Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 26 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 418 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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418 Das Jüdische Echo Nr. 26 lin.“ An den beiden Seitenfronten ist in hebräischer Sprache die Aufschrift enthalten: asah kamaweth ahawahr (Wie der Tod so stark ist die Liebe). Trauerfeier für Walter Rathenau Berlin, 24. Juni. (JTA.) Heute, am 5. Todestage Walter Rathenaus, wurden am Grabe und im Hause Rathenaus, sowie an der Mordstelle Trauerkundgebungen abgehalten. Ebenso wie am Grabe stellte das Reichsbanner auch an der Mordstelle in der Königsallee eine Ehrenwache. Dort befindet sich ein Baum, der heute noch, 5 Jahre nach dem furchtbaren Mord, zwei deutlich sichtbare Kugelspuren zeigt. Das Reichsbanner hing an diesem Baum einen großen Kranz mit schwarz-rot-goldener Schleife auf. Abends wurde der Kranz in das Rathenau-Haus gebracht. Die Demokratische Partei und viele andere Gruppen und Vereinigungen, auch die Reichsregierung, ließen am Grabe Kränze niederlegen. Die Schweizerischen Zionisten und der 15. Zionistenkongreß Genf, 24. Juni. (JTA.) Am 19. Juni wurde in Luzern der 31. außerordentliche Delegiertentag des Schweizerischen Zionistenverbandes eröffnet. Die Verhandlungen leitete Dr. Becker (Genf). Der Regierungsrat des Kantons Luzern und der Stadtrat von Luzern sandten Begrüßungsschreiben, Hauptberatungsgegenstand der Tagung war die technische Vorbereitung des 15. Zionistenkongresses, der bekanntlich am 30. August d. J. in Basel eröffnet werden wird. Dr. Weinert (Zürich) war der Referent und brachte eine Anzahl Anregungen vor. Dr. Becker wurde mit überwiegender Mehrheit zum offiziellen Kongreßkandidaten des Verbandes nominiert. Konferenz der italienischen Zionisten in Mailand Rom, 23. Juni. (JTA.) In Anwesenheit von Dr. Victor Jacobson wurde in Mailand eine Konferenz der Zionisten aus den wichtigsten Städten Italiens abgehalten. Es wurden Beschlüsse gefaßt, die eine Intensivierung der zionistischen Arbeit unter den italienischen Juden und eine Reorganisation deren Keren-Hajessod-Arbeit betrafen. Es wurde ein Präsidium der zionistischen Föderation Italiens gewählt, dem als neue Mitglieder Dr. Paolo Milano aus Rom, Dr. Dario Pitigliani und Giro Glas aus Florenz angehören. Es wurde auch die Schaffung eines neutralen Komitees für Keren-Hajessod-Arbeit beschlossen, welchem Vertreter der jüdischen Gemeinden Italiens und prominente italienische Juden angehören werden. Numerus-clausus-Debatte im ungarischen Oberhaus Budapest, 25. Juni. Bei der Beratung des Staatsvoranschlags hielt Dr. Albert von Berzeviczy eine Rede, in der er von der Regierung die Aufhebung des Numerus clausus forderte. Der jüdische Vertreter, der Szegediner Oberrabbiner Dr. Emanuel Löw, wandte sich zwar auch gegen den Numerus clausus, vertrat aber unbegreiflicherweise die Anschauung, daß die Initiative zur Aufhebung des Numerus clausus von der Regierung selbst ausgehen müsse und unterließ aus diesem Grunde die Stellung eines Antrages auf Aufhebung des Schandgesetzes. Der Unterrichtsminister Graf Klebeisberg antwortete Dr. Löw, daß die Regierung die Verantwortung für die Aufhebung des Numerus clausus nicht übernehmen könne. Die rumänische Studentenschaft aus dem internationalen Studentenkongreß ausgeschlossen Budapest, 26. Juni. (JTA.) In der gestern abgehaltenen zweiten Sitzung des Internationalen Studentenkongresses in Szeged berichtete der Leiter des Zentral-Büros Jean Baugniet über die Sitzung der Propagandakommission, die die Verbreitung der Idee der Internationalen Studentenvereinigung zur Aufgabe hat. Da die rumänischen Studenten die jüdischen Studenten aus ihren Reihen ausgeschlossen haben und also nicht alle in Rumänien lebenden Studenten vertritt, können sie nicht ordentliches Mitglied der Internationalen Studentenvereinigung sein. Arabische Salzkonzession am Toten Meer J erusalem, 23. Juni. (JTA.) Eine arabische Gesellschaft zum Zwecke der Ausbeutung der Salzminen im Westen des Toten Meeres ist hier gebildet worden. Die Arbeit wird demnächst in Angriff genommen. Das Wolffsohn-Haus in Jerusalem. — Herzl- und Wolffsohn-Archive London, 23. Juni. (JTA.) Wie die Wolffsohn- Stiftung mitteilt, ist in Jerusalem der Grundstein zu dem Wolffsohn-Haus der Universitätsbibliothek gelegt worden. Das in großen Ausmaßen angelegte Gebäude wird in etwa 18 Monaten fertig sein. 75 Arbeiter des Solei Bon eh sind gegenwärtig an den Bauarbeiten beschäftigt. In diesem Gebäude werden auch die Herzl- und Wolffsohn- Archive, die sich gegenwärtig in Berlin in Gewahrsam des Herrn Dr. Leszynsky befinden, untergebracht sein. Der Zeitungsleseraum wird nach Dr. Katzenelson, dem Freunde Dr. Wolffsohn, benannt werden. Frau Cilly Levine, die Tochter des verstorbenen Dr. Katzenelson, hatte der Wolffsohn-Gesellschaft einen Betrag von £ 3000,— für das Wolffsohn-Haus als Vermächtnis übergeben. Herr und Frau M. Symonds aus Sydney haben einen Betrag von £ 5000.— in Aussicht gestellt, der für den Bau eines Lesesaals, der den Namen der Mutter Herrn Symonds tragen soll, verwendet werden wird. Außerdem verfügt die Wolffsohn-Stiftung noch über eine Summe von £ 17 000, die zur Vollendung des Baues Verwendung finden wird. Zu unserer Mitteilung über die beiden jüdischen Preisträger an der Münchener Universität haben wir noch nachzutragen, daß Herr Erich Deutsch ein Sohn des bekannten Münchener Zahnarztes Dr. Max Deutsch ist. Renault Audi die führenden Weltmarken Mototechnische Ges., K.-G. München / Odeonsplatz 12 Telephon 26 397 und 20654