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Das jüdische Echo · 1927-07-22 · 29 (22.7.1927) · p. Seite 463

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
29 (22.7.1927)
Date
1927-07-22
Page
Seite 463 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 463 Zionisten zur Judenheit der ganzen Welt und schließlich die Beratung und Beschlußfassung über den Palästinaaufbau, dessen Entwicklung in ein entscheidendes Stadium getreten ist. Alle drei Gebiete sind von außerordentlicher Wichtigkeit, und es wäre müßig, Untersuchungen anzustelleu, welcher der drei angeführten Punkte der wichtigste ist. Man muß sich aber sagen, daß alle drei in einem innigen Zusammenhänge miteinander stehen und einander bedingen. — Wenn es auch schwer sein mag, das Gewicht jedes einzelnen dieser drei Faktoren gegeneinander abzuwägen, so glauben wir, daß es viel einfacher ist, die zeitliche Rangordnung der Erledigung und Lösung der drei Probleme festzusetzen. Für jeden, der die Geschichte der zionistischen Bewegung kennt, ist es klar, daß im gegenwärtigen Moment Zionismus und Palästinaaufbau nicht mehr isoliert voneinander behandelt werden können. Ebenso klar ist es, daß der Weg der Politik, den die zionistische Organisation im Verhältnis zur Mandatarmacht zu gehen hat, in starker Weise von dem Stand des Palästinaaufbaus bedingt äst. Schließlich diktieren der Palästinaaufbau, sein Werden, Gedeihen oder seine Schwierigkeiten das Tempo und den Modus, wie sich die zionistische Organisation zur nichtzionistischen jüdischen Umwelt zu verhalten hat. Gegenwärtig stellt der Palästinaaufbau den Angelpunkt dar, von dem aus alle anderen Probleme der zionistischen Bewegung angepackt werden können. Nun ist in der gesamten zionistischen Öffentlichkeit das Bewußtsein Allgemeingut geworden, daß der Palästinaaufbau in vielen Hinsichten reformbedürftig ist. Bevor diese Reformen nicht angeschnitten sind, erscheint uns die Regelung der Beziehungen zur Mandatarmacht und zur nichtzionistischen jüdischen Umwelt in normaler gesunder Weise außerordentlich erschwert. Der Zionistenkongreß in Basel wird darum, sofern er das Gebot der Stunde begreift, sein Hauptaugenmerk auf die Reform des Palästinaaufbaus richten müssen. Zionistische Außenpolitik, zionistische Innenpolitik und Palästinaaufbau müssen in eine Rangordnung gebracht werden. Diese Rangordnung kann nur vom zeitlichen Gesichtspunkte bestimmt sein. Zuerst Reform des Palästinaaufbaus, dann Fortführung und Regelung oder Liquidierung der Verhandlungen zur Erweiterung der Jewish Agency und schließlich konzentrische Bemühungen, um das Verhältnis zur Mandatarmacht nach der Richtung zu klären, daß die Mandatarmacht aus einem neutralen Schiedsrichter ein aktiver Förderer unserer Bestrebungen in Palästina werde. Unsere Meinung geht also dahin, daß der Zionistenkongreß gut daran tun wird, in seinen Beratungen und Kämpfen, die Außenpolitik und Innenpolitik in den Hintergrund, die Frage der Reform des Palästinaaufbaus Private kaufmännische Kurse Fernruf 236<99 Ql11! Gegründet1879 rudolf DUKUl München Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck. Jeden Monat beginnen neue Kurse. Beste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Prinz-Ludwig-Str. Nr. 3/1, neben der Tonhalle in den Vordergrund zu rücken. Noch einmal sei es festgestellt: der Angelpunkt, von dem aus unsere Arbeit in Palästina und die Regelung der Beziehungen im außen- und innerpolitischen Sinne vorwärts gebracht werden können, ist einzig und allein die Reform des Palästinaaufbaus. Dieser sollte darum den Kernpunkt aller Sorgen und Verhandlungen des nächsten Zionistenkongresses bilden. M. W. Der neue Paulus Henry Fords weitere Buße Neuyork, 12. Juli. (JTA.) Louis Marshall, an den Henry Ford seinen sensationellen Entschuldigungsbrief gerichtet hatte, teilt mit, daß diese Erklärung nur einen ersten Schritt der Aktion darstelle, die Ford geplant habe, um den Juden der ganzen Welt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Welche weiteren Schritte bevorstehen, ist einstweilen nicht zu erfahren. Die Verhandlungen über außergerichtliche Beilegung des Sapiro-Prozesses, dessen Kosten in Höhe von rund einer Million Dollar Ford tragen müßte, scheinen dem Abschluß nahe zu sein. Der bekannte Neuyorker Anwalt Untermeyer erklärte, sein Klient Hermann Bernstein gedenke seine Klage gegen Ford nicht zurückzuziehen. Es verlautet, das Kongreßmitglied Nathan Perlman sei an dem Zustandekommen der Fordschen Entschuldigung maßgebend beteiligt gewesen. Der Sapiro-Prozeß außergerichtlich erledigt Neuyork, 18. Juli. (JTA.) Der Beleidigungs¬ und Schadenersatzprozeß, den der bekannte Chicagoer Rechtsanwalt Aaron Sapiro gegen Henry Ford angestrengt hatte, ist durch einen außergerichtlichen Vergleich beigelegt worden. Ford zieht in einer öffentlichen Erklärung die gegen Sapiro in seinem Blatte erhobenen Anschuldigungen zurück und bedauert es insbesondere, daß erklärt worden war, es bestehe ein „jüdischer Ring“, durch den der amerikanische Landwirt ausgebeutet werden solle. Gleichzeitig erklärt die Zeitschrift „Dearborn Independent“, daß die gegen Sapiro erhobenen Anschuldigungen nicht von Ford inspiriert worden waren. Sapiro, der bekanntlich auf eine Million Dollar Schadenersatz geklagt hatte, zog jeden Anspruch auf Geldleistung seitens Fords zurück. Die Völkischen zur Haltung Fords München, 14. Juli. (JTA.) Die heutige Nummer des Hitler-Organs, „Völkischer Beobachter“, schreibt über die Umkehr Fords: „Wenn irgend etwas geeignet ist, die Notwendigkeit der antisemitischen Bewegung zu beweisen, so ist es dieser Fall Ford. Denn die Tatsache, daß sich Henry Ford gezwungen sah, vor der konzentrierten Macht des Judentums zu kapitulieren, ist ja der geradezu klassische Beweis für das Vorhandensein und die Gefährlichkeit dieser Weltmacht.“ Berlin, 19. Juli. (JTA.) Der vom Rasseantisemiten Grafen Ernst zu Reventlow herausgegebene „Reichswart“ gibt eine Übersicht über Henry Fords antisemitische Vergangenheit und schreibt: „In judengegnerischen deutschen Kreisen hat Henry Ford vielfach einen Ruf genossen, den er nie verdient hat.... Ford hat sich niemals bemüht, die Judenfrage in ihren tieferen Gründen, im tieferen Sinne zu erfassen.... So verschwin-

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