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Das jüdische Echo · 1927-05-20 · 20 (20.5.1927) · p. Seite 317

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
20 (20.5.1927)
Date
1927-05-20
Page
Seite 317 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 Das Jüdische Echo 317 der Raucher Klagen laut werden. Es ist darum ein gefundenes Fressen, wenn irgendwo armselige Zwergexistenzen ein paar tausend Zigaretten bekannter Zigarettenfabriken nachmachen und in den Handel bringen. Diese paar tausend Zigaretten sind dann eine geradezu entzückende Ausrede für schlechte Qualität von vielen Millionen Zigaretten, die im ganzen Reiche zum Verkaufe gelangen. Die Zigarettenindustrie hat natürlich ihre Inseratenchefs und ihre Pressestellen. Beide Instanzen stürzen sich nun auf diese armen Schächer, die Zigaretten gefälscht haben und verhelfen ihnen durch Ausschmückung ihrer kleinen Missetaten zu gewaltigsten Betrügereien zu einer berüchtigten Tagesberühmtheit. Stellt sich dann heraus, daß die ganze Sache übertrieben war und daß diese kleinen Betrüger, die keineswegs in Schutz genommen werden sollen, arme Schlucker sind und in Anbetracht der Kleinlichkeit ihrer Missetaten aus der Haft entlassen werden, dann schweigen diese Pressestellen der Zigarettenfabrik, es verschwinden die großen Schlagzeilen, man spricht nicht mehr von Millionen, sondern ganz weit hinten auf der letzten Seite steht im kleinsten Druck, daß X und Y auf freien Fuß gesetzt worden sind. Warum diese ganze Geschichte breit geschildert wird? Weil hier wieder ein Schulbeispiel vorliegt, wie leichtfertig die öffentliche Meinung gegen die Juden aufgehetzt werden kann. Denn während in der großen demokratischen Tagespresse die Namen der „Millionenbetrüger“ ohne Ausrufungszeichen genannt wurden, waren diese Namen in der rechtsstehenden Presse mit Ausrufungszeichen und den Bezeichnungen „galizischer, zugewanderter Ostjude“, „jüdischer Betrüger“ und dergl. ausgestattet. Betrachtungen der gleichen Presse schufen aus den „Millionenbetrügern der Banderolen und Zigarettenfälschungen“ Parallelgestalten zu Barmat und Kutisker, und bei einem großen Teile des deutschen Volkes wird die Überzeugung vertieft, d'aß aller Betrug und alle Gaunerei, die in Deutschland verübt werden, jüdische Urheber haben. Daß sich die große demokratische Tagespresse und auch die großen, vielfach Juden gehörenden, Zigarettenfabriken dazu hergeben, derartige Stimmungen zu erzeugen, ist das Betrübliche an diesem ganzen Banderolenzauber, der wie gesagt ein fauler Zauber ist. M.W. I. MÜNCHENER PLISSEE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Hohlsaum, Knöpfe, Endeln, Kanten, Kostümstickereien BurgstraBe 16/3 Knopflöcher Telephon 22975 Von der Sitzung des Hktionskomitees Aus der allgemeinen Aussprache, die am 9. Mai begann, ist eine Kontroverse Stricker-Rosenblüth zu erwähnen; die Hauptarbeit der Tagung wurde aber in den Kommissionen geleistet. Das Aktionskomitee beschloß, den Kongreß gemäß dem Vorschlag der zionistischen Exekutive in Basel, dem Ort des 1. Zionistenkongresses, tagen zu lassen. Als Datum der Eröffnung des Kongresses wurde der 3 0. August d. J. bestimmt. Am Freitag, dem 13. Mai, sind die Beratungen des Zionistischen Aktionskomitees in London zum Abschluß gebracht worden. In den Sitzungen von Mittwoch nachmittag und Donnerstag befaßte sich das Plenum des Aktionskomitees mit der Frage der Entsendung einer besonderen Budget- und Reorganisationskommission nach Palästina, die von der Exekutive vorgeschlagen worden war. Über die Befugnisse, die dieser Kommission erteilt werden sollen, wurde sehr lebhaft diskutiert Einige Minderheitsanträge gingen dahin, die Kommission mit nahezu diktatorischen Vollmachten auszustatten. Nahum Sokolow, Colonel Kisch und Louis Lipsky legten den Standpunkt der Exekutive dar, wie er in der kürzlich veröffentlichten Kundgebung zum Ausdruck kam. Es kamen schließlich die folgenden Anträge zur Annahme: 1. In Übereinstimmung mit dem Beschluß der Exekutive beschließt das Aktionskomitee, eine aus fünf Personen bestehende Kommission nach Palästina zu entsenden, die sofort mit der Durchführung ihrer Aufgabe zu beginnen haben wird. Die Exekutive wird ersucht, dem Aktionskomitee Vorschläge über die Zusammensetzung dieser Kommission zur Bestätigung zu unterbreiten. 2. Die Exekutive und das Aktionskomitee erteilen der Kommission die Instruktion, den dem bevorstehenden Kongreß zu unterbreitenden offiziellen Budget-Voranschlag auszuarbeiten und der Exekutive vorzulegen, die ihn samt ihren Bemerkungen an den Kongreß weiterleiten wird. 3. Die Budget-Voranschläge für das kommende Jahr sollen das erwartete Einkommen des Keren Hajessod nicht überschreiten; das ist so zu verstehen, daß die Veranschlagung dieses Einkommens, die von der Exekutive und dem Direktorenrat des Keren Hajessod aufgestellt wird, für die Kommission bindend ist; der landwirtschaftlichen Kolonisation ist besondere Beachtung zuzuwenden. ' L. KIELLEUTHNER' Besichtigen Sie unverbindlich unsere erlesenen Neuheiten Hauptpreislage: Mk. 180. bis Mk. 250.- Kein Anzug über Mk. 280.- V _S

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