstufen der jüdischen Religion (Vorträge des Institutum Judaicum an der Universität Berlin, I. Jahrgang, 1925/26.) Hiermit legt das von Strack begründete Institutum Judaicum, das der theologischen Fakultät der Universität Berlin angegliedert ist, seine erste Veröffentlichung vor. Der bisherige, inzwischen verstorbene Leiter Professor Hugo Greßmann bezeichnet in seiner Einführung als die Aufgaben des Instituts: „das nachbiblische Judentum mit wissenschaftlichen Mitteln zu erforschen, d. h. seine geschichtliche Entwicklung und Bedeutung vom Ende der biblischen Zeit an bis in die Gegenwart herauszuarbeiten“, und zwar, wie besonders betont wird, nicht mit missionarischen, sondern einzig und allein mit wissenschaftlichen Absichten. Durch die Aufnahme dieses Wissenszweiges in die Universitas literarum läßt man nun endlich dem Judentum, einer für Vergangenheit und Gegenwart so wichtigen Größe, das Recht und die Billigkeit widerfahren, die man sich längst gewöhnt hat, minder bedeutenderen Disziplinen einzuräumen Um die Objektivität der Wissenschaft zu wahren, die gerade bei der Darstellung des Judentums gefährdet sein könnte, hat der Leiter des Instituts in den beiden letzten Wintern jüdische Gastprofessoren (vornehmlich Dozenten der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums) berufen, weil bei ihnen die erste Voraussetzung für wahre Objektivität, die Liebe zum Judentum gegeben ist. In dieser Berufung liegt aber auch gleichzeitig, wie Greßmann betont, eine Anerkennung der jüdischen Wissenschaft, eine Beurteilung, die ihr ja oft versagt geblieben ist. Neben der Einführung von Greßmann bringt der (bei Alfred Töpelmann, Giessen) erschienene Band folgende Aufsätze: Elbogen, Esra und das nachexilische Judentum — Bergmann, Das Judentum in der hellenistisch-römischen Zeit — M. Guttmann, Zur Entstehung des Talmuds — J. Guttmann, Die religiösen Motive in der Philosophie des Maimonides — Baeck, Ursprung und Anfang der jüdischen Mystik. Alle Vorträge sind kurze, aber doch ausgezeichnete und sehr instruktive Einführungen in die entsprechenden Gebiete und sind selbst für denjenigen, der sich wenig mit dieser Literatur beschäftigt, leicht zu lesen, da die Aufsätze nur Ergebnisse vermitteln, ohne allzusehr mit wissenschaftlichen Anmerkungen belastet zu sein. E. Sippurim. Prager Sammlung jüdischer Legenden. In neuer Auswahl und Bearbeitung. Herausgegeben von Dr. Siegfried Schmitz, R. Löwit Verlag, Wien. 2. Aufl. Der Gedanke, die 1846 von Wolf Paschel.es in Prag unter dem Titel „Sippurim“ begonnene Sammlung jüdischer Sagen, Volkserzählungen, Legenden und Chroniken einer Durchsicht zu unterziehen, sind in teilweise erneuerter, man darf wohl sagen: gereinigter Form in einer Auswahl einem weiteren Publikum zugänglich zu machen, darf des Beifalls aller an jüdischer Folklore interessierten Kreise gewiß sein. Aus unserer Abteilung Damenstrümpfe Damenslrumpf Seidenflor, Doppelsohle und Hochferse, die solide Qualität, schwarz und farbig . . Ia Waschseide, allerfeinste klare Seide, in den neuesten ■I kll Farben.L»ÜU Bemberg Waschseide, _ _ prachtvolles Gewebe, in den a modernsten Farbtönen . Tramaseide, ein extra feines Gewebe von bester Qualität in sämtlichen Modetönen . Damenslrumpl das Edelste in Waschseide, erstklassige Qualität in t vielen Pastelltönen . . . KREU-UCKO THEATINERSTRASSE 16

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