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Das jüdische Echo · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · p. Seite 320

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
Seite 320 (sequence 8)
Language
German
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320 Das Jüdische Echo Nr. 20 im Hinblick auf die erfolgte Auflösung der Partei verhindert wurden, zogen durch die Hauptverkehrsstraßen des Berliner Westens, sangen antisemitische Lieder und rempelten die ihnen entgegenkommenden Passanten, die ihnen irgendwie „jüdisch“ vorkamen, an. Zahlreiche Passanten wurden niedergeschlagen und zum Teil nicht unerheblich verletzt. 11 derselben erschienen bei der Polizei und erstatteten Anzeige. An der Spitze eines der Hakenkreuzlerzüge marschierte ein junger Mann, den die Polizeibeamten als den entlaufenen Fürsorgezögling Willi Schäfer erkannten, der in der aufgelösten Nationalsozialistischen Arbeiterpartei eine große Rolle spielte und als Haupträdelsführer der Vorgänge in Lichterfelde-Ost gesucht wurde. Die Beamten verhafteten ihn trotz verzweifelter Gegenwehr. Seine Kameraden, die ihn befreien wollten, mußten durch Vorhaltung der Dienstrevolver in Schach gehalten werden. Ein großes Polizeiaufgebot zerstreute sodann die Demonstranten und nahm 33 von ihnen fest. Die von der Polizei sofort aufgenommene Untersuchung in später Nachtstunde hat ergeben, daß die antisemitischen Überfälle am Kurfürstendamm von unsichtbarer Stelle aus planmäßig organisiert waren. Der Polizeipräsident hat sich die Verhafteten noch im Laufe der Nacht vorführen lassen, um sie persönlich zu vernehmen. Die größten Tumulte spielten sich am Kurfürstendamm ab. Unter den Verletzten befindet sich auch ein bekannter Berliner Redakteur, der mit seiner Gattin von den Rowdies attakiert wurde. Er schleppte sich blutüberströmt in eine nahegelegene Wirtschaft. Umwälzung in derHauswästherei Wollen Sie dem frühzeitigen Verschleiß Ihrer wertvollen Wäsche Vorbeugen, so verlegen Sie Ihre Waschtage in die Wäscherei der Hausfrau. Dort wird Ihre große Wäsche unter Ihrer persönlichen Mithilfe u. 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Mit Schlagringen und Fußtritten bearbeitet, konnte sich der Angegriffene in die Gemeindeschule retten. Hier traf er den Trainer des Maccabi, Michelson, der die Klubmitglieder, ungefähr 23 Mann, alarmierte. Michelsohn schlug zwei der auf ihn eindringenden Hakenkreuzler zu Boden. Seine Schüler, die den Kampf aufnehmen wollten, wurden von dem herbeigerufenen Überfallkommando daran gehindert, das die Straße mit dem Gummiknüppel säuberte. Aus der jüdischen Welt Tagung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums Berlin, 15. Mai. (JTA.) Am Mittwoch, dem 18. Mai, 8.30 Uhr abends, findet im Logenhaus, Kleiststraße 10, eine Mitgliederversammlung des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums statt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Veränderung im Verwaltungsvorstand, Bericht der Forschungs-Institute, Bericht des Verwaltungsvorstandes, Bericht der Revisoren, Entlastung des Vorstandes, Etat für 1927. Nach Schluß der Tagung wird Herr Dr. Max Wiener einen Vortrag über „Das Judentum und die Mystik“ halten. Eine neue zionistische Jugendorganisation in Berlin Berlin, 12. Mai. (JTA.) Unter dem Namen „Zophim“, Bund jüdischer Pfadfinder, hat sich in Berlin eine neue jüdische Jugendorganisation gebildet. Der Bund, der aus der „Kadimah“ hervorgegangen ist, erstrebt ohne parteipolitische Bindung die Erziehung seiner Mitglieder im Sinne eines allgemeinen zionistischen Ideals. Landeskonferenz der Zionisten-Revisionisten in Österreich Wien, 10. Mai. (JTA.) Am 28. und 29. Mai d. J. wird in Wien der Verbandstag der Zionisten- Revisionisten Österreichs abgehalten worden. Auf der Tagesordnung stehen Referate über Politik und Organisation revisionistischer Palästinaarbeit, Aufgaben der revisionistischen Jugendorganisation sowie ein Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees der Zionisten-Revisionisten in Berlin. Auch die Frage des Zusammengehens mit den radikalen Zionisten Österreichs aus Anlaß der bevorstehenden Kongreßwahlen steht zur Erörterung. Ein Ritualmord - Verleumdungsprozeß in Dobszyn Rypin, 11. Mai. (JTA.) Heute begann hier die Hauptverhandlung gegen 20 Personen aus Dobszyn (Polen), die beschuldigt werden, im Zusammenhang mit einer Ritualmordhetze sich an Unruhen beteiligt zu haben. Auf der Anklagebank sitzen nebeneinander Juden und Christen. Es handelt sich um das Verschwinden eines Zigeunerkindes, das seinerzeit so viel Aufsehen erregt hat und von antisemitischen Agitatoren zu einer gefährlichen Ritualmordhetze ausgenutzt wurde. Den jüdischen Angeklagten wird vorgeworfen, daß sie die Zi-

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