Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 31 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 493 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 493 einer entsprechenden Anzahl jüdischer Arbeiter in allen Regierungsarbeiten, wie Eisenbahn, Post, Telegraph, öffentliche Arbeiten unter angemessenen Arbeits- und Lohnbedingungen. 7. Durchführung moderner Arbeiterschutzgesetze in bezug auf Arbeitszeit, Lohnminimum, Schutzvorrichtungen für Leben und Gesundheit der Arbeiter, Beschränkung der Frauen- und Kinderarbeit, Hilfe in Fällen von Krankheit, Invalidität, Arbeitslosigkeit; gesetzliche Garantierung des Rechtes der Arbeiter auf Koalition und wirtschaftlichen Kampf. 8. Erlangung eines mitentscheidenden Einflusses auf die Einwanderungsgesetzgebung und Politik. 9. Gesetzliche Anerkennung der Selbstverwaltung des Jischuw, Steuerrecht des Waad Leumi für die inneren nationalen Bedürfnisse. Hinsichtlich der ökonomischen und kolonisatorischen Arbeit der Zionistischen Organisation fordert Poale Zion (vereinigt mit Z. S.) die Feststellung eines umfassenden Aufbauplanes für eine Reihe von Jahren auf der Grundlage der Schaffung einer starken landwirtschaftlichen Basis und Erschließung und Erweiterung der Möglichkeiten von Industrie, Gewerbe und Handel durch eine immer wachsende arbeitende jüdische Bevölkerung. Das Programm behandelt dann die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Maßnahmen und fordert u. a. Stärkung des nationalen Kapitals, insbesondere der Spendenfonds; Vorbereitung einer Nationalanleihe, Kampf gegen die Bodenspekulation und Anerkennung der verschiedenen Organisationen der Arbeiterschaft. Zum Schluß behandelt die Plattform das Agency-Problem; sie spricht sich für die Heranziehung neuer Kräfte, aber gegen die Etablierung einer bürokratisch-plutokratischen Diktatur in der Aufbauarbeit, insbesondere gegen die Pläne einer sogenannten Experten-Administration aus. Die Arbeiterschaft könne kein Vertrauen haben zu Körperschaften, die schon ihrer Zusammensetzung nach einseitig und anti-sozialistisch sind. Wahlvorschlag Nr. 1: Poale Zion und J. J. W. B. (angeschlossen der Weltwahlliste der Poale Zion). Gleichlautend für Reichsliste sowie Wahlkreis 1 und Wahlkreis II 1. Alfred Berger (Berlin), Dr. Georg Lubinski (Berlin), 3. Joseph Wahl (Berlin), 4. Dr. Hermann Gradnauer (Hameln), 5. Else Esther Eisenmann (Frankfurt a. M.), 6. Karl Stein (Berlin), 7. Elias Selinger (Leipzig). Vom linken Zentrum Das Programm des linken Zentrums hat sehr klar Dr. M. Bileshi in einem Artikel über „Die Aufgaben des Kongresses“ („Jüdische Rundschau“ Nummer 50) dargestellt. Wir entnehmen diesem Artikel die folgenden Leitsätze; 1. Wir werden in Zukunft — nachdem der gegenwärtige Krisenzustand überwunden ist — unsere Position in Palästina, die in der Welt allgemein geltenden Wirtschaftsgesetze beachtend, nach einer Methode ausbreiten müssen, die den Einwanderern in möglichst kurzer Zeit endgültig gesicherte Existenzen bietet. Realistische Kolonisationspolitik ist die Forderung, die sich aus der Lage des Zionismus ergibt. 2. Der konkrete Ausdruck dieser Forderung ist die Reform der Palästinawirtschaft. Die Reform bedeutet zunächst, daß die Mittel in erster Linie für den Abschluß der in Angriff genommenen Unternehmungen verwendet werden (Konsolidierung). Die Reform bedeutet ferner, daß solche Wirtschaftsformen und diejenigen Systeme der Wirtschaftsführung angewandt werden, die den besten wirtschaftlichen Erfolg versprechen (Rationalisierung). Die Reform bedeutet schließlich; Übergang zu vernünftiger Budgetpolitik. Bewilligungen dürfen nur im Rahmen der vernünftigerweise zu erwartenden Mittel erfolgen. 3. In der auf diese Weise aufgebauten wirtschaftlichen Arbeit der Organisation gebührt der Förderung einer gesunden Landwirtschaft der Vorrang. Auch hier haben diejenigen Formen den Vorzug, welche in der verhältnismäßig kürzesten Zeit den verhältnismäßig größten Erfolg für die nationale Aufgabe versprechen. Die Ansiedlung muß in Konsequenz des Prinzips der Wirtschaftlichkeit von Anfang an auf Vertraglich geregelter Basis erfolgen. Die Verträge mit den schon angesetzten Siedlern müssen schleunigst geregelt werden. In Fragen der landwirtschaftlichen Technik entscheiden die Meinungen politisch unabhängiger Sachverständiger. Politische Körperschaften, auch der Kongreß, haben zu Fragen der Wirtschaftstechnik keine Stellung zu nehmen. L. KIELLEUTHNER Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpreislage: Mk. 180.- bis Mk. 250.- Kein Anzug über Mk. 280.- V-„-S