Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1927-07-22 · 29 (22.7.1927) · p. Seite 467

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
29 (22.7.1927)
Date
1927-07-22
Page
Seite 467 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9072829-9103079-9156821--07878-9080614
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 29 Das Jüdische Echo 467 Getreide-Ernte hat den Anfang des Jahres gehegten Erwartungen nicht ganz entsprochen; beträchtliche Mengen Mehl mußten eingeführt werden. Die Orangenernte in Jaffa litt an den Folgen der Stürme. Trotz alledem ist die Lage des Palästinazweiges der Ottoman-Bank zufriedenstellend. Die Besserung der Wirtschaftslage wird wohl anhalten. Beginn der Arbeit im Strausschen Gesundheitszentrum Jerusalem, 13. Juli. (JTA.) In dem von Nathan Straus mit einer Summe von 250 000 Dollar begründeten Gesundheitszentrum, zu dem im März d. J. durch den Oberkommissar Lord Plumer in Anwesenheit von Nathan Straus der Grundstein gelegt wurde, wird die Arbeit schon in der zweiten Hälfte des Juli begonnen werden. In dem Hause wird das Hauptbüro des Gesundheits- und Wohlfahrtsdepartements der Organisation „Hadassah“ untergebracht sein. Es wird ferner 18 Abteilungen enthalten, darunter solche für Pasteurisation, Kinderwohlfahrt, Schulmedizin, Mütterfürsorge und Musterküche. Kleine Nachrichten Der Magistrat von Berlin hat beschlossen, im Bereiche des Berliner Zentralflughafens in Tempelhof eine Straße als „Columbia-Straße“ nach dem denkwürdigen Flug Chamberlins und Levines und eine Straße als „L i 1 i e n t h a 1 - S t r a ß e“ zu Ehren des Erfinders des Flugzeuges Otto Lilienthal zu benennen. Auf Sonntag, den 16. August, ist nach Berlin ein außerordentlicher Delegierten tag der deutschen Landesorganisation Agudas Jisroel einberufen worden. Der Verband der jüdischen Arbeiterkulturvereine in Deutschland beruft für Mitte August 1927 eine Konferenz nach Berlin ein. In Berlin wurde vor kurzem unter dem Namen „Ach i -Es er“ ein Verein jüdischer Gelehrter gegründet, dessen Aufgabe es ist, notleidende jüdische Gelehrte, die durch wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur sich bereits bewährt haben, zu unterstützen und die Veröffentlichung ihrer Arbeiten zu fördern. Die Kultusgemeinde in B i e r s t a d t bei Wiesbaden beging in diesen Tagen die Feier des hundertjährigen Bestehens ihres Gotteshauses. Am 27. und 28. August findet in Brünn eine außerordentliche Tagung des Makkabi-Weltverbandes statt. Der ordentliche Kongreß wird erst im nächsten Jahre abgehalten werden. Der ehemalige polnische Ministerpräsident, Herr Skrzynski erklärte sich bereit an der Bildung eines Pro-Palästina-Komitees in Polen mitzuarbeiten. In Paris hat sich eine „Gesellschaft der Freunde der jüdischen Kolonisation in Rußland“ gebildet, die unter dem Vorsitz Henry Torres unlängst ihre erste öffentliche Versammlung abhielt. Am 12. Juli wurde in London in Anwesenheit von mehr als 60 Rabbinern ein Konferenz der Rabbiner Englands abgehalten. In London-Nord wurde am 11. Juli ein nationaler jüdischer Klub eröffnet. Dr. Weizmann und Dr. Sokolow hielten Ansprachen. Im Asburypark (New Jersey) fand eine Konferenz von Vertretern des konservativen Judentums in Amerika statt. Am 12. Juli wurde im Winnipeg in Anwesenheit Ussischkin und Schmarja Lewins die Jahreskonferenz der zionistischen Organisation Kanadas eröffnet. Aus Jerusalem wird gemeldet, daß im Aufträge der Hebräischen Universität eine Expedition unter Leitung Dr. Fritz Bodenheimers nach der Sinaihalbinsel abgeht, um den Ursprung und die Beschaffenheit des „Manna“ festzustellen. Die Pica ist derzeit mit Arbeiten zur Anlegung einer neuen Kolonie auf dem zwischen Benjamina und Chedera gelegenen Boden beschäftigt. Im Norden Palästinas werden mehrere größere Chauseebauten geplant. Mit den Vermessungsvorbereitungsarbeiten wurde bereits begonnen. „Haarez“ teilt mit, daß Herrn Nowomeisky aus Tel-Awiw die Konzession zur Ausbeutung der Schätze des Toten Meeres definitiv erteilt worden ist. Ihn unterstützt eine englische Gesellschaft. Im April 1927 wanderten 255 Juden, 65 Christen und 19 Moslemiten in Palästina ein. Im Mai wanderten 273 Juden, 54 Christen und 3 Moslemiten ein. Im April wanderten 152, im Mai 485 Juden aus. 104 Moslemiten und 86 Christen wanderten in den beiden Monaten aus. Feuilleton Im Hause jüdischer Aristokraten Von Joseph Heftmann Die Familie Sassoon ist eine der reichsten und angesehensten Familien in England und den englischen Kolonien. Sie stammt aus Bagdad. Ihre Geschäfts- und Bankhäuser sind bekannt und berühmt im Osten, in Indien, in Jemen, in China und die Sassoons werden mit Recht die Rothschilde von Asien genannt. Sir Philipp Sassoon ist eine bekannte Persönlichkeit im englischen politischen Leben, Deputierter und ein naher Freund Lloyd Georges. Auch in Bagdad spielt ein Sassoon als Finanzminister von Mesopotamien eine große Rolle. Die Sassoons stehen mit den europäischen Rotschilds in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen und schon seit Jahrhunderten ist ihr Einfluß, der Tradition ihres Hauses gemäß, in stetem Wachstum. Es ist sehr schwer, in ein solches aristokratisches englisches Haus, das, wie bekannt, für Außenstehende streng abgeschlossen ist, eingeführt zu werden. Man kann sich daher das maßlose Erstaunen meiner Londoner Bekannten vorstellen, als ich eines Tages von Lady Sassoon eine Einladung zum Diner erhielt. Wie ist es möglich, wer hat Sie vorgestellt? fragten sie verwundert. Die Sache war einfach: Lady Sassoon ist_die Mutter des Herrn David Sulyman Sassoon, eines Gelehrten von Namen, der die reichste Sammlung alter hebräischer Manuskripte auf der ganzen Welt besitzt. An ihn war ich mit dem Ersuchen herangetreten, diesen Schatz, um den ihn sogar das Britische Museum beneiden kann, besichtigen zu dürfen. Auf diese Bitte hin erhielt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.