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Das jüdische Echo · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · p. Seite 372

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372 Das Jüdische Echo / Literarische Beilage Nr. 23 reihung in den Zusammenhang mit talmudischen und midraschischen Berichten über die Schaffung des Adam Kadmon und des biblischen Adam, wie auch menschlicher Versuche zur Belebung des ungefügten Stoffes und die Untersuchung über den „Namen“ läßt uns das Buch anregend erscheinen. Ohne mit allem einig gehen zu können, was der Verfasser heranzieht, insbesondere ohne die Hervorhebung des Doppelgänger-Problems als Lösung anerkennen zu können, muß doch dem Danke Ausdruck gegeben werden, daß die über das Folkloritische hinausgehende und dem philosophischen Kern des inneren Gehalts nachspürende Studie geschrieben und der Öffentlichkeit geboten wurde. Die dem Juden vielleicht besonders innewohnende Ehrfurcht vor der Bedeutung der Beseelung, die seine Versuche zur Schaffung eines künstlichen Menschen kennzeichnet und die sich in der Golem-Erzählung durch den Hinweis auf die vom Menschen nicht mehr kontrollierbare Gewalt des „Schern“ ausspricht, ist doch wohl der Hauptzug der Sage. Die außerordentliche fleißige Untersuchung, die auch nur lose Zusammenhänge in den immer interessanten Fußnoten heranzieht und belegt, wird jedem Leser Anregung bieten. Keiner wird ohne Befriedigung das Buch aus der Hand legen. München Theo Harburger Ballin. Leben und Werk eines deutschen Reeders. Von Peter Franz Stubmann. Verlagsanstalt Hermann Klemm A.-G., Berlin-Grunewald. Diese Anfang November 1926 erschienene und von uns bereits gewürdigte Biographie des bedeutenden Wirtschaftsführers ist jetzt in zweiter neu durchgesehener und ergänzter Auflage erschienen. Das Buch gibt einen erschöpfenden Bericht über den Aufstieg Ballins und seine wirtschaftliche und politische Tätigkeit; einige jetzt hinzugekommene Briefe beleuchten seine Haltung während des Krieges. Leider wird über die jüdische Komponente im Schicksal Ballins, über die Art, wie er sich mit der Tatsache seines Judeseins auseinandergesetzt hat, nur in einigen vagen Andeutungen gesprochen; so wenn gesagt wird, daß Ballin selbst in den Jahren seiner größten Erfolge bei seinen Verhandlungspartnern „ab und zu das Vorurteil antisemitischer Gesinnung voraussetzen zu müssen glaubte“ und wenn so erklärt wird, daß er fast nur jüdische Freunde gehabt habe; es scheint, daß der Verfasser nicht gewagt hat, dieses Problem mit der nötigen Offenheit zu behandeln. Vielleicht ist es ihm möglich, in einer späteren Auflage das instruktive Buch in dieser Richtung zu ergänzen und es so zu einem wichtigen Beitrag zur Erkenntnis des deutschen Judentums auszugestalten. I. E. Eine jüdische Enzyklopädie Ein jüdisches Lexikon in der Art des großen oder kleinen „Meyer“ oder „Brockhaus“ gab es bisher in deuscher Sprache nicht. (In englischer Sprache gibt es die allerdings vor 25 Jahren erschienene zwölfbändige „Jewish Encyclopaedia“, und außerdem ist vor dem Kriege ein dieser ähnliches Werk in Rußland erschienen.) Nach achtjähriger vorbereitender Arbeit gelangt jetzt im Jüdischen Verlag, Berlin, die erste jüdische Enzyklopädie in deutscher Sprache zur Ausgabe. Sie besteht aus vierstarken Bänden in Lexikonformat und wird vom Leiter des Archivs der Zionistischen Weltorganisation Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno Kirschner bei Mitarbeit von mehr als 230 der hervorragendsten jüdischen Gelehrten und Schriftsteller in den meisten Ländern der Welt und unter der Fachredaktion von Professor Dr. Ismar Elbogen, Dr. Joseph Meisl, Dr. Aron Sandler, Dr. Max Soloweitschik, Dr. Felix A. Theilhaber, Dr. Robert Weltsch und Rabbiner Dr. Max Wiener herausgegeben. Das Werk, dessen erster Band demnächst erscheint — die weiteren Bände sollen in kurzem Zwischenraum folgen —, umfaßt in etwa 15 000 Stichworten und Verweisungen das Gesamtgebiet der jüdischen Geschichte, Religion, Literatur und Wissenschaft und Biographien aller bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten der Vergangenheit und Gegenwart, die Darstellung aller aktuellen jüdischen Fragen usw., so daß es ein umfassendes und dabei streng objektives Nachschlagewerk des Wissens vom Judentum geworden ist. Die Enzyklopädie, von der gleichzeitig auch eine Ausgabe in monatlichen Lieferungen erscheint, bringt auf ihren etwa 3000 Seiten weit mehr als 2000 Illustrationen, Noten und Tabellen, außerdem viele Kunstbeilagen. Von den 230 Mitarbeitern seien hier genannt: Julius Bab, Rabbiner Dr. Leo Baeck, Professor M. Balaban, Dr. Max Brod, Dr. Hugo Bergmann, Professor Cassuto, Professor Dubnow, Dr. Eloesser, Professor Guttmann, Professor Samuel Klein (Jerusalem), Dr. Hans Kohn, Professor Samuel Krauß, Professor Loewe, Leo Motzkin, Arno Nadel, Professor Oppenheimer, Generaldirektor der JCA Dr. Oungre, Chefredakteur Dr. Felix Pinner, Jakob Rosenheim, Rabbiner Dr. Cäsar Seligsohn, Professor Dr. Simonsen, Nahum Sokolow, Dozent Dr. Torczyner, David Trietsch, Professor Dr. Weil, Professor Dr. Chain Weizmann, Rabbiner Dr. Ziegler, Arnold Zweig u. a. m. Gemeindenu.Vereins-Echo Jüdischer Gesangverein München. Die Konzertreise zur Musik-Ausstellung ist nunmehr gesichert. In großzügiger Weise haben die Israelitische Kultusgemeinde München und die München- Loge namhafte Beträge zu den hohen Unkosten zur Verfügung gestellt. Um einen würdigen Verlauf des Konzertes in Frankfurt zu sichern, finden von jetzt ab die Proben zweimal wöchentlich, jeden Dienstag und Donnerstag, abends 8 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde statt, die unbedingt jeder Teilnehmer an der Reise regelmäßig besuchen muß. Interessenten, die die Frankfurter Ausstellung besuchen wollen (auch Nichtmitglieder des Vereins) können sich der Fahrt anschließen und so in den Genuß des Sonderfahrpreises und der verbilligten Eintrittspreise zu den Veranstaltungen der Private kaufmännische Kurse Fernruf23699 Qegründet1S79 RUDOLF DUKIIV MÜNCHEN Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck. Jeden Monat beginnen neue Kurse. Beste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Prinz-Ludwig-Str. Nr. 3/1, neben der Tonhalle

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