Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 29 (22.7.1927)
- Date
- 1927-07-22
- Page
- Seite 464 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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464 Das Jüdische Echo Nr. 29 det denn Henry Ford im jüdischen Sumpf.... Der Fall Ford zeigt schließlich wieder eine Wahrheit, die nicht oft genug ins Licht gestellt werden kann: der Kampf gegen die jüdische Pest bedingt völlige innerliche Echtheit.... Der Fall Ford hat keine einzige Tatsache hinsichtlich der Judenfrage geändert, ... es handelt sich nur um die Selbstenthüllung einer Persönlichkeit als unwahrhaftig und als minderwertig.“ Aus der jüdischen Well Erste Sitzung der neugewählten Berliner Repräsentantenversammlung Erstmaliges Erscheinen von Frauenrepräsentanten — Der feierlicheAkt der Verpflichtung — Kundgebung aus Anlaß der Katastrophen in Deutschland und in Palästina Berlin, 15. Juli. (JTA.) Für Donnerstag, den 14. Juli, 8 Uhr abends, hatte der Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Kammergerichtsrat Leo Wolff, die am 16. Mai 1926 gewählten Repräsentanten und Stellvertreter zu einer Sitzung eingeladen, um den feierlichen Akt der Einführung und Verpflichtung vorzunehmen. Es fanden sich die folgenden Repräsentanten und Stellvertreter ein: Rechtsanwalt Heinrich Stern, Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Professor Heinrich Loewe, Ministerialrat Hans Goslar, Markus Hornstein, Rechtsanwalt Dr. Seligsohn, Emil Pinkus, Moritz A. Loeb, Geheimrat Dr. Julius Stern, Dr. London, Frau Lina Wagner-Tauber, Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, Rechtsanwalt Dr. A. Loeb, Stadtrat Max Herzberg, Ehrenreich, Arthur Rosenberg, Direktor Hugo Ostberg, Stadträtin Fr. Bianca Hamburger, Louis Wolff. Die gegenwärtig fern von Berlin weilenden Repräsentanten hatten ihr Ausbleiben schriftlich entschuldigt. Der Vorsitzende hieß die Erschienenen willkommen und setzte die Umstände auseinander, weshalb die Repräsentantenversammlung nicht früher einberufen werden konnte. Der bisherigen Repräsentantenversammlung sprach er den Dank der Gemeinde aus. Es folgte hierauf der feierliche Akt der Verpflichtung durch Handschlag, den Kammergerichtsrat Wolff von jedem einzelnen Repräsentanten entgegennahm. Dr. A. Klee (Jüdische Volkspartei) gab die Anregung, schon heute eine fünfgliedrige Etatkommission mit der Vorbereitung des Etats zu betrauen, damit keine unliebsame Verspätung infolge der langen Ferienzeit platzgreife. Rechtsanwalt Stern namens der liberalen Fraktion und Kammergerichtsrat Wolff namens des Vorstandes erhoben keinen Einwand. Die Kommission, in der Herr M. A. Loeb den Vorsitz führt, wird somit ihre Arbeiten fortsetzen. Rechtsanwalt Dr. Klee dankt dem Vorsitzenden für den Gruß und drückt die Hoffnung aus, daß die Repräsentanten mit edlem Wetteifer und harmonischer Hingebung hier walten werden. Dr. Klee kam dann auf die Unwetterkatastrophen im Erzgebirge zu sprechen, die dem deutschen Vaterland so viele Menschenleben gekostet hat. Jetzt setzt uns eine neue Katastrophe in Deutsche Neuwäsch^rei ©. m.h.H. FELIX BRA\D\KR . MÜNCHEN Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. Finkenstraße Telefon Nr- 23708 Spezial-Dampfwaschanstalt für Herren-Plättwäsche nur Kraeen, Manschetten, Vorhemden und Oberhemden. Lieferzeit ca. 8Tage tiefe Trauer: In Palästina hat ein Erdbeben Teile des Landes verwüstet und auch die hebräische Universität schwer heimgesucht. Wenn auch bis jetzt keine jüdischen Toten festzustellen waren, so erweckt es doch große Teilnahme, wenn in dem Lande, wo die Wurzel des Judentums war, und das vielleicht auch Nachkommen von uns eine Heimat sein wird, so viele arabische Menschenleben vernichtet worden sind. Wir hoffen, daß sich nun überall in der Welt die Hände regen werden, um die Wirkungen der Katastrophe zu mildern und die Schäden gut zu machen, wobei erwartet wird, daß die Berliner Judenheit an erster Stelle ihre Pflicht tun wird. Der Vorsitzende, Kammergerichtsrat Wolff, schließt sich dem Ausdruck der Trauer und dem Appell an die Opferwilligkeit für Palästina an. Damit war die erste Sitzung der neuen Repräsentantenversammlung zu Ende. Die bevölkerungspolitischen Gefahren für das Deutsche Judentum Die S t e r b 1 i c h k e i t s z i ff e r übersteigt die jährliche Geburtenzahl um 3000 In voriger Woche trat der vom Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden eingesetzte Unterausschuß für Bevölkerungspolitik unter dem Vorsitz von Frau Wronsky (Berlin) zusammen. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung wurde der von Herrn Sanitätsrat Dr. Peyser und Frau Wronsky ausgearbeitete Entwurf eines Flugblattes durchberaten, das in großem Umfange an weiteste Kreise der jüdischen Bevölkerung verschickt werden und Aufklärung über die bevölkerungspolitischen Gefahren, die das Judentum bedrohen, bringen soll. Ein zweites von Herrn Dr. med. Theilhaber entworfenes Flugblatt, das mehr wissenschaftlichen Charakter trägt, soll zu einem späteren Zeitpunkt, besonders in Rabbiner- und Lehrerkreisen verbreitet werden. Der Ausschuß war sich darüber einig, daß eine sofortige Aufnahme der Arbeiten mit aller Energie eine dringende Notwendigkeit ist, wenn den derzeitigen bedenklichen Verhältnissen abgeholfen werden soll. Besondere Beachtung verdient die von Herrn Dr. Theilhaber mitgeteilte Sterblichkeitsziffer unter den Juden, welche die Geburtenzahl um jährlich 3000 übersteigt. Der Ausschuß wird demnächst zu weiteren Beratungn zusammentreten; die Herstellung des Flugblattes soll inzwischen so gefördert werden, daß die Verbreitung noch vor den Herbstfeiertagen erfolgen kann. Die Kandidatenliste des „Linken Zentrums“ der Zionisten in Deutschland Berlin, 19. Juli. (JTA.) Wie wir erfahren, hat das „Linke Zentrum“ in Deutschland folgende Kandidaten für die Wahlen zum 15. Zionistenkongreß nominiert: 1. Kurt Blumenfeld, 2. Salman Schocken, 3. Dr. Moritz Bileski, 4. Dr. Hugo Schachtel, 5. Rechtsanwalt Dr. Max Kollenscher, 6. Dr. Martin Rosenblüth, 7. Isaac Feuerring, 8. Dr. Alfred Landsberg, 9. Dr. Sally Hirsch, 10. Nathan Grünstein (Frankfurt a. M.), 11. Rechtsanwalt Max Jacobsohn (Breslau), 12. Dr. Alfred Apfel, 13. Dr. Meinhold Nußbaum (Nürnberg), 14. Frau Sonja Gronemann, 15. Dr. Hans Loewy (Makkabi). Die Liste ist der Weltwahlliste der Allgemeinen Zionisten angeschlossen, auf der für Deutschland nominiert wurden: 1. Felix Rosenblüth (London),