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Das jüdische Echo · 1927-05-27 · 21 (27.5.1927) · p. Seite 336

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
21 (27.5.1927)
Date
1927-05-27
Page
Seite 336 (sequence 8)
Language
German
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336 Das Jüdische Echo Nr. 21 Der Bürgerrechtsraub vor dem rumänischen Parlament Bukarest, 20. Mai. (JTA.) In der heutigen Sitzung des Bukarester Parlaments machte der jüdische Abgeordnete Dr. Mayer Ebner den Justizminister darauf aufmerksam, daß die Kommission zur Feststellung der Staatszugehörigkeit das durch das Abkommen von St. Germain ratifizierte Gesetz ignoriert, laut welchem als Prämisse zur Erlangung der Bürgerrechte die Seßhaftigkeit in Rumänien zur Zeit der Ratifizierung gilt. Die Kommission aber stützt sich auf das spezielle Gesetz vom 23. Februar 1924, weiches im Gegensatz zum Friedensabkommen als Bürger nur diejenigen anerkennt, die in Rumänien geboren sind. Es werden Familien, die schon seit 30 und 40 Jahren und sogar noch länger in Rumänien wohnen, von der Bürgerschaft ausgeschlossen und allen Unbilden der Ausländerei und der Staatenlosigkeit ausgesetzt. Dr. Ebner schloß, die Regierung müsse sich jener zahlreichen gesetzlichen rumänischen Bürger annehmen, die bis jetzt nur Pflichten, aber keine Rechte haben. Die Vertretung der britischen Judenheit in der Jewish Agency London, 17. Mai. (JTA.) In der gestrigen Sitzung des Deputierten-Ausschusses der englischen Juden wurde die Frage der Teilnahme der englischen Juden an der Jewish Agency erörtert. Herr A. S. Diamond fragte, ob und welche Schritte unternommen worden sind, um die vom Board of Deputies am 15. April 1923 angenommene Resolution zu verwirklichen, laut Einladung der Zionistischen Organisation zwei Vertreter in ein vereinigtes Komitee zu delegieren, welches über eine Verfassung der Jewish Agency, wie sie im Artikel 4 des Palästina-Mandats vorgesehen ist, zu beraten hätte. Diese Jewish Agency hätte laut Mandat die Bestimmung, der Regierung bei dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina beratend und helfend zur Seite zu stehen. Ist, fragte Herr Diamond, dieses Komitee bereits zusammengetreten, und wenn nicht, wird es in naher Zukunft zusammentreten? Herr A. E. d'Avigdor Goldsmid, der Präsident des Board, erwiderte, daß der inzwischen verstorbene frühere Präsident des Board, Henriques, sowie Herr Laski im Jahre 1924 an einer Sitzung des in Frage stehenden vereinigten Komitees teilgenommen hatten. Man kam jedoch überein, die ganze Angelegenheit so lange unentschieden zu lassen, bis die Frage der Teilnahme der amerikanischen Judenheit an der Jewish Agency entschieden sein werde. Wie icn höre, ist diese Frage nun soweit geregelt, daß in naher Zukunft ein weiterer Fortschritt in der Bildung der Jewish Agency erwartet werden kann. Kein Petroleum in Mossul Der „Vossischen Zeitung“ wird unter dem 17. Mai aus London berichtet: Im Verlauf der gestrigen Unterhaus-Sitzung hat Kolonialminister Amery die aufsehenerregende Erklärung abgegeben, daß MODELLHAUS SOPHIE OELDENBERGER HAUS FÜR FEINSTE DAMENMODEN MÜNCHEN THEATINERSTRASSE 40 TELEPHON 27168 im Irak und in Mossul kein Petroleum gefunden worden sei, sondern die Gebiete eine ertraglose Wüste seien. Dieses Eingeständnis dient der Opposition zum Anlaß, auf das Schärfste an der rnesopotamischen Politik Englands Kritik zu üben. Nach Mitteilungen des Kolonialministers sind nur in einem kleinen Gebiet von Irak in der Nähe der persischen Grenze einige wenig ergiebige Erdölquellen in Ausbeutung begriffen. Diese Meldung hat auch für Palästina insofern Interesse, als, ihre Richtigkeit vorausgesetzt, damit auch der Plan, eine Pipe-Line von Mesopotamien nach Haifa zu legen, hinfällig würde. Dagegen dürfte die politische Rückwirkung der Kritik an der mesopotamischen Politik Englands ohne Bedeutung sein, nachdem sich England gelegentlich der Mossul-Entscheidung verpflichtet hat, das Irak-Mandat noch 25 Jahre zu behalten. (Ziko.) Mitglieder der Jewish-Agency-Experten- Kommission haben die Reise nach Palästina angetreten Neuyork, 19. Mai. (JTA.) Professor Frank Adams von der California-Universität und der landwirtschaftliche Experte der Regierung der Vereinigten Staaten A. T. Strahorn, die zu Mitgliedern der Sachverständigenkommission für Palästina ernannt worden waren, haben bereits an Bord des Dampfers „Providence“ die Reise nach Palästina angetreten. Ein drittes amerikanisches Mitglied der Experten-Kommission, Knowles Ryerson, der Gartenbau-Künstler der Vereinigten Staaten, der jetzt in Europa weilt, wird sich den übrigen Mitgliedern der Kommission anschließen. Prof. Elwood Mead und Victor Mosseri werden in einigen Tagen die Reise nach Palästina antreten. Dr. Lee K. Frankel, eines der Mitglieder der Jewish-Agency-Kommission, hat sich nach London begeben, wo er mit den übrigen Mitgliedern der Kommission, Sir Alfred Mond, und Felix M. Warburg, Zusammentreffen und eine Beratung abhalten wird. Ein Memorandum der Zionistischen Exekutive an die Mandatskommission Jerusalem, 20. Mai. (JTA.) Die Zionistische Exekutive Palästinas hat ein Memorandum über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims in Palästina im Verlauf des Jahres 1926 abgefaßt. Das Memorandum wurde der Palästina-Regierung zwecks Übermittlung an den Generalsekretär des Völkerbundes übergeben. Der Generalsekretär wird es an die Mandatskommission des Völkerbundes weiterleiten, die sich damit in ihrer Ende Juni in Genf stattfindenden Sitzung zu befassen haben wird. Ein Schomer der agudistischen Kolonie „Machaneh Jisroel“ ermordet Frankfurt a. M.,18. Mai. (JTA.) Die Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel teilt u. a. mit: Soeben erhalten wir aus Palästina die erschütternde Kunde, daß unser treubewährter Chaluz Eisig Zynder in der Nacht vom 2. zum 3. Ijar während Ausübung seines Wächteramtes durch Mörderhand gefallen ist. Nach Eintreffen der Schreckenskunde haben sich zwei Vertreter der Agudas Jisroel nach „Machaneh Jisroel“ begeben und stellten fest, daß ein Araber — von der Polizei bereits in Haft genommen — die grauenvolle Tat begangen ht. Eisig Zynder ist auf dem Friedhof der Kolonie „Sedjera“ (nordöstlich von „Machaneh Jisroel“) beigesetzt worden.

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