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Das jüdische Echo · 1927-08-12 · 32 (12.8.1927) · p. Seite 511

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
32 (12.8.1927)
Date
1927-08-12
Page
Seite 511 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 511 daß sie schon bei den Inskribtionen für 1927/28 Anwendung findet. Im Zusammenhang mit diesem Beschluß hat der Unterrichtsminister an die Rektoren der Hochschulen ein Zirkularschreiben gerichtet, in welchem gesagt wird: Sollten auf Grund des Zirkulars vom September 1926 Einschränkungen bei der Aufnahme von Studierenden notwendig werden, so müssen diese Beschränkungen in Übereinstimmung mit dem Gesetz stehen, so daß die Angehörigkeit zu einer Nation oder Religion hierbei nicht in Betracht gezogen werden soll. Maßnahmen gegen die antijüdische Hetze in Bulgarien — Schwere Exzesse in Philipoppel und Plowdiw Sofia, 1. August. (JTA.) Die antisemitische Hetze in Bulgarien nimmt wieder überhand. Die Organisation „Rodna Zachtita“ und ihr gleichnamiges Organ machen sich die Argumente der deutschen Hakenkreuzler zu eigenen; Auszüge aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ werden stark verbreitet und die Juden für alles Unglück, das Bulgarien betroffen hat, verantwortlich gemacht. Wanderredner werden in die Dörfer geschickt, um die Bauernschaft aufzuhetzen. In Sofia selbst werden Plakate affichiert, in denen die Bevölkerung zum Boykott der Juden aufgefordert wird. Die Polizei entfernte diese Proklamationen. Tatar-Bazardjik ist das Zentrum der antisemitischen Hetze. Die Bauernbevölkerung der Umgebung wird mit Bracchialgewalt daran gehindert, ihre Produkte an Juden zu verkaufen; die Bauern werden aufgefordert, Geldschulden an Juden nicht zu bezahlen. In manchen Dörfern werden die Juden tätlich angegriffen und aufgefordert, das1 Dorf zu verlassen. In Sofia selbst drangen vor einigen Tagen 20 Mitglieder der „Rodna Zachtita“ in das Kaffeehaus des Samuel Peretz ein und provozierten eine wüste Schlägerei. Auch im jüdischen Viertel von Philipoppel kam es zu schweren Ausschreitungen gegen Juden, wobei mehrere Juden Verletzungen erlitten. Unter der Judenschaft Bulgariens herrscht über diese Vorkommnisse ungeheure Empörung. Das in Philipoppel erscheinende Journal „Borba“ teilt mit, daß die Polizei Maßnahmen zur Verhinderung weiterer antisemitischer Exzesse trifft. Das Generalkonsistorium der bulgarisch-jüdischen Gemeinden hat bei den zuständigen Behörden interveniert. Paris, 2. August. (JTA.) „Paris Matinal“ bringt ein Telegramm aus Sofia, wonach es in der Stadt Plowdiw unweit der türkischen Grenze zu pogromartigen Ausschreitungen gegen die Judenschaft gekommen war. Schwerverletzt wurden Samuel Pappa, Elieser Schabad, Baruch Lewi, Israel-Jeruha Lewi, Nissin Al-Pasa, Moses Tschitschek. Es herrscht furchtbare Panik. Veranstalter des Pogroms war die faszistische „Rodna Zachtita“. Rücktritt des Präsidenten des United Palestine Appeal Neuyork, 1. August. (JTA.) Herr Emanuel Neumann ist von seinem Posten als Präsident der Exekutive des United Palestine Appeal zurückgetreten, nachdem er vorher sein Mandat als Mitglied des Administrativ-Komitees der Zionistischen Organisation Amerikas niedergelegt hat. Während der letzten Jahreskonvention der Zionistischen Organisation Amerikas war Neumann einer der Führer der Opposition, die die Leitung unter Louis Lipsky kritisierte. Mehrere andere Führer der Opposition, wie Isaac Goldberg, Morris Zeldin, Harry J. Kahn und Dr. A. Abramowitz haben vor kurzem ihre Ämter niedergelegt. — Der Präsident des United Palestine Appeal, Richter William M. Lewis und der Direktorenausschuß bedauerten das Ausscheidens Neumanns und sprachen ihm für seine Tätigkeit Dank und Anerkennung aus. Die Folgen des Erbebens in Jerusalem Die Regierung bietet den jüdischen Geschädigten 30 Pfund an — In Jerusalem hundert jüdische Familien in Not, 175 Häuser in Einsturzgefahr — Irrsinnsfälle Jerusalem, 1. August. (JTA.) Unter der Judenschaft Jerusalems herrscht schärfste Unzufriedenheit darüber, daß die Regierung auf die Bitte der jüdischen Gemeinde um Beistellung einer Summe zur Abhilfe der dringendsten Not der jüdischen Einwohner der durch das Erdbeben stark mitgenommenen Altstadt von Jerusalem die lächerlich geringe Summe von LE 30 angeboten hat. Dabei sind mehr als hundert jüdische Familien Jerusalems durch die Erdbeben-Katastrophe in tiefste Not geraten. In der letzten Sitzung des Jerusalemer Stadtrates wurde mitgeteilt, daß 20 Architekten mit der Untersuchung der beschädigten Häuser beschäftigt sind. 175 Häuser der Altstadt sind in einem einsturzgefährlichen Zustande und müssen sofort repariert, zum Teil abgetragen werden. In Bethlehem müssen 150 Häuser abgetragen und 180 repariert werden, in Bethjallah 30 Häuser abgetragen und 160 repariert werden. In Hebron wurden eine arabische Frau, ein arabischer und ein jüdischer Knabe infolge der überstandenen Schrecken während des Erdbebens irrsinnig. Washington, 1. August. (JTA.) Das amerikanisch-katholische Zentrum „Franciscan Commissariat of the Holy Land“ sandte 5000 Dollar nach Jerusalem als Beitrag zur Reparierung katholischer Institute und zur Unterstützung der Geschädigten. Neuyork, 1. August. (JTA.) Die Judea Life Insurance Company übermittelte der Palästina- Regierung 2500 Dollar zur Unterstützung der Erdbeben-Opfer und machte das weitere Angebot, 10 000 Dollar gegen dreieinhalb Prozent Zinsen den Geschädigten zwecks Aufbau ihrer zerstörten Häuser vorzuschießen. Die Judea Life Insurance Company stellte ferner der Palestine Company die Summe von 25 000 Dollar als Darlehensfonds für die Wiederaufbautätigkeit zur Verfügung. Die Judea Life Insurance Company ist eine Lebensversicherungsgesellschaft für Palästina, Ägypten und Syrien. "R.Q&iccxus ^s*— i ^ommewQPelae (S^offtüxfrfmer (Segr. 15Z4 ♦ ^Bt&fiolung @el. 20519 ^efiSerr^ffraße 14/15 LS in reieftffer ^usrnafxl

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