Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-08-05 · 31 (5.8.1927) · p. Seite 494

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
31 (5.8.1927)
Date
1927-08-05
Page
Seite 494 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156824--07903-9080639
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

494 Das Jüdische Echo Nr. 31 BADE ARTIKEL SPORTHAUS Schuster Rosenstraße 6 / München Katalog kostenlos 4. Die für das Kolonisationswerk maßgebende Stelle der Zionistischen Organisation darf die Verantwortung und Kontrolle über das Siedlungswerk — formell oder praktisch — keinesfalls an irgendwelche autonome Organisationen abgeben. 5. Siedler, die mit eigenem Kapital landwirtschaftliche Betriebe errichten wollen, sind mit allen Mitteln zu unterstützen. Aber da diese Klasse für eine landwirtschaftliche Kolonisation in größerem Maßstab kein ausreichendes Reservoir bilden wird, ist — abgesehen von allen ideologischen Gründen — die weitere Förderung der Chaluzkolonisation nötig. Für die Arbeit beider Gruppen gilt das Prinzip des wirtschaftlichen Erfolges. 6. Die Notwendigkeit der Förderung der Industrie wird bejaht für konkrete Projekte, deren Lebensfähigkeit nachgewiesen wird. Sie geschieht durch Gewährung von Kredit, der nach kaufmännischen Grundsätzen als solcher bezeichnet werden kann. 7. Auch für die Industrie ist der Arbeiter als mitschaffender Faktor in der Wirtschaft anzuerkennen. Die auf Sicherung eines minimalen Lebensstandards gerichteten Forderungen der Histadruth sind im allgemeinen nicht übertrieben und daher anzuerkennen; die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter ist als Repräsentantin der Arbeiter bei der Regelung des Arbeitsverhältnisses anzuerkennen; Einstellung von Arbeitern soll durch Vermittlung paritätischer Arbeitsämter erfolgen; diese sollen auch für die Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten benutzt werden; ihre Anrufung soll für beide Seiten Pflicht sein. 8. In der äußeren Politik ist nach wie vor Einwirkung auf die Mandatarmacht im Sinne aktiver Unterstützung des Kolonialwerkes durch möglichst umfassende Erfüllung der im Mandat gegebenen Zusicherung notwendig. Eine rein negative Kritik der Mandatarmacht, eine Politik des Protestes ist abzulehnen. Sie ist aussichtslos, weil England zur Bewilligung von Maximalforderungen nicht gezwungen werden kann. Sie ist gefährlich, weil dauernde verständnislose Kritik die Mandatarmacht gegen uns einnehmen und damit die Erfolge der Politik der Mäßigung gefährden kann. Notwendig ist nicht ein politisches System, sondern eine Politik des Kontaktes mit der Mandatarmacht, die sich in ständiger Arbeit um konkrete Einzelfragen bemüht. Für die großen politischen Fragen ist die dilatorische Methode die beste für uns. 9. Der Schlüssel zur Erweiterung unserer Arbeit liegt beim jüdischen Volke. Deswegen muß die Agency - P o 1 it i k fortgesetzt und durchgeführt werden. Ihr Ziel ist die Erweiterung unserer Mittel. 10. Durch die Agency wird die Zionistische Organisation in keinem Sinne überflüssig. Die Organisation muß daher erhalten und gestärkt werden. Die aktuellen Aufgaben der Organisation machen Reformen notwendig. Das Budgetrecht soll auf das Aktionskomitee übertragen werden. Die Koalitionspraxis muß reformiert werden. Wer in eine Koalition eintritt, übernimmt damit die volle Verantwortung; Verantwortungen für Teilgebiete können nicht anerkannt werden; Mitglieder der Koalition müssen auf oppositionelle Gesten verzichten. Der Artikel schließt mit folgenden Sätzen: In dieser Zeit des Überganges, in der wir auf neue Ausdehnung warten, müssen wir uns auf den großen Gedanken des Zionismus besinnen: die Heimstätte in Palästina ist das einzige Mittel für die Erhaltung und Erneuerung des Volkes. Dieser Gedanke muß aufs neue verbreitet werden, insbesondere unter der Jugend, deren Aufgabe heute nicht allein im Chaluziuth, sondern auch in der Teilnahme am Kampf des Volkes für seine Existenz durch den Aufbau Palästinas besteht. Wahlvorschlag Nr. 2: Linkes Zentrum (angeschlossen der Weltwahlliste der „Allgemeinen Zionisten“, Kandidaten für Deutschland: Felix Rosenblüth (London), Dr. Alfred Klee (Berlin), R.-A. Dr. Jacobsohn (Breslau), Dr. Meinhold Nußbaum (Nürnberg). Reichsliste 1. Kurt Blumenfeld (Berlin), 2. Salman Schokken (Zwickau), 3. Dr. Moritz Bileski (Berlin), 4. Dr. Hugo Schachtel (Breslau), 5. Dr. Max Kollenscher (Berlin), 6. Dr. Martin Rosenblüth (Berlin), 7. Isaak Feuerring (Berlin), 8. Dr. Alfred Landsberg (Wiesbaden), 9. Dr. Salli Hirsch (Halberstadt), 10. Dipl.-Ing. Nathan Grünstein (Frankfurt a. M.), 11. R.-A. Max Jacobsohn (Breslau), 12. Dr. Alfred Apfel (Berlin), 13. Dr. Meinhold Nußbaum (Nürnberg), 14. Frau Sonja Gronemann 'Berlin), 15. Dr. Hans Lo^wy (Makkabi) (Berlin). Wahlkreis II 1. Kurt Blumenfeld (Berlin), 2. Salman Schokken (Zwickau), 3. Dr. Hugo Schachtel (Breslau), 4. Dr. Martin Rosenblüth (Berlin), 5. Isaak Feuerring (Berlin), 6, Dr. Alfred Landsberg (Wiesbaden), 7. Dr. Sally Hirsch (Halberstadt), 8. Dipl.- Ing. Nathan Grünstein (Frankfurt a. M.), 9. R.-A. Max Jacobsohn (Breslau), 10. Dr. Meinhold Nußbaum (Nürnberg), 11. Frau Sonja Gronemann (Berlin), 12. Dr. Hans Loewy (Makkabi) (Berlin). Private kaufmännische Kurse Fernruf 23699 p|H| Gegründet1879 RUDOLF DUKUV MÜNCHEN Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck. Jeden Monat beginnen neue Kurse. Beste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Prinz - Ludwig - Str. Nr. 3/1, neben der Tonhalle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.