Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 32 (12.8.1927)
- Date
- 1927-08-12
- Page
- Seite 518 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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518 Das Jüdische Echo Nr. 32 Siegfried Schmitz, der für die 2. erweiterte Auflage als einziger Herausgeber zeichnet (bei' der 1. arbeitete Mair Wiener mit), hat bei der Auswahl der Nach- oder Neuerzählung sicheren Geschmack bewiesen; der Verlag R. Löwit hat das Buch gut und ansprechend ausgestattet; hoffentlich bringt, das wünschen wir mit dem Herausgeber, „die neue Form des Bandes den ,Sippurim‘. die kostbares jüdisches Volksgut bergen, neue Freunde“. I. E. Benno Elkan, Spanien. Gesehen von einem Künstler, mit 32 Federzeichnungen des Verfassers, Delphin-Verlag, München 1926. Der Bildhauer Benno Elkan, dem wir plastische Werke verdanken, die zu den besten der Gegenwart gehören, hat die seelischen Erlebnisse einer spanischen Reise niedergelegt und in einem Buche der Öffentlichkeit übergeben. Mit einer Anschaulichkeit sondergleichen ist darin Spanien, sind seine Städte und Menschen, seine Landschaften und die Sitten seiner Bewohner in einer Sprache eingefangen, die bei aller Lebendigkeit, aus der jedes Wort geboren wird, doch von einer Läuterung des Ausdrucks ist, von einer Abgerundetheit der Form, wie sie unter den Bildhauern der Gegenwart vielleicht einzig der Schöpfer des Frankfurter Kriegerdenkmals zur Verfügung haben kann. Wie hier Gesehenes und Erlebtes, Erahntes und dichterisch Erdachtes nebeneinander stehend, zu einem einheitlichen Ganzen sich runden, doch nie ineinander verfließen, sondern in plastischer Klarheit Umrissen sind, kann vielleicht nur mit Spanien selbst verglichen werden, dem Lande, wo die schroffen Gegensätze sich zum charakteristischen Ganzen verbinden. Daß dieses Buch frei ist von allem angelesenen Beiwerk, aber daß nichts mitgeteilt ist, was unserem Wissen nicht standhielte, daß etwa die Urteile über die Künstler den herrlichen Reiz des eigenen Erlebens atmen und daß sie trotzdem vor jeder historischen Prüfung bestehen, ist das, was das Buch als Äußerung einer ausgereiften Künstlerschaft so überaus liebenswert macht. Wer das Buch gelesen hat, muß die Sehnsucht nach Spanien erfassen, weil ihm durch Auge und Seele eines Künstlers, durch die Sprache eines Dichters die eigene Empfänglichkeit geweckt und gesteigert wird. Geschrieben mit offenem Auge und beglückender Empfindsamkeit des Herzens, wie sie sonst nur ganz jungen Menschen eigen ist. steht das Buch würdig neben der bildhauerischen Leistung Elkans. Das Spanienbuch ist in Wahrheit ein musikalisches Werk nicht nur seiner Gliederung und seines steigernden Aufbaues wegen, sondern weil ihm die stärksten sprachlichen Formungen aus musikalischen Vorstellungen erwachsen. Unvergeßlich das Orchester der spanischen Städte, unnachahmlich die Kunst, vom Schweigen der Nacht und vom Lärm der großstädtischen Straße zu erzählen. Unter der modernen Allgemeinliteratur über Spanien, die gewiß nicht gering ist, ist dieses Buch ein „todo sin ugual“. Was Elkan an Burgos so köstlich findet, Deutsche Meuwäscherei O.m.h.H. FELIX BBAUDNER * MtNCHEU Wittelsbacherplatz 21 o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr. 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kragen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8 Tage ist auch der stärkste Wert seines Buches; „Durch Ernst unterbautes Entzücken, gibt es etwas, was fröhlicher stimmt?“ — Auch ohne die 32 Federzeichnungen des Verfassers würde das Buch seinen bleibenden Wert besitzen. Dr. H. G. Erez Israel. Palästina-Album. Format 27 : 36 cm. Preis RM. 10.—. Erez Israel. Palästina-Album. Format 16 : 24 cm. Preis RM. 5.—. Orient-Verlag, Berlin, Alleinvertrieb durch Buchhandlung „Jalkut“, Berlin-Charlottenburg. Zwei Mappenwerke, von denen das erste (große) 10, das andere (kleinere) 32 Bilder enthält. Während das große Album in der Hauptsache Ansichten historischer Stätten, Ruinen, Baudenkmäler und einige wenige besonders schöne Landschaftsbilder zeigt, bringt das'kleinere Bilder aus dem Leben des gegenwärtigen Palästinas. Alte und neue Siedlungen, Bau- und Wegearbeiten, Städte, malerische Winkel, Menschen und Tiere aus allen Gegenden des Landes sind dort vertreten. Die Photographien, die von Ben-Dow (Jerusalem) stammen, sind, was künstlerisches Sehen und Technik anbetrifft, als mustergültig zu bezeichnen. Die beiden Mappen werden als Hilfsmittel für Geschichtsunterricht und für Palästinakurse sicherlich wertvolle Dienste leisten. Sie erleichtern die Vorstellung von Landschafts- und Siedlungsformen, wie von alten Stätten jüdischer Geschichte. Als solche, aber auch als Ansichtsalben mit nur künstlerischem Interesse verdienen sie in jüdischen Kreisen weite Verbreitung. S. „Brith Schalom“. Die im Jahre 1926 gegründete Organisation „Brith Schalom“, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina systematisch zu fördern, veröffentlicht soeben in hebräischer Sprache unter dem Titel „Sch’ifotenu“ (Unsere Bestrebungen) ihre erste Publikation. Diese Sammelschrift weist aus Reden und Artikeln von Theodor Herzl, Achad Haam, A. D. Gordon, Martin Buber. Arthur Ruppin u. a. nach, daß der Gedanke der Verständigung zwischen Juden und Arabern seit dem Beginn der zionistischen Bewegung immer wieder proklamiert wurde und nicht etwa nur ein taktisches Manöver in einem gegenwärtigen Notstand ist. „Kirjath Sepher.“ Soeben erschien das erste Heft des vierten Jahrgangs der von der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek herausgegebenen bibliographischen Vierteljahrsschrift „Kirjath Sepher“. Das Heft umfaßt außer der Bibliographie folgende Aufsätze; F. Bodenheimer: Bibliographisches Verzeichnis der Literatur über die Fauna Palästinas in den Jahren 1924—1926. . J. Sonne; Die Namen der Korrektoren der Gebetbücher und Machsorim. Jizchak Rivkind: Die Drucke von Korez. Menasche Unger; Zur Geschichte der jüdischen Siedlung in Pekiin. Meir ben Abraham Halevy: Bemerkungen zum Katalog der hebräischen schönen Literatur. B. Dinaburg: Briefe von S. J. Rapoport. Die Zeitschrift ist durch die Jüdische National- und Universitätsbibliothek Jerusalem zu beziehen. Abonnementspreis 10 Shilling pro Jahr.