Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 29 (22.7.1927)
- Date
- 1927-07-22
- Page
- Seite 460 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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460 Das Jüdische Echo Nr. 29 Wochen (vom 17. Tamus bis 19. Aw) eine Hilfsaktion für die durch das Erdbeben geschädigten Juden Palästinas eröffnet worden. Die ersten Spenden London, 15. Juli. (JTA.) Die Zionistische Exekutive hat nach dem ersten Eintreffen der Erdbeben-Nachrichten eine Geldsumme für die Opfer überwiesen. Der amerikanisch-jüdische Philantrop Nathan Straus hat eine Summe von 5000 Pfund zwecks Unterstützung der Opfer ohne Unterschied des Glaubens und der Rasse gesandt. Die wirtschaftlich vollkommen zugrundegegangenen Samaritaner in Sichern haben sich an die Judenschaft um Unterstützung gewandt. Sie beschlossen, eine Sonderdelegation zu dem Ende August in Basel stattfindenden Zionistenkongreß zu entsenden, um Hilfe für ihren Wiederaufbau zu erbitten. Bei der Katastrophe wurde ein Samaritaner getötet, mehrere sind verletzt. Es zeigt sich, daß der Materialschaden der Juden Jerusalems sehr groß ist. Auch in dem neuen jüdischen Viertel „Talpioth“ sind Häuser eingestürzt. In Jaffa, wo das Beben weniger heftig war, sind dennoch alte Häuser eingestürzt. Das Hilfswerk für Palästina Jerusalem, 17. Juli. (JTA.) Der Stellvertretende Oberkommissar für Palästina, Colonel Symes, erließ einen Appell, in welchem eine ausführliche Schilderung der katastrophalen Wirkungen des Bebens gegeben und um Spenden zur Linderung der Not ersucht wird. Auch werden die Bewohner Palästinas gebeten, sich an das Ausland um Mithilfe zu wenden. Die Schäden, heißt es in dem Appell, gehen in die Millionen, der Wiederaufbau werde zwei Jahre in Anspruch nehmen. Colonel Symes dankt Nathan Straus für seine erste große Spende in Höhe von 5000 Pfund, sowie der Palestine Electric Corporation, die 200 Pfund gespendet hat und erwähnt, daß die jüdischen Kolonien Petach Tikwah und Rechowoth die ersten waren, die Geld und Brot in die am schwersten betroffenen Gebiete gesandt haben. Colonel Symes hat sich auf eine Tour durch alle betroffenen Gebiete begeben. Die Regierung hat bereits Geldmittel für Hilfszwecke in Nablus, Ludd und Ramleh bewilligt. Der Magistrat von Tel-Awiw hat das Angebot gemacht, 60 freiwillige Arbeiter nach Nablus zu entsenden, um dort die Trümmer aufzuräumen und die Toten zu bergen. Dieuiäscherei der Hausfrau die größte Mietwäscherei Münchens ist mit den besten und modernsten Anlagen ausgestattet. Sie ermöglicht Ihnen: Zeitersparnis l;n ca. 11/2 Stunden wird jedes Quantum in Ihrer Änwesenheit gereinigt. Geldersparnis; Billiger als im eigenen Haushalt. Trommeln von RM. 3.70 an. Größte Schonung derWäsche; kein Bürsten und Reiben mehr. Trockenanlagen u. Bügelmasch. stehen zur Verfügung. Unser Äuto holt und bringt die Wäsche kostenlos. Besichtigen Sie unsere Musterwaschanlage. Wir liefern jeden Posten Wäsche gebrauchsfertig. Jeder Posten wird gesondert behandelt! 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In einer Anzahl Blätter in England, Deutschland und anderen Ländern wird die Ansicht lanziert, daß durch die Erdbebenkatastrophe die Palästinawirtschaft so stark gelitten hat, daß sie in ihrer Entwicklung weit zurückseworfen erscheint und daß deswegen auch das jüdische Aufbauwerk für lange Zeit, wenn nicht gar für immer, gehemmt ist. Demgegenüber stellt der Palästinavertreter der „Vossischen Zeitung“, Dr. Wolfgang v. Weisl fest: „Trotz der großen Schäden, die hier und in den anderen Städten Palästinas angerichtet wurden, kann man sagen, daß das Erdbeben, entgegen den ersten Meldungen, die den Umfang der Katastrophe nicht übersehen konnten, für das Wirtschaftsleben Palästinas ziemlich be- 1 a n g los geblieben ist. Die Katastrophe spielte sich an wirtschaftlichen Randgebieten ab, die weder für die Industrie, noch für die Kolonisation, noch für den Weltverkehr wesentlichere Bedeutung gehabt haben; die europäischen Siedlungszentren sind völlig verschont geblieben, und £-^r. Sachschaden übersteigt nicht die Leistungsfähigkeit der Palästina-Regierung, die im letzten Wirtschaftsjahre neuerlich einen Budget-Überschuß von 10 Millionen Mark gehabt hat. Es dürfte sicher keine Rede davon sein, daß zur Deckung der Schäden des Erdbebens eine Hilfeleistung Englands oder englischer Bankkreise in Frage gezogen wird. ...Das Erdbeben war eine lokale Katastrophe von drei oder vier arabischen Städten; es war die größte derartige Katastrophe Palästinas seit Jahrhunderten, aber sie hat mehr Bedeutung angesichts der schweren Menschenopfer, die sie in Nablus, Amman, und Ramleh gefordert hat, als durch die wirtschaftlichen Schäden, die sie dem Lande bereitet hat.“