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Das jüdische Echo · 1927-07-22 · 29 (22.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
29 (22.7.1927)
Date
1927-07-22
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo ——— Nummer 29 22. Juli 14. Jahrgang Die Erdbebenkatastrophe in Palästina Ein neues Beben, kein Sachschaden, drei Verletzte Jerusalem, 17. Juli. (JTA.) Am Sonntag, dem 17. Juli, 10 Uhr morgens, verspürte man in ganz Palästina einen zweiten Erdstoß, der aber glücklicherweise keinen Häuserschaden anrichtete. Drei Personen wurden in Jerusalem durch Umfallen oder durch herabstürzende Gegenstände verletzt. Nach Mitteilungen aus Haifa wie aus Jaffa war dieser zweite Erdstoß auch in diesen Städten sehr deutlich zu spüren. Die Wirkung des ersten Bebens. — Die Zerstörungen in den Universitätsinstituten und im Regierungsgebäude. — Rahels Grab beschädigt Jerusalem, 19. Juli. (JTA.) Nach dem Bericht des britischen Oberkommissars für Palästina sind 200 Personen getötet, etwa 7 5 0 Personen mehr oder weniger schwer verletzt und 1000 Häuser schwer beschädigt worden. Der an den Eisenbahnen angerichtete Schaden beträgt bis zu 2000 ägypt. Pfund. In Transjordanien wurden durch das Erdbeben 68 Personen getötet und etwa 100 verletzt. Jerusalem, 17. Juli. (JTA.) Während des Erdbebens am 11. Juli wurde das Biochemische Institut der Hebräischen Universität fast völlig zerstört. Es bestand Gefahr, daß sich dort gezüchtete Reinkulturen von Typhus-, Dysenterie- und anderen Bazillen durch die Luft verbreiten und Seuchen hervorrufen. Dem unerschrockenen Eingreifen von Prof. Dr. Adler, Direktor des Departements für Parasitologie ist es zu verdanken, daß diese Gefahr abgewendet wurde. Unter Lebensgefahr drang Dr. Adler durch die Trümmer vor und isolierte den Gefahrenherd. Groß sind die Zerstörungen im Regierungsgebäude auf dem Ölberg und in der Privatwohnung des jetzt abwesenden Oberkommissars Lord Plumer. Der ganze Hofraum ist mit Trümmern bedeckt, die Zimmerdecken sind aufgerissen, und es besteht Einsturzgefahr. Das Gebäude ist ganz unbrauchbar geworden, es wird längere Zeit dauern, bis es wieder bewohnbar gemacht wird. Der Schaden an diesem Gebäude wird auf £ 30 000 beziffert. Der Privatbesitz von Lord Plumer wurde in ein anderes, wenig beschädigtes Gebäude gebracht. In schwerer Gefahr war während des Bebens der stellvertretende Oberkommissar, Colonel S y m e s , der gerade im Eisenbahnzuge durch das Land reiste. Der Zug entgleiste, und schwere Felsenstücke fielen auf die Waggons. Colonel Symes blieb unverletzt. Durch das Beben wurde auch das R a h e 1 - Grab beschädigt und mußte geschlossen werden. Eine Sachverständigen-Kommission wird bestimmen, ob diese Wallfahrtsstätte den Besuchern wieder geöffnet werden solle. Der stellvertretende Direktor des Antiquitäten-Departements, Guy, teilt mit, daß das Palästina-Museum nur wenig Schaden gelitten hat. — Die Evelina Rothschild- Schule hat schwere Schäden davongetragen und wurde geschlossen. Jerusalem, 14. Juli. (JTA.) Nach einer Meldung des deutschen Generalkonsulats in Jerusalem sind bei den schweren Erdbeben in der deutschen Kolonie keine Personen zu Schaden gekommen. Die Sachbeschädigungen sind verhältnismäßig gering; die deutschen Kolonien im Lande sind, soweit bisher festzustellen war, wenig von dem Erdbeben betroffen worden. Die deutschen Anstalten in Jerusalem sind mit Ausnahme der Ölbergstiftung, dem Sitze des Oberkommissars, die leider überaus schwer beschädigt worden ist, nur wenig in Mitleidenschaft gezogen worden. Verzweifelt ist die Lage des jetzt 175 Seelen zählenden Überrestes des alten Stammes der Samaritaner, der in Nablus-Sichern am Fuße des Berges Gerizim seinen Wohnsitz hat. Sämtliche Häuser des Stammes sind zerstört. Die Samaritaner kampieren in Zelten außerhalb der Stadt und leiden buchstäblich Hungersnot. Einer ihrer Ältesten bezeichnete den Zustand als so schlimm, „wie zur Zeit des babylonischen Exils“ Jerusalem, 13. Juli. (JTA.) Der Korrespondent des Wolffschen Telegraphen-Büros berichtet über das verwüstete Nablus: Die vom Erdbeben heimgesuchte Stadt Nablus bietet ein furchtbares Bild der Zerstörung. Viele Häuser sind zusammengestürzt, kein einziges Haus ist ganz verschont geblieben. Die Geschäftsstraßen sind verödet, die Bevölkerung hat außerhalb der Stadt in Zelten eine notdürftige Unterkunft gefunden. Unter Leitung der englischen Polizei ist man inmitten der Gefahr an der Arbeit, um aus den Trümmern noch Verschüttete zu retten. Die Haltung der Toten zeigt, daß sie bei ihrer gewohnten Beschäftigung vom Tode überrascht worden sind. (Nablus, das Sichern der Bibel, liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Jerusalem, auf der Wasserscheide zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan. Es hat etwa 30 000 Einwohner und liegt in fruchtbarer Gegend.) Schwere Schäden an der Jeschiwah „Ohel Mosche“ Frankfurt a. M., 17. Juli. (JTA.) Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel erhielt die telegraphische Mitteilung aus Jerusalem, daß die 1880 von Rabbi J. L. Diskin begründete Jeschiwah „Ohel Mosche“ durch das Erdbeben derartig beschädigt wurde, daß sie geschlossen werden mußte. Rabbiner Sonnenfeld bat die Palästina-Zentrale Agudas Jisroel, für die Jeschiwah, wie für diesQbdachlos gewordenen Einwohner der Jerusalemer Altstadt eine Hilfsaktion einzuleiten. Auf Veranlassung der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ist in sämtlichen Landcsorganisa* tionen der Agudah zu Beginn der drei Trauer-

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