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Das jüdische Echo · 1927-07-29 · 30 (29.7.1927) · p. Seite 476

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
30 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
Seite 476 (sequence 4)
Language
German
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480 Nr. 30 Das Jüdische Echo Palästinisch-arabische Konferenz im August Jerusalem, 20. Juli. (JTA.) Im Verlauf des Monats August wird hier der Palästinisch-Arabische Kongreß seine 7. Tagung abhalten. Es werden an ihm Vertreter der bisher verfeindet gewesenen, fetzt aber einander näher getretenen Familien Husseini und Nashashibi teilnehmen. Die neue Exekutive wird sich paritätisch aus Anhängern der beiden Familien zusammensetzen. Beschlossen wurde ein gemeinschaftliches Vorgehen in der Politik gegenüber der Regierung, die Anerkennung des britischen Mandats, aber Festhalten an der Opposition gegen eine große jüdische Einwanderung. Auch soll darauf hingearbeitet werden, daß Arabisch als die einzige offizielle Sprache des Landes erklärt werde. Die Palästina-Regierung steuert £E. 20 000 zum diesjährigen hebräischen Schulbudget bei Jerusalem, 21. Juli. (JTA.) Die Palästina- Regierung hat beschlosesn, zum diesjährigen Budget der unter der Kontrolle der Zionistischen Exekutive stehenden hebräischen Schulen eine Summe von 20 000 ägyptischen Pfund beizusteuern. Im Schuljahr 1922/23 betrug das hebräische Schulbudget £E. 87 474, wozu die Regierung £E. 2995 beisteuerte. 1925/26 wurden für das hebräische Schulwesen £E. 136 976 ausgegeben; hiervon entfielen auf den Beitrag der Zionistischen Organisation £E. 70 000, der Rest wurde aus Beiträgen der jüdischen Gemeinden und Organisationen, sowie aus der Regierungsbeihilfe gedeckt. Für 1925 betrug der Regierungszuschuß £E. 2664, ungefähr 2^ Prozent der Gesamtausgaben. 1926 wurde der Regierungszuschuß auf £E. 10 664 (für das Schuljahr 1926/27) erhöht, von welcher Summe £E. 9740 auf die Schulen der Zionistischen Exekutive entfielen. Rückgang der Einnahmen des Kerfen Hajessod und des Keren Kajemeth Jerusalem, 22. Juli. (JTA.) Die Gesamteingänge des Hauptbüros des Keren Hajessod bis 30. Juni 1927 belaufen sich auf £ 303.040.049.6.3. Die Eingänge im Monat Juni betragen £ 32.697.1.5. Länder, die zu den Juni-Eingängen von 1000 Pfund aufwärts beigesteuert haben, sind: Vereinigte Staaten £ 11 743, Südafrika £ 5000, Rumänien £ 3094, Deutschland £ 1486, Algerien £ 1440, Österreich £ 1413, Portugal £ 1050, Polen £ 1000. Kleine Nachrichten Die Kommission des Völkerbundes für geistige Zusammenarbeit trat am 20. Juli unter dem Vorsitz des holländischen Professors Lorentz in Genf zu ihrer diesjährigen Tagung zusammen. Deutscher Vertreter in der vierzehngliedrigen Kommission ist Prof. Albert Einstein. Die in London regelmäßig zum Gedächtnis von F a r a d a y stattfindende Fest-Vorlesung hielt, wie von dort gemeldet wird, in diesem Jahre Professor Richard Willstätter. Zu seinen deutschen Vorgängern bei dieser Gedächtnisvorlesung gehören u. a. Helmholtz und Emil Fischer. Das „Kölner jüdische Wochenblatt“ teilt mit: Am Tage der Repräsentantenwahl zur jüdischen Gemeinde wurderf Wähler von Hitler-Banditen überfallen. Dabei wurde das Mitglied der jüdischen Gemeinde Herr Domb schwer verletzt und mußte sich in Krankenhausbehandlung begeben. Bei der jetzt stattgefundenen Gerichtsverhandlung ist d e r H a u p t a n g e k 1 a g t e f r e i - gesprochen worden. Der 72jährige Wiener Ordinarius für Musikgeschichte, Prof. Guido Adler, tritt nach Erreichung der Altersgrenze von seinem Lehramt zurück. Er ist einer der führenden Geister in der .Musikpädagogik und hatte stets einen großen und erlesenen Schülerkreis. Prof. Guido Adler ist streng gesetzestreuer Jude. In einer Interpellation des Jüdischen Klubs an den Unterrichtsminister wird nachgewiesen, daß jüdische Lehrer an polnischen Staatsschulen überhaupt nicht angestellt werden; es wird gefordert, daß bei Besetzung vakanter Stellen die Würdigkeit, nicht die Nationalität, den Ausschlag geben soll. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen haben die Juden bei den Gemeinderatswahlen in Wolhynien einen großen Erfolg errungen, da ihnen die absolute Mehrheit aller Mandate zugefallen ist. Im Alter von 38 Jahren verstarb in Kowno der begabte jüdische Schriftsteller Chaim Raffalowitsch. Er war Redakteur der früheren Zeitungen „Unser Zeit“ und „Najes“ und Begründer des Verlages „Licht“. In der Literatur trat er mit Dramen und Erzählungen hervor. Es verlautet, daß die Regierung dem Griechen Mawromatis die ihm von der türkischen Regierung verliehene Konzession zur Elektrizitäts¬ und Wasserversorgung Jerusalems entziehen wird, da er trotz wiederholter Prolongation noch keine Schritte unternommen hat, die Konzession auszunutzen. Wie der „Haaretz“ aus sicherer Quelle erfahren haben will, soll der neue Leiter der Abteilung der Palästinaregierung für öffentliche Arbeiten seinen eigentlichen Dienst erst am 1. Januar 1928, also drei Monate später, als ursprünglich vorgesehen, antreten. Während der letzten drei Monate des Jahres 1927 soll er sich mit den letzten Vorbereitungsarbeiten für den Hafenbau in Haifa befassen, so daß alles für Anfang 1928 vorbereitet sein soll. Mit den Arbeiten selbst soll, wenn nichts dazwischen kommt, ganz bestimmt im Laufe des Jahres 1928 begonnen werden. Aus Jerusalem wird gemeldet, daß 39 Kommunisten, die wegen Teilnahme an einer illegalen Demonstration in Haifa verhaftet wurden, gegen Kaution aus der Haft entlassen worden sind. Im Kerem-Viertel zu Jerusalem wird demnächst eine neue Jeschiwah eingerichtet werden, die unter der Leitung eines früheren Lehrers der berühmten Jeschiwah zu Slobodka in Litauen stehen wird. Die Stadträte von Jaffa und Haifa haben jüdische Sekretäre ernannt, die hebräische Protokolle der Sitzungen abzufassen haben werden. Der in Diensten der Palästinaregierung stehende sephardische Jude S h e m s ist zum Richter in Haifa ernannt worden. Seine Ernennung erfolgte auf Intervention der jüdischen Rechtsanwälte, die darüber Klage führten, daß beim Jaffaer Gericht kein Richter hebräisch versteht. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümetickerelen BurqstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22975

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