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Das jüdische Echo · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · p. Seite 373

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
23 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
Seite 373 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 373 Ausstellung gelangen. _ Nähere Auskunft erteilt Zahnarzt K. Bettsack, Neuhauser Straße 21, Tel. 58091. Jüdischer Gesangverein München. Der große Erfolg des vorjährigen Sommerfestes veranlaßt uns, dasselbe am Sonntag, dem 12. Juni in gleicher Weise zu wiederholen. Die Teilnehmer versammeln sich nachmittags in der „Römerschanze“ in Grunwald, wo im Garten Konzert stattfindet. Im Saale werden musikalische und Tanzvorführungen die Gäste bis zum Beginn des Tanzes unterhalten. In Anbetracht des niedrig gehaltenen Eintrittspreises (M. 1.10 inkl. Steuer) rechnen wir mit dem gleich starken Besuch der Veranstaltung, die bei jeder Witterung stattfindet, wie im vorigen Jahr. Für Trambahnrückfahrt ist gesorgt. Jüdisches Kammerorchester München. Wir veranstalten in einem größeren Saale (Näheres wird noch bekanntgegeben) eine öffentliche Probe, um weitere Kreise für uns zu interessieren. Programm: Praetorius: Fackeltanz; Händel; Concerto grosso G-Dur; Mozart: Menuett; Mozart: Nachtmusik; Schubert: Symphonie Nr. 5, B-Dur. Eintritt frei. Am 15. und 22. Juni finden Vollproben statt. Es ist notwendig, daß sämtliche Mitwirkenden erscheinen. München. Die an der Münchener Universität immatrikulierten jüdischen Studenten haben in den Allgemeinen Studentenausschuß (Asta) einen Vertreter zu entsenden. Alle Korporationen einigten sich auf einen Angehörigen der orthodoxen Verbindung V. j. A. und wählten stud. med. Heinrich Lamm. Zionistische Ostjüdische Sektion Nürnberg. Am Sonntag, den 12. d. M., treffen sich alle Chawerim zum gemeinsamen Ausflug nach Wendelstein um 8 Uhr vormittags Ecke Allersberger- und Wodanstraße. Essen mitbringen, desgleichen Zucker zum Tee. Für diejenigen, die erst Mittag mit dem Zug nachfahren können, Treffpunkt am Bahnhofsdenkmal um 1 Uhr, Zugsabfahrt 1.20 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen. Die Ausflugsleitung. Jüdisch-Sozialdemokratische Partei Poale-Zion. Am 2. d. M. fand in Nürnberg, im Grünen Zimmer des Deutschen Hofes, der erste Nürnberger Vortrag von seiten der Poale-Zion aus statt. Wer von den anwesenden Westjuden der jiddischen Sprache bisher ablehnend gegenüberstand und in ihr nur einen „Jargon“ sah, der vor der reineren deutschen Sprache weichen müsse, mußte der jiddischen Sprache zubilligen, daß sie Klangfülle und plastische Ausdruckskraft in hervorragendem Maße besitzt. Gibt es Klassen im Judentum? In überzeugender Weise wies der Redner, Herr Zucker-Holländer, nach, daß ohne den systematischen Ausbau einer jüdischen Arbeiterbewegung die jüdische Gesellschaft ewig dazu verdammt ist, mit dem Kennwort „Bourgeoisie“ abgestempelt zu werden. Im Osten und Amerika leben arbeitende jüdische Massen, deren tagtägliche Bedürfnisse den Klassenkampf gebären. Die Lage des jüdischen Proletariats ist eine besondere. Jüdische Arbeiter und Arbeitnehmer sind im Osten fast ausschließlich bei jüdischen Unternehmern beschäftigt. Als nationale Minderheit leidet das jüdische Proletariat weit stärker als die Arbeiter anderer Völker. Bei jeder Krise aus dem Wirtschaftsleben der anderen Völker ausgestoßen, ist das jüdische Proletariat gezwungen, immer wieder und wieder den Wanderstab zu ergreifen auf der Suche nach neuen Arbeitsmöglichkeiten. Darum auch ist das jüdische Proletariat zu einem so großen Teile ein unproduktives, ein Händler- und Luftmenschen-Proletariat. Das jüdische Proletariat kämpft Seite an Seite mit den anderen Abeitern für die Verwirklichung des Sozialismus, mit der jüdischen Bourgeoisie zusammen für nationale und kulturelle Freiheit, sein Hauptziel ist aber die Produktivierung des jüdischen Volkes. Der Glaube an eine positiv-nationale Zukunft der jüdischen Gesellschaft steht nicht in Widerspruch mit dem Aufbau einer allweltlichen sozialen Demokratie. Palästina wird in tiefstem Sinne sozialistisch sein, oder es wird nicht sein. Jeder jüdische Sozialist hat die Aufgabe, die jüdischen Arbeitervertreter auf dem zionistischen Weltkongreß moralisch zu unterstützen. Das Mittel dazu ist der Kauf eines Schekels und die Ausübung des daraus resultierenden Wahlrechts für die Jüdisch-Sozialdemokratische Partei Poale-Zion. Die Aufgaben der Poale-Zion in Deutschland sind groß. Als sozialistische Partei kämpft die Poale-Zion gegen die assimilantische jüdische Bourgeoisie auf zwei Fronten. Sie wendet sich gegen den Selbstbetrug, die jüdische Gemeinschaft werde durch die Religion zusammengehalten. Beim Volksentscheid hat es sich gezeigt, wie jüdische Rabbiner die Thora zum Vorwände ihrer bourgeoisen Einstellung gemacht haben. Die Poale- Zion-Partei muß überall in den jüdischen Gemeindestuben gegen die volksfremde und unwürdig-assimilantische Politik reicher Notabein auftreten, die behaupten, die Interessen der Juden zu vertreten. Die Interessen der jüdischen Angestellten, des in Deutschland arbeitenden ostjüdischen Proletariats und der jüdischen Jugend, die in die palästinische jüdische Arbeiterschaft die größten Hoffnungen setzt, werden nicht von jedem Notabeln vertreten, sondern nur von den Vertretern der Jüdisch-Sozialdemokratischen Partei Poale- Zion. Der moralische Erfolg des Vortrags war groß; es wurde beschlossen, die jüdische und sozialistische Öffentlichkeit mit den Gedankengängen der Poale-Zion vertraut zu machen. Die Gründung des Komitees für das arbeitende Palästina, Ortsgruppe Nürnberg, dessen Aufruf vor kurzem in der „Fränkischen Tagespost“ und dem „Jüdischen Echo“ veröffentlicht wurde, war der erste Auftakt dazu. Die Anschrift der Partei ist: Poale-Zion, Breite Gasse 32. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümstickerelen Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22975

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