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Das jüdische Echo · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · p. Seite 367

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
23 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
Seite 367 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 367 und beschäftigte sich mit Fragen der religiösen Trauung, Scheidung und des Übertritts. Es wurde sehr darüber geklagt, daß die wichtigsten ehegesetzlichen Bestimmungen, meist aus Unkenntnis, unbeachtet bleiben. Richtlinien für die Schächterschule . Am 25. V. fand die erste Sitzung des Kuratoriums der neuen Schächterschule des Preußischen Landesverbandes statt. Zum Vorsitzenden wurde Bruno Galewski (Berlin), zum Stellvertreter Rabbiner Dr. Loewenthal (Berlin) gewählt. Es sollen nur jüngere Leute ausgebildet werden. Gewisse Kenntnisse aus Thora und Talmud und sittliche Reife sind Voraussetzung. Die Ausbildung soll sich auch auf veterinäres Wissen erstrecken. Die Eröffnung findet am 1. VI. statt. Die Lehrzeit beträgt mindestens zwei Jahre. Gefährdetenfürsorge Am 12. V. trat in Berlin die von der Central- Wohlfahrtsstelle der deutschen Juden gebildete Arbeitsgemeinschaft für Gefährdetenfürsorge unter Vorsitz von S.-R. Dr. Seeligsohn zusammen. Zur Behandlung von Psychopathen sollen Lehrer, Kindergärtnerinnen usw., die sich in genügender Zahl gemeldet haben, ausgebildet, außerdem Beratungsstellen für Heilerziehung sowie ein Heilerziehungsheim geschaffen werden. Eine Sachverständigenkommission für Psychopathenfürsorge wurde gebildet, die noch Rabbiner und Anstaltsleiter heranziehen soll. In der Gefangenenfürsorge wird mit dem Rabbinerverband zusammengearbeitet: dieser übernimmt die Seelsorge, die Wohlfahrtsstelle die Fürsorge, beide bemühen sich um ein Verzeichnis der Strafanstalten und die Herausgabe eines Merkblattes. Zuletzt kam die Reform der Fürsorgeerziehung sowie die Entsendung einer Delegation zur Londoner Juni-Konferenz über Fragen des Mädchenhandels zur Sprache. Tagung des Zentralausschusses des Rabbinerverbandes in Deutschland Kassel, 30. Mai. (JTA.) Am 24. und 25. Mai fand in Kassel die satzungsgemäße Sitzung des Zentralausschusses des Rabbinerverbandes in Deutschland statt. Der Vorsitzende Dr. Baeck (Berlin) eröffnete am Dienstag Nachmittag die Sitzung mit Worten der Begrüßung an alle Erschienenen. In der Mittwoch-Sitzung erstattete Dienemann (Offenbach) den Geschäftsbericht, Baeck (Berlin) berichtete über die durch den Landesverband in Preußen erfolgten Subventionierungen leistungsschwacher Gemeinden zum Zwecke der Erhaltung des Rabbineramtes und über die von der Regierung aufgestellten neuen Richtlinien für die. Subventionierung. Wilde (Magdeburg) hielt ein Referat über „Die Stellung des Rabbiners zur Friedensbewegung“. Nach einer reichen Aussprache wurde folgende von dem Referenten angeregte Entschließung gefaßt: „Der Ausschuß des Rabbinerverbandes in Deutschland begrüßt, getragen von dem Gedanken des Judentums, alle Bestrebungen der Religionen, gemeinsam auf dem Boden der Gerechtigkeit den Frieden unter den Völkern zu fördern. Der Rabbinerverband in Deutschland ist bereit, sich an der geplanten Weltkonferenz aller Religionen für Frieden in der Welt zu beteiligen.“ Eine in der letzten Ausschußsitzung eingesetzte Kommission hatte einen Normalanstellungsvertrag ausgearbeitet. Jacob (Dortmund) berichtet als Leiter der Kommission über diesen. Zu einer festen Entschließung kam es jedoch nicht, eine Anzahl von Anregungen wurde der Kommission zu erneuter Prüfung überwiesen. Rabbiner Dr. Rosenthal (Köln) berichtet über die geplante, von der Jüdischen Telegraphen-Agentur angeregte jüdische Abteilung bei der Internationalen Presse-Ausstellung in Köln; der Verband beschloß die wirksame Förderung der jüdischen Abteilung, die nicht nur die Presse, sondern auch das Buch darstellen wird. Das jüdische Handwerk Der Centralverband jüdischer Handwerker hielt am 23. V. eine aus dem ganzen Reiche stark besuchte Hauptvorstandssitzung ab, auf der zunächst der Vorsitzende Wilhelm Marcus über die Tätigkeit der letzten Monate berichtete. Die Berufsumschichtung zur Landwirtschaft werde kaum erfolgreich sein; das Handwerk komme stärker in Betracht. Doch müßten nicht nur, wie meist schon bisher, die jüdischen Gemeinden, sondern auch die einzelnen jüdischen Auftraggeber jüdische Handwerker mitberücksichtigen. Die Kleingewerbetreibenden seien in die Verbandsarbeit einzubeziehen. — Die Ortsgruppenvertreter konnten von guten Erfolgen berichten; fast überall sitzen Handwerksmeister in Gemeindevertretungen, Kommissionen usw. Die Mitgliederzahl ist gewachsen, besonders in Berlin. Die Lehrstellenvermittlung dehnt sich aus. Die Schneiderlehrwerkstatt, Chauffeurschule und Einkaufsgesellschaft der Gesellschaft „Ort“ werden benützt. Der Zusammenhang mit den Auslandsgruppen, besonders im Osten, wurde aufgenommen und soll verstärkt werden; die ausländischen jüdischen Kollegen sind zum nächsten Verbandstag einzuladen, bei dem auch eine Fachausstellung stattfinden wird. Hauptversammlung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus Am 30. Mai hielt der Verein zur Abwehr des Antisemitismus seine vom Vorsitzenden, Herrn Reichsminister a. D. Dr. Gothein, geleitete Tagung in Frankfurt a. Main ab. Aus allen Teilen Deutschlands, sogar von Königsberg in Ostpreußen, waren Vertreter anwesend. Der Geschäftsbericht stellte das starke Anwachsen der Bewegung und die erfreuliche Steigerung ihrer Wirkung fest. Aus den wertvollen Anregungen der Aussprache klang vor allem die Forderung nach Gründung von weiteren Ortsgruppen heraus. Mit der Tagung war ein Vortragsabend vor geladenen Gästen im Börsensaal verbunden. Nach einleitenden Worten Dr. Gotheins hielt Universitätsprofessor Geheimrat Dr. Walter Götz (Leipzig) das Hauptreferat über: „Der Antisemitismus im neuen Deutschen Reiche seit 1870.“ Regierungsrat Dr. Steiger (Berlin) sprach über: „Antisemitismus im Lichte des Christentums“ und schließlich gab' Rabbiner Dr. Salzberger einen Abriß der Geschichte der Juden in Frankfurt a. Main. UeberkingerSprudel Süddeutschlands führendes Tafelwasser Generaldepot Eduard Kühles, München Tel 20542 Ledererstr. 12

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