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Das jüdische Echo · 1927-08-12 · 32 (12.8.1927) · p. Seite 510

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
32 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
Seite 510 (sequence 6)
Language
German
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510 Das Jüdische Echo Nr. 32 Das Hauptreferat hielt Herr Rabbiner Dr. Goldmann (Leipzig) über das Thema: „Probleme der inneren jüdischen Politik“. Cand. jur. W. S. Matzdorff (Berlin) referierte über die gegenwärtige Lage an den deutschen Hochschulen und kennzeichnete besonders die Ergebnisse des Würzburger Studententages. Nach eingehender Debatte nahm der K. C.-Tag fast einstimmig zur Hochschulpolitik folgende Resolution an: „Der 25. ordentliche Verbandstag des K. C. (Kartell-Convents der Verbindungen Deutscher Studenten jüdischen Glaubens) in Freiburg nimmt in Übereinstimmung mit den von den früheren Verbandstagungen festegelegten hochschulpolitischen Richtlinien zu dem Ergebnis des Würzburger Studententags folgende Stellung: Der Würzburger Beschluß kann nie die Grundlage einer Verfassung der Deutschen Studentenschaft sein, da seine Urheber die Einheit der deutschen Kulturgemeinschaft aus völkischen Gesichtspunkten bestreiten, aus politischen Erwägungen die Staatsautorität verneinen und einen wahrhaft großdeutschen Zusammenschluß, wie er das Ziel der Kriegsteilnehmer-Generation war, durch rassische Scheidung unmöglich machen. Getreu seiner Grundtendenz erstrebt der K. C. die Vereinigung aller, sich zur deutschen Kulturgemeinschaft bekennenden Studierenden in einer Deutschen Studentenschaft als einer vom Staat mit öffentlichen Rechten versehenen Organisation. Der K. C. macht es seinen Angehörigen zur Pflicht, nach wie vor in der studentischen Selbstverwaltung mit aller Kraft zu arbeiten und in der Front der freiheitlichen, den heutigen Staat bejahenden Studentengruppen den Kampf gegen den Geist des Würzburger Beschlusses für das hochschulpolitische Ziel des Verbandes zu führen.“ Ein Antisemit wegen Gotteslästerung verurteilt Breslau, 3. August. (JTA.) Das Große erweiterte Schöffengericht verhandelte gegen den 32 Jahre alten früheren Schriftleiter der antisemitischen „Schlesischen Volksstimme“, Karl Bark, wegen Gotteslästerung im Sinne des § 166 StGB. Bark veröffentlichte am 12. März d. J. in der „Volksstimme“ unter der Überschrift „Die jüdische und die nichtjüdische Finanz“ einen Artikel, in welchem es hieß: „Die Bundeslade ist die große Zentralkasse des Judentums. Wie machtvoll muß sie anschwellen, wenn jeder Jude verpflichtet ist, von seinen Wuchergewinnen einen Prozentsatz in die Gemeinschaftskasse abzuführen. Nun begreift man, wie jedes Geschäft eines Juden zu einem Gemeinschaftsgeschäft wird, in¬ Vertretung: BAYERN-AUTO G.m.b.H.,Paul dem alle Juden eine einige große Gesellschaft — Kompagnie — darstellen, ln der Bundeslade aber sitzt Jahwe, denn —wie der Jude Marx bekennt — der Gott der Juden ist das Geld.“ Der Angeklagte wies darauf hin, der Artikel stamme aus dem Buche von Fritsch, welches bisher unbeanstandet geblieben ist. Der Staatsanwalt hielt die Schuld des Angeklagten für erwiesen; die den Juden heilige Bundeslade sei beschimpft worden. Das Gericht verurteilte Bark zu einer Geldstrafe von 140 Mark an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 14 Tagen. Der Wiener Generalstaatsanwalt schreitet gegen die Pogromhetzer ein Wien, 7. August. (JTA.) Wie mitgeteilt, hat der Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden in einer Eingabe an das Bundeskanzleramt und die Generalprokuratur ein Einschreiten der Behörden gegen die nach dem 15. Juli begonnene antisemitische Hetze verlangt. Der Verband hatte auch einen in dem Hakenkreuz- Tagblatt erschienenen Artikel als Musterstück dieses Treibens beigelegt. Die Generalprokuratur hat nun dieser Tage dem Verband in einer Zuschrift mitgeteilt, daß die Generalstaatsanwaltschaft die strafrechtliche Untersuchung gegen das Blatt wegen Beleidigung einer Religionsgenossenschaft eingeleitet habe. Das offizielle Organ .des Vatikans über die jüdische Arbeit in Palästina Rom, 1. August. (JTA.) Das offizielle Organ des Vatikans veröffentlicht eine ausführliche Korrespondenz seines Jerusalemer Vertreters, die der jetzigen Lage in Palästina gewidmet ist. Der Verfasser kündigt an, daß auf dem kommenden 7. Kongreß der palästinensischen Araber eine Einigung der verschiedenen Parteien über eine gemeinsame Stellung gegen die zionistischen Pläne zustande kommen wird. Über die Wirtschaftslage in Palästina äußert sich der Korrespondent pessimistisch und steht im allgemeinen dem jüdischen Aufbauwerk kühl ablehnend gegenüber. Die polnische Regierung und der Numerus clausus Warschau, 8. August. (JTA.) Die Sachverständigenkommission beim politischen Komitee des Ministerrats hat den folgenden Beschluß gefaßt: „Mit Bezug auf den Numerus clausus erkennt die Kommission an, daß bei der Aufnahme von Studierenden an den Hochschulen nationale oder religiöse Motive keine Rolle spielen dürfen und daß diesem Prinzip durch eine entsprechende Verordnung Nachdruck gegeben werden müsse. Diese Verordnung soll so frühzeitig erscheinen, BUICK die Weltmarke in 1S7 Ländern vertreten Der moderne, populärste 6-Zylinder Heues Modell 1927 bereits lieferbar Heyse-Str. 9,T«1.58422 /

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