Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 31 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 498 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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498 Das Jüdische Echo Nr. 31 chem die nationalen Ziele der Schaffung eines vollentwickelten jüdischen Gemeinwesens, der Produktivierung des jüdischen Menschen, der völligen Hebraisierung des Jischuw und der weitestgehenden Berücksichtigung der sozialen Forderungen in Palästina maßgebend sein müssen; Festhalten am bisherigen Grundprinzip unserer Kolonisation, die den Siedler als verantwortlichen, völlig gleichberechtigten Träger des Aufbaus betrachtet, und Ablehnung aller Versuche zur Einführung eines Systems administrativer Bevormundung; Reorganisation unserer finanziellen und ökonomischen Institutionen im Einvernehmen mit den maßgebenden Vertretern des Jischuw, insbesondere auch der jüdischen Arbeiterschaft; Ablehnung der unter der Parole der sogenannten „reinen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität“ erhobenen Forderung eines völligen Systemwechsel in unserer Kolonisation, der lediglich zu einer Erschütterung der nationalen und sozialen Basis unseres Aufbauwerkes führen muß, und schon heute zu einem Kampf gegen die jüdische Arbeiterschaft in Palästina mißbraucht wird. Bekämpfung der Depression in weiten zionistischen Kreisen, die die außerordentliche Bedeutung unserer Leistungen in Palästina verkennt. Voranstellung der landwirtschaftlichen Kolonisation als der Basis des Aufbaus und Förderung der städtischen Kolonisation in einer gesunden Proportion zu der landwirtschaftlichen; gleichmäßige Berücksichtigung aller Schichten des Volkes bei der Ansiedlung, die bereit sind, durch die Gestaltung ihres Lebens die Fundamente des neuen jüdischen Palästina mitzuschaffen; Bildung einer autoritativen, dem Kongreß verantwortlichen zentralen Leitung des Kolonisationswerkes, die in der Lage ist, die Immigration und Kolonisation nach einem vorbestimmten Plane zu regulieren und zu kontrollieren; Verstärkung der nationalen Fonds als der Pfeiler unseres Kolonisationswerkes; Förderung der Privatinitiative im Rahmen des allgemeinen Kolonisationsprogramms. 4. Abwehr aller Angriffe auf die Rechte des Kongresses, insbesondere der Versuche zur Beseitigung seines Budgetrechtes; Abwehr aller Tendenzen zur Entdemokratisierung der Bewegung unter dem Deckmantel der Forderung eines Regimes von „unparteiischen Fachmännern“; Bildung einer starken und autoritativen Exekutive auf der Basis einer wirklichen Diewäscherei derHausf rau die größte Mietwäscherei Münchens ist mit den besten und modernsten Anlagen ausgestattet. Sie ermöglicht Ihnen: Zeitersparnis £ in ca.Bestunden wird jedes Quantum in Ihrer Anwesenheit gereinigt Geldersparnis; Billiger als im eigenenHaushalt. Trommeln von RM. 3.70 an. Größte Schonung der Wäsche; kein Bürsten und Reiben mehr. Trockenanlagen u. Bügelmasch. stehen zur Verfügung. Unser Äuto holt und bringt die Wäsche kostenlos. Besichtigen Sie unsere Musterwaschanlage. Wir liefern jeden Posten Wäsche gebrauchsfertig. Jeder Posten wird gesondert behandelt! DieWäscherei derHausf rau HOCKER & BÄUERLE Landwehrstr.57/59, T596858 Koalition, die im Gegensatz zu dem bisherigen Zustand sich auf ein bestimmtes Koalitionsprogramm einigt und sich verpflichtet, während der Dauer ihrer Tätigkeit gemeinsam die Verantwortung für dieses Programm zu tragen. Die Fraktion der Vereinigung Radikaler Zionisten auf dem Kongreß wird auf der Basis dieses Programmes ihre Politik führen und bereit sein, an der Bildung einer neuen Exekutive mitzuwirken, die auf der Grundlage der dargelegten Prinzipien eine Ära der Neubelebung der zionistischen Bewegung einleiten soll. Wahlvorschlag Nr. 5: Verein. Radikaler Zionisten (angeschlossen der Weltwahlliste der Vereinigung Radikaler Zionisten, Kandidaten aus Deutschland; Dr. Max Soloweitschik (Berlin), Dr. Nachum Goldmann (Berlin). Gleichlautend für Reichswahlliste, sowie für Wahlkreis I und Wahlkreis II 1. Dr. Max Soloweitschik (Berlin), 2. Dr. Nachum Goldmann (Berlin), 3. Benzion Fett (Berlin), 4. Jizchak Grünbaum (Warschau), 5. Dr. Israel Waldmann (Wien), 6. Josef Münz (Berlin), 7. Chiel Schwarzbart (Beuthen). Aus der jüdischen Well Die Verwüstung des Kölner jüdischen Friedhofs. — Ein Aufruf der Orthodoxen Jüdischen Gemeinde Köln, 2. August. (JTA.) Die orthodoxe jüdische Gemeinde Kölns hat einen Aufruf erlassen, in welchem sie die Bevölkerung bittet, zur Aufklärung der Grabschändungen auf dem Friedhof der Gemeinde beizutragen. Sie setzt für zweckdienliche Angaben eine Belohnung von 1000 Mark aus. Die Verwüstungen stellen sich als weit schwerer heraus, als nach den ersten Mitteilungen anzunehmen war. Die Täter haben sämtliche Grabsteine umgestürzt und einen großen Teil derselben zertrümmert. Der Friedhof macht einen geradezu niederschmetternden Eindruck. Der mit der Untersuchung betraute Kriminalkommissar erklärte, daß er etwas Derartiges an Zerstörungswut in seiner langjährigen Praxis nicht erlebt habe. Es ist dies seit etwa zweieinhalb Jahren die 39. Schändung von jüdischen Grabstätten. Während aber bisher die Verbrecher sich auf Friedhöfen kleinerer Gemeinden betätigten, haben sie hier zum ersten Male auch den Friedhof einer Großstadt heimgesucht. Die Zeitungen fordern, daß alles geschehe, um diesmal eine Aufklärung herbeizuführen und die strenge Bestrafung der Täter zu erreichen, andernfalls sei ein Ende dieser Kette von Grabschändungen nicht abzusehen. Völkische Besudlung der Synagoge in Hannover Berlin, 28. Juli. (JTA.) In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde — wie der „C.-V.- Zeitung“ aus Hannover mitgeteilt wird — die Synagoge dieser Stadt durch Inschriften „Schlagt die Juden tot“, sowie durch große Hakenkreuze besudelt. Die Kriminalpolizei hat auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Die Farbspuren führen in das Hauptquartier der Nationalsozialisten. Schon einige Tage früher wurde die Hannoversche Polizei von der Geschäftsstelle des Central-Vereins benachrichtigt, daß die Bürgersteige in verschiedenen Teilen der Stadt mit roter Öl-