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Das jüdische Echo · 1927-08-05 · 31 (5.8.1927) · p. Seite 499

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
31 (5.8.1927)
Date
1927-08-05
Page
Seite 499 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 499 färbe in ein halb Meter großen Buchstaben judenfeindliche Aufrufe und Hakenkreuze trugen. Die Polizei veranlaßte die Säuberung der Straßen. „Judenblut ist billig“ Berlin, 1. August. (JTA.) Unter der Überschrift „Judenblut ist billig“ veröffentlichte die „Welt am Montag“ folgende Zuschrift aus Baden: „Ein Stabsoffizier der badischen Nationalsozialisten des Namens R. Wagner, Kaufmann aus Durlach, rassenechtes Hitlerblut, hielt im vorigen Jahr in Freiburg eine Versammlung ab. Sein Vortrag endete mit der Aufforderung zu einem operativen Eingriff in den kranken Volkskörper: ,Das Judengesindel gehört an die Wand gestellt!4 Darauf wurde der Antisemitenbandenchef vors Gericht gestellt und hat nun auch nach dem Urteil zweiter Instanz wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten 100 Mark auf den Altar der Judenrepublik4 zu opfern.“ Ein Denkmal für einen jüdischen Wohltäter Berlin, 27. Juli. (JTA.) Aus Fürth wird mitgeteilt, daß dort in diesen Tagen der Erweiterungsbau des Nathan-Stiftes seiner Bestimmung übergeben wurde und daß gleichzeitig die Enthüllung einer Büste des Stifters, des 1922 verstorbenen Rechtsanwalts Alfred Nathan erfolgt ist. In der Weiherede feierte Oberbürgermeister Dr. Wild die Verdienste des Verblichenen, dessen ganzes Leben ein Ring großzügiger Liebeswerke umschließe. Die Krönung seines Werkes war die Erbauung eines großen Wöchnerinnen- und Säuglingsheimes, des Nathan-Stiftes. — Vertreter der Landes- und Kreisregierung bekundeten deren Übereinstimmung mit dieser feierlichen Kundgebung. Henry Fords „Internationaler Jude“ wird in allen Ländern und Sprachen aus dem Verkehr gezogen Neuyork, 26. Juli. (JTA.) Aus der Umgebung Henry Fords wird versichert, daß Ford Verfügung getroffen hat, daß sämtliche Ausgaben seines Buches „Der internationale Jude“ in allen Sprachen und Ländern aus dem Buchhandel gezogen und die Exemplare vernichtet werden sollen. Diese Verfügung hat Ford getroffen, als ihm mitgeteilt wurde, daß der Herausgeber des „Internationalen Juden“ in Deutschland, der Leipziger Antisemit Theodor Fritsch, erklärt hat, den Pressemeldungen über Fords Abkehr vom Antisemitismus keinen Glauben schenken zu wollen, solange Henry Ford sein Werk „Der internationale Jude“ nicht aus dem Buchhandel gezogen hat. In einem Interview mit Vertretern der jüdischen Presse ersuchte Herr Louis Marshall, an den bekanntlich Henry Ford seinen „Widerruf“ gerichtet hat, den Fall Ford nicht allzusehr aufzubauschen und auf alle Fälle nicht so zu tun, als ob dem Judentum durch die Umkehr Fords ein Glück widerfahren sei. Alliance Israelite nimmt nicht an der Züricher Rechtsschutzkonferenz teil Paris, 27. Juli. (JTA.) Seitens der Alliance Israelite Universelle wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt, daß die Alliance die Einladung zur Teilnahme an der am 17. August in Zürich stattfindenden Konferenz zum Schutze der jüdischen Rechte abgelehnt hat. In dem Antwortschreiben wird gesagt: Die Alliance Israelite Universelle ist entschlossen, ihre Unabhängigkeit MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168 und Handlungsfreiheit zu wahren und kann deshalb dem Prinzip eines einzigen Zentralorgans für den Schutz der Rechte der jüdischen Minderheiten nicht zustimmen, noch kann sie ein Koordinationsorgan, welches neben den bestehenden Organisationen zu funktionieren hätte, akzeptieren. Infolgedessen könne die Alliance an der geplanten Konferenz nicht teilnehmen. Unsinnige Gerüchte über eine Abtretung des Palästinamandates durch England an Italien Sensationslüsterne Journalisten lanzieren immer wieder in verschiedene Zeitungen Nachrichten über den angeblichen Willen Englands, das Palästinamandat an Italien abzutreten. In den letzten. Tagen lasen wir eine ähnliche Nachricht in der „Liberte“. Die „Westminster Gazette“ veröffentlicht hierzu einen Aufsatz ihres diplomatischen Mitarbeiters, der bemerkt, daß diese Gerüchte nicht nur jeder Grundlage entbehren, sondern auch jedem verständigen Menschen als lächerlich erscheinen müßten. Der Diplomat der „Westminster Gazette“ versichert, daß in ernsten politischen Kreisen die Frage der Abtretung des britischen Mandates an eine andere Macht überhaupt nicht diskutiert werde. Laut einem Telegramm der polnischen Telegraphen-Agentur „Pat“ werden auch in Rom diese im Ausland verbreiteten Gerüchte kategorisch in Abrede gestellt. Regierungskreise äußern ihre Verwunderung darüber, wie solche Gerüchte überhaupt entstehen konnten, und unterstreichen, daß Italien niemals die Absicht gehegt habe, das Palästinamandat zu übernehmen, und nie irgendwelche Schritte in dieser Richtung getan habe. (Ziko) Weitere LE 10 000 seitens der Regierung für die jüdischen Schulen Nach längeren Verhandlungen hat sich die Palästinaregierung einverstanden erklärt, ihren Anteil an dem jüdischen Erziehungsbudget für das vergangene Budgetjahr, das mit dem Monat März 1927 (5687) schließt, um LE 10 000 zu erhöhen, neben den LE 10 000, die bereits ausgezahlt worden sind. Der Anteil der Regierung an dem Budget für 5688 wurde bereits früher, wie bekannt, auf LE 20 000 festgesetzt. (Ziko) Das Erdbeben in Palästina Ein neuer Erdstoß Wie aus Jerusalem dem Ullstein-Dienst telegraphiert wird, wurde dort in Jaffa Sonntag vormittags 11.30 Uhr, neuerlich ein leichter Erdstoß verspürt. Stärker war dieser Erdstoß in Hebron, wo auch eine Panik ausbrach. — Das Telegramm des Jerusalemeü Korrespondenten des „Berliner Tageblatt“ vom 25. Juli lautet: „Auch gestern wieder wurden im Jordanland leichte Erdstöße verspürt, die in Hebron offenbar am stärksten wahrnehmbar waren. Die Bevölkerung geriet in

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