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Das jüdische Echo · 1927-07-22 · 29 (22.7.1927) · p. Seite 466

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
29 (22.7.1927)
Date
1927-07-22
Page
Seite 466 (sequence 10)
Language
German
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466 Nr. 29 Das Jüdische Echo rower, der als Vertreter der jüdischen Religion eine Virilstimme hat. Das Organ der jetzigen Regierung „Viitorul“ bemerkt, daß das Bündnis der Liberalen mit der Union rumänischer Juden der Regierung einen großen Gewinn gebracht hat. Die beiden antisemitischen Parteien: „Christliche Liga“ (Cuza) und „Christliche Liga“ (Codreanu) konnten kein Mandat erringen. England will nicht mehr den Fremden Asylrecht geben London, 13. Juli. (JTA.) Das Britische Oberhaus behandelte gestern die vom Unterhaus bereits angenommene Fremden-Einschränkungsbill. Lord Parmoor schlug vor, die Geltungsdauer der Bill auf zwei Jahre zu begrenzen. 1914, sagte er, war die Bill als zeitweilige Maßnahme mit Zustimmung aller eingeführt worden; 1919 wurde sie für ein Jahr verlängert, dann aber ihre Geltungsdauer auf weitere acht Jahre ausgedehnt. Man müsse auch jetzt ihre Wirkung auf eine gewisse Zeit beschränken und nicht vergessen, daß England viele Jahre lang ein Asyl jenen war, die wegen ihrer Religion und Rasse verfolgt wurden. — Es lag auch von Lord Rothschild ein Verbesserungsantrag vor, dem sich Lord Parmoor ebenfalls anschloß. Lord Desborough führte im Namen der Regierung aus, man könne in diesen Zeitläuften nicht mehr den Fremden ein Asylrecht geben; es würden sonst Hunderttausende, die in Ländern minderer Ordnung leben, nach England hereinströmen. England ist dicht bevölkert; es kommen 483 Seelen auf eine Quadratmeile. Man zählt eine Million Arbeitsloser. Die Wohnungsverhältnisse sind schwierig. Die Regierung bitte, die Verbesserungsanträge abzulehnen. Schließlich wurden die Anträge von Lord Rothschild und Lord Parmoor mit 48 gegen 16 Stimmen abgelehnt. Marquis v. Reading und Lord Swaythling stimmten für die Verbesserungsanträge. Die amerikanische Delegation zum 15. Zionistenkongreß Neuyork, 8. Juli. (JTA.) Die von der Konferenz der amerikanischen Zionisten in Atlantic City gewählte Delegation, die den amerikanischen Zionismus auf dem am 30. August in Basel beginnenden 15. Weltkongreß der Zionisten vertreten soll, setzt sich aus folgenden Herren zusammen; Louis Lipsky, (Präsident der Amerikanischen Zionistischen Organisation), Samuel Blitz (Sekretär), Henrietta Szold, Dr. Stephen S. Wise, Judge Julian W. Mack, Mrs. Archibald Silverman, Rabbi Abba Hillel Silver, Maurice Samuel, Mrs. Irma Lindheim, Judge William M. Lewis, Morris Rothenberg, Judge Hugo Pam, Nina Adlerblum, Abraham Goldberg, Rabbi Max Heller, Mrs. Frieda S. Ullian, Dr. S. Bernstein, Nathan D. Kaplan, Philip Wattenberg, Reuben Brainin, Meyer W. Weisgal, Dr. A. Coralnik, Dr. Harry Friedenwald, MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168 Bernard A. Rosenblatt, Gershon Agronsky, Charles A. Cowen, Rabbi Joseph Silverman, Rabbi Max Kline, Mrs. Richard Gottheil, Miss Sarah Kitay, Bernard G. Richards, Jacob Fishman, Judge Gustave Hartman, Samuel J. Rosenbloom, Benjamin Rabalsky, Cral Sherman, William Edlin, Harry P. Fierst, Leo Wolfson, Rabbi Barnett Brickner. Die Histadruth-Konferenz in Tel-Awiw Die dritte Konferenz der Histadruth Klalith (Allgemeine Jüdische Arbeiterorganisation Palästinas) wurde am 5. Iuli abends im „Beth Am“ in Tel-Awiw in Anwesenheit von tausenden Teilnehmern, die aus allen Teilen des Landes zusammengeströmt waren, durch eine Ansprache Ben Gurions eröffnet. Als zweiter Redner sprach das Mitglied der Zionistischen Palästina-Exekutive, Joseph Sprinz a k. Er behandelte die Krisis, in der sich der Zionismus in der Diaspora zur Zeit befindet. Nach einer Ansprache des greisen Delegierten A. S. Rabinowitz richtete der hebräische Dichter Chaim Nachmann Bialik eine Begrüßungsrede an die Konferenz. Er führte aus, daß nicht Palästina, sondern das jüdische Volk in der Diaspora eine Krisis durchmache, die zur Folge habe, daß die Arbeiterschaft Palästinas völlig auf ihre eigenen Kräfte angewiesen sei. Nach weiteren Begrüßungsreden des Bürgermeisters von Tel Awiw, D. Bloch, und des Gründers des Tel Awiwer „Beth Am“ sowie nach der Verlesung der eingelaufenen Begrüßungsschreiben hielten im Namen der arabischen Arbeiterschaft zwei arabische Arbeiter Philipp Hassun aus Haifa und Achmed Kand, Begrüßungsansprachen an die Konferenz. Die Redner drückten ihre Hoffnung aus, daß es mit Hilfe der organisierten jüdischen Arbeiterschaft möglich sein werde, auch die arabischen Arbeiter aus ihrer Gleichgültigkeit zu erwekk e n und in einer gemeinschaftlichen Organisation die Kräfte der jüdischen und arabischen Arbeiter zusammenzufassen. Auf der Tagesordnung der Konferenz, deren weitere Sitzungen im Ausstellungsgebäude in Tel- Awiw stattfinden, stehen folgende Verhandlungspunkte: Rechenschaftsbericht; die Lage in Palästina und im Zionismus: Fragen der Kolonisation; die Gesellschaft der Arbeiter und ihre Institutionen; kulturelle Tätigkeit; fachliche Organisationsfragen; Beziehungen zur arabischen Arbeiterschaft; Beziehungen zu außerpalästinensischen Organisationen. Die Konferenz nahm, wie uns weiter gemeldet wird, einen Beschluß an, indem gegen die Verfolgung der Zionisten in Rußland protestiert wird. (Ziko) Leichte Besserung der Wirtschaftslage in Palästina. — Bericht der Ottoman Bank London, 3. Juli. (JTA.) Im Verlauf der am 11. Juni in London stattgefundenen Jahresversammlung der Aktionäre der Ottoman Bank gab der Präsident General Sir Herbert A. Lawrence einen Bericht über die Lage in den Orientländern und sagte bezüglich Palästinas, das Jahr 1926 wäre ein Jahr der Geldknappheit und wirtschaftlichen Depression infolge einer übermäßigen Immigration und der damit verbundenen Boden- und Gebäudespekulation gewesen. In diesem Jahre aber ist eine leichte Besserung eingetreten. Die

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