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Das jüdische Echo · 1927-07-08 · 27 (8.7.1927) · p. Seite 434

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
27 (8.7.1927)
Date
1927-07-08
Page
Seite 434 (sequence 10)
Language
German
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434 Das Jüdische Echo Nr. 27 UeberkingerSprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel 20542 Ledererstr. 12 Die Jewish Agency und die jüdische Gemeindeordnung in Palästina Jerusalem, 3. Juli. (JTA.) Wie die Palestine Telegraphie Agency erfährt, sieht die von der britischen Regierung bereits gebilligte jüdische Gemeindeordnung für Palästina eine Intervention der Jewish Agency im Falle von Differenzen zwischen dem Waad Leumi und dem palästinischen Oberrabbinat in Fragen des Budgets der jüdischen Gemeinden vor. Die Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels London, 24. Juni. (JTA.) Am 22. Juni wurde in London die Internationale Konferenz der jüdischen Gesellschaften zum Schutze der Frauen und Mädchen und zur Bekämpfung des Mädchenhandels eröffnet. Es wurde ein Präsidium gewählt, dem die Herren Edouard Oungre (Paris), Prof. Dr. M. Sobernheim (Berlin), Karl Klempner (Wien) und Julius Becker (Danzig) angehören. Arthur R. Moro, der Vizepräsident der Association, hielt ein eingehendes Referat darüber, welcher Fortschritt seit der Konferenz von 1910 in dem Schutz der jüdischen Mädchen und Frauen vor unsittlicher Ausbeutung erzielt worden ist. Es folgten die Berichte aus den einzelnen Ländern. Frau Dr. Paula Ohlendorf (Breslau) teilte mit, daß in Hamburg, Berlin, Köln und Breslau Schutzstationen für junge Mädchen bestehen. Man könne bezweifeln, ob wirklich die Juden unter den Mädchenhändlern eine große Rolle spielen. Die Hauptursache des Übels ist in den wirtschaftlichen und sozialen Nöten Osteuropas zu suchen-. Frau Teplicka (Lodz) berichtete über die Lage in Polen. Der Krieg hat die bösesten Instinkte geweckt, die Neigung zum Luxus gesteigert. In Lodz ist ein Sechstel aller Protustierten Jüdinnen. Der Mädchenhandel wird durch die Duldung der sogenannten „Stillen Chupa“ (religiöser Eheschluß ohne standesamtliche Trauung) gefördert. Ein zerstörender Faktor im jüdischen Familienleben sind die verschiedentlichen Einwanderungseinschränkungen, durch die eine Trauung von Familienmitgliedern bewirkt wird. Tausende von Frauen sind verhindert, zu ihren Männern zu kommen. Notwendig sei eine Zwangsregistrierung der religiösen Ehen und eine internationale Regelung zur Behebung der Familientrennung. — Die Sejmdeputierte, Frau Dr. Melzer (Lemberg), forderte erzieherische und aufklärende -Arbeit unter den Frauen und Mädchen des Ostens. — Dr. Lubinsky (Kowno) berichtete, daß infolge der Wirtschaftskrise in Litauen die Prostitution fortschreitet. Von etwa 1200 Prostituierten sind 241 (20 Prozent) Jüdinnen. — Rabbiner Dr. Felix Goldmann (Leipzig), der im Namen des Deutschen Rabbinerverbandes sprach, führte aus, er glaube nicht an die Existenz eines speziell jüdischen Mädchenhandels. Die Zahl der jüdischen Opfer sei im Verhältnis noch größer. Es sei notwendig, das jüdisch-religiöse Gesetz betreffend die Agunoth zu reformieren. Prof. Dr. M. Sobernheim führte den Vorsitz in der dritten Sitzung, in der Frau Henry Moskowitz (Neuyork) über die erfolgreiche Arbeit des Rates jüdischer Frauen in Neuyork sprach. Rabbiner Dr. Hildesheimer (Berlin) führte aus, die großen rabbinischen Autoritäten des Ostens, wie „Chofez Chaim“ u. a. verstehen die Lage der Agunoth, man könne aber ein religiöses Gesetz nicht brechen. Julius Becker (Danzig) referierte über Schaffung eines Zentralfonds für internationale jüdische Arbeit zum Schutze der Mädchen und Frauen. Miß Salomon (Neuyork) gab der Überzeugung Ausdruck, daß die amerikanische Judenheit freigebig den Fonds unterstützen werde. Jahreskonferenz der englischen Zionisten Am 27. Juni fand in London die Jahreskonferenz der English Zionist Federation statt, an der gegen 200 Delegierte teilnahmen. Auf Grund einer von den jungen Zionisten geführten Opposition, die als ihren Kandidaten für die Präsidentschaft Joseph Cowen auf ihren Schild gehoben hatte, kam es zu einem Wahlkampf, bei dem jedoch der bisherige Präsident Guedallah mit 119 gegen 81 Stimmen, die auf Cowen fielen, gewählt wurde. Zu Vizepräsidenten wurden von den Parteigängern Guedallahs Dr. Deiches und Morris Myer, und von den Anhängern Cowens Simon Marks und SiefT für London und Adler, Prof. Brodetzky, Burton und Greenberg für die Provinz gewählt, zum Schatzmeister des Keren Hajessod Howitt. Das Amt des Ehrensekretärs übernahm ebenfalls ein Führer der jungen Gruppe, Rev. Perlzweig. Zum Schluß erklärten Vertreter der Gruppe, die zu Guedallah in Opposition standen, ihn bei der Arbeit loyal unterstützen zu wollen. (Ziko) I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostllmstickereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22975 SCHAFFT BROT! LINDERT NOT!

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