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Das jüdische Echo · 1927-05-27 · 21 (27.5.1927) · p. Seite 339

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
21 (27.5.1927)
Date
1927-05-27
Page
Seite 339 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 339 York ihren Geburtstag. Frühzeitig suchte sie sich sozial zu betätigen und gründete als Lehrerin viele Abendschulen in den amerikanischen Landstädten, bis sie in der Schaffung des „Hadassah“-Spitals in Jerusalem und seinen Zweigstellen, die nach amerikanischem Muster geleitet sind, ihr großes Lebenswerk erkannte. Sie selbst arbeitete drei Jahre lang als Hilfsarbeiterin in Palästina. Jetzt ist sie Ehrenpräsidentin der „Hadassah“ und Vorsitzende im leitenden Ausschuß. Die Bedeutung des Spitals liegt nicht nur in seinem außerordentlichen Wert für die Gesundheitsverhältnisse des aufzubauenden Landes, sondern auch in seiner völkerversöhnenden Wirkung: denn seine Segnungen kommen gleicherweise Juden und Arabern zugute. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ QRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, KostUmstickereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 29975 Geschäftliches Wenn die Hausfrau im Frühling die große Winterauskehr vornimmt, dann kommen vielfach erst Schäden und Mängel zutage, an die man vorher nicht gedacht hat. Da ist es für die vielbeschäftigte Hausfrau eine große Erleichterung und Zeitersparnis, wenn sie eine Einkaufsquelle weiß, wo ihr aller Art Hausrat und Raumausstattung in denkbar größter Mannigfaltigkeit zu Gebote steht, zugleich aber Gewähr gegeben ist, daß sie vor allem das Beste, Erprobteste und dies auch preiswert vorfindet. Kaum irgendwo ist das große Gebiet des Wohnungsbedarfes an Möbeln, Vorhängen, Teppichen, Bildern, Ziersachen, Kleingerät so vielgestaltig in weitläufigen Ausstellungsräumen ebenso bequem wie wirksam zur Schau gestellt, wie im Rosipalhaus, Rindermarkt und Rosenstraße, bei der Firma „Münchner Möbel- und Raumkunst“, die es sich mit ihren Rosipalhaus-Werkstätten angelegen sein läßt, von der Herrschaftswohnung bis zum kleinsten und schlichtesten Wohnungstyp herab jeden Einrichtungsbedarf im einzelnen wie im ganzen geschmackvoll und zeitgemäß zu befriedigen. Feuilleton Der Moskauer Kaufmann Von A. Percikowitsch Dieser Moskauer Kaufmann ist keine gewichtige Persönlichkeit mit breiten Hosen, in glänzenden Schaftstiefeln, mit langen, hoch im Nacken abgeschnittenen Haaren, von keinem Tambower Muschik stammt er ab; aber es ist auch kein Nachkomme unseres Vaters Abraham mit schwarzer Brille und Hängenase, der mit der russischen Grammatik auf Kriegsfuß steht und dauernd mit der Polizei wegen seines Wohnrechts verhandelt, sondern — er ist ein elfjähriges Jüngelchen, das bei seinem Großvater im Cheder Talmud lernt. Weshalb aber nannte man mich (denn ich bin es natürlich, um den sich diese Erzählung dreht) den Moskauer Kaufmann? Das war folgende Geschichte: Der Cheder war in einem Städtchen, das 12 km von meinem Geburtsort entfernt lag, und dort war auch ein Gymnasiast mit silbernen Knöpfen, bunter Mütze, funkelnden Schlittschuhen, sogar mit einem Gummimantel für Regenwetter, über den man in unserem Cheder besonders viel redete — kurz mit allen sieben Sachen, die in den Herzen jüdischer Kinder Neid und Bewunderung erregten. Dieser Gymnasiast war selbstverständlich der Sohn des Apothekers im Städtchen und trug den Kopf hoch, und nicht jeder jüdische Junge hatte die Ehre, mit ihm in Berührung zu kommen. Aber weil ich der Enkel seines Rabbi war, bei dem er früher gelernt hatte, durfte ich es mir erlauben, mit ihm zu reden, und alle seine Herrlichkeiten, die von den übrigen nur aus der Ferne bestaunt werden durften, konnte ich mit meinen Fingern berühren. Und erzählt habe ich im Cheder von all seinen Herrlichkeiten... „von der Weisheit seines Herzens und den Reichtümern seines Hauses“, und von all den Wundern, die er in Wilna erlebt hatte. Wie haben wir jüdischen Jüngelchen ihn beneidet! .... Und einmal, als der Gymnasiast in den Weihnachtsferien nach Hause kam, brachte er eine elektrische Taschenlampe mit, die leuchtete von einem Ende der Stadt bis zum anderen, „und ihr Glanz ist wie der Strahl des Blitzes“. Die Begeisterung über diese Taschenlampe bei uns Chederjungen war nicht zu beschreiben! Und ich beschloß, koste es, was es wolle, mir eine solche Lampe zu verschaffen. Aber wie das anstellen? Eine Lampe, die nur in Wilna verkauft wird — und Wilna selbst bezieht sie aus Moskau per Post! Kurz — ich fragte und fragte den Gymnasiasten und erfuhr die Adresse der betreffenden Moskauer Fabrik. Und weil diese Fabrik per Post Waren nur im Mindestwert von 5 Rubeln verschickte, beschloß ich, ein Paket Ware für diese Summe zu bestellen; auch meine Kameraden sollten solche Lampen bekommen. (Und vielleicht würde auch für mich dabei noch etwas abfallen.) Aber wie bekommt man diese Summe zusammen? Schließlich fand ich Rat! Ich hatte eine richtige Uhr von meinem seligen Onkel geerbt. Diese Uhr war mein ganzer Stolz vor meinen Kameraden. Aber meine Uhr konkurrierte auch mit der Wanduhr meines Großvaters an Pünktlichkeit! Diese Uhr beschloß ich zu verpfänden, bis ich meine Ware verkauft hätte. Aber wem kann man eine solche Kostbarkeit anvertrauen? Natürlich Chajim Notte, dem Sohn von Hirsch Bär, dem Schames. Chajim Notte war zwar erst 16 Jahre alt, aber nichtsdestoweniger war er ein gesuchter Lehrer für die Töchter der jüdischen Balbatim, die er im Briefschreiben nach einem uralten Buch, „der Briefsteller“ genannt, wie man sie in der Welt braucht, und die Antworten standen gleich daneben. Briefe zwischen Kaufleuten, zwischen Vater und Sohn, zwischen Mann und Frau und in der Hauptsache natürlich zwischen Bräutigam und Braut begannen mit der ersten Bekanntschaft und endeten mit der Trauung unter der Chuppe nach dem Gesetz Moses und Israels. Sol- 99999999999

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